Coronakrisel: WHO warnt – und beruhigt

Beim EU-Gipfel soll Corona nur eine Nebenrolle spielen. Aus Sicht der Weltgesundheitsorganisation WHO ist das ein schwerer Fehler. Die Lage in Europa sei Anlass zu “großer Sorge”, sagte WHO-Regionaldirektor H. Kluge. Er fand aber auch beruhigende Worte.

Die durch das Virus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 stehe inzwischen an fünfter Stelle der Todesursachen in Europa, so Kluge. Die Schwelle von 1000 Todesfällen täglich sei überschritten. Zuletzt wurden täglich mehr als 120.000 Neuinfektionen gemeldet.

Dennoch sei die Lage nicht mit März zu vergleichen, so der WHO-Experte. Denn es gebe fünfmal weniger Tote als damals. Zudem dauere es deutlich länger, bis sich die Krankenhäuser füllen. Dies liege vor allem daran, dass nun jüngere Menschen betroffen sind.

“Die Pandemie von heute ist nicht so wie die Pandemie gestern”, so Kluge weiter. Man habe viel gelernt und sei auch besser vorbereitet. Auch ein Lockdown würde heute nicht mehr so aussehen wie im Frühjahr.

Statt alles auf einmal dicht zu machen, auf unbegrenzte Zeit, gehe es nun um zeitlich beschränkte Maßnahmen in einzelnen Bereichen. Ob er damit die in Deutschland verhängten Maßnahmen meint, blieb offen.

Deutlich wurde jedoch, dass die WHO entschiedene Maßnahmen auf EU-Ebene erwartet. Doch die lassen auf sich warten. Beim EU-Gipfel spielt die neue Coronakrise nur eine Nebenrolle. Die deutsche “Corona-Präsidentschaft” hat wohl den Schuß nicht gehört…!?

Siehe auch “Lockdown 2.0, Gipfel ohne Ziel”

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