Update: Belarus vs. Bulgarien

Die EU hat nochmals die “anhaltende Repression” in Belarus verurteilt und Sanktionen angekündigt. Zur Lage in Bulgarien sagt sie nichts – dabei hält die Repression auch dort an. Sie ist sogar schlimmer geworden.

Der Kontrast ist frappierend: Jeden Sonntag gibt es in fast allen Medien große Berichte über die großen Demonstrationen in Belarus. Doch von den ebenfalls anhaltenden Protesten in Bulgarien hören wir fast nichts.

Dabei ist Belarus kein EU-Mitglied, im Gegensatz zu Bulgarien. Dort richten sich die Proteste gegen den konservativen Regierungschefs Borissow, der der Korruption und des Machtmißbrauchs bezichtigt wird.

Die Opposition spricht von einer “nationalen Erhebung” und fordert Borissows Rücktritt sowie unabhängige Ermittlungen wegen Polizeigewalt.

Die Proteste werden nun zunehmend von Gewalt überschattet, wie der “EU Observer” berichtet. Die Demonstranten vermuten, dass “Provokateure” am Werk sind.

Neu ist auch, dass die Regierung nicht einmal mehr davor zurückschreckt, das Büro von Staatspräsident Radev – einem Gegner Borissows – durchsuchen zu lassen.

Zudem soll nun auch noch der Zugang von Journalisten zum Parlament untersagt werden.

Es ist fast wie in Belarus – aber die EU schaut einfach weg. Von Sanktionen gegen Borissow und seine Helfer hört man in Brüssel auch nichts _ – schließlich gehört er der konservativen EVP an, also dem Club um Kanzlerin Merkel…

Siehe auch “Reden über Belarus – Schweigen zu Bulgarien”