Merkel nordet Draghi ein

Kurz vor der EZB-Entscheidung zum “Qualitative Easing” (Anleihekauf) hat sich Kanzlerin Merkel als Hardlinerin geoutet und EZB-Chef Draghi eingenordet.

Die EZB dürfe die “Reformanstrengungen” in den Euroländern nicht schwächen, betonte Merkel. Wichtig sei auch “engere wirtschaftspolitische Koordination”.

Passenderweise sagte die Kanzlerin das bei einem Besuch des Präsidenten Aserbaidschans. Das zeigt, wie wichtig ihr die Unabhängigkeit der EZB ist.

Vor allem aber wird wieder einmal deutlich, dass Merkel die Eurozone vor allem als Disziplinierungs-Instrument begreift. Die Worte Deflation oder Rezession nahm sie nicht in den Mund.

Doch darum geht es der EZB, um nichts anderes. Beide Gefahren drohen übrigens, weil Merkels “wirtschaftpolitische Koordination” nur auf Austerität zielt…

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2 Responses to Merkel nordet Draghi ein

  1. Peter Nemschak 22. Januar 2015 at 08:20 #

    Auch das “quantitative easing” wird die europäische Wirtschaft nicht retten. Die vielgeschmähten Reformen sind unabdingbar. Dass sie sich nicht nur auf eine (weitergehende) Liberalisierung des Arbeitsmarkts beschränken dürfen ist eine andere Sache. Jede Interessensgruppe versucht ihren Besitzstand zu halten. Warum funktioniert die Wirtschaft in den USA derzeit besser als in Europa? Warum ist in den USA die Arbeitslosigkeit deutlich niedriger als in der EU? Liegt es an der größeren Flexibilität der Gesellschaft insgesamt? Das heißt nicht, dass die USA keine Probleme hätten (Beispiel: größere soziale Ungleichheit als in Europa, ein geringer politischer Konsens im Kongress etc.). An Merkel muss ja wirklich etwas dran sein, wenn sie derart zum Reibebaum dieses Blogs wird.

  2. Michael 22. Januar 2015 at 13:53 #

    Der EZB geht es eben NICHT um INFLATION! Die ist gesunken, weil die Ölpreise kollabierten. Dem folgen selbstverständlich die Produzentenpreise einiger Branchen. Die Kerninflationsrate der Eurozone ist 0,8%. Das Fed richtet sich nach der Kerninflationsrate. Meilenweit von “Deflation” entfernt!

    Draghi sollte wegen Unfähigkeit und höchstwahrscheinlich auch Korruption durch Wallstreet-Banken aus dem Amt entfernt werden. Er schädigt seit Jahren die Eurozone, macht aus dem Euro eine Lira und fühlt sich “Märkten” verpflichtet. Letztere sind allerdings derivategetriebene Zockerbuden der Großbanken. Wenn sich Draghi als Banker verpflichtet fühlt muss er die Zinsen anheben und schon steigt die Inflation durch Zauberhand. Es ginge auch durch Steuererhöhung.

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