Ukraine: USA liefern weniger Waffen, Deutschland mehr
Ist das auch ein Deal mit US-Präsident Trump? Die USA liefern weniger Waffen an die Ukraine, Deutschland hingegen mehr.
Nach Angaben aus Washington kürzen die USA die Lieferung von Raketen für Flugabwehrsysteme vom Typ Patriot sowie von Präzisionsartillerie und Granaten.
“Diese Entscheidung ist getroffen worden, um die Interessen Amerikas an erste Stelle zu setzen, nachdem das Verteidigungsministerium die militärische Unterstützung und Hilfe unseres Landes für andere Länder auf der ganzen Welt überprüft hat”, erklärte die Vize-Sprecherin des Weißen Hauses, Kelly.
“Die Stärke der US-Streitkräfte bleibt unbestritten – es genügt, den Iran zu fragen”, fügte Kelly mit Blick auf den US-Angriff in dem Land hinzu. Mit anderen Worten: Israel und Iran sind wichtiger als die Ukraine!
Derweil stockt Deutschland seine Waffenlieferungen an die Ukraine auf; es könnte sogar zum wichtigsten Lieferanten für Kiew aufsteigen.
“Deutschland ist plötzlich der wichtigste Unterstützer”, meldet der “Spiegel”. Vor allem bei Flugabwehrsystemen legt Berlin nach.
Doch das dürfte nicht reichen, um die fehlenden Lieferungen aus den USA zu kompensieren und die Situation an der Front zu stabilisieren.
Sie ist in den letzten Tagen immer kritischer geworden, Russland rückt sogar in neue Regionen vor. “Die Lage könnte schnell kippen”, schreibt die “FT”.
Das dürfte auch einer der Gründe sein, weshalb Frankreichs Macron zum Hörer griff und Kremlchef Putin anrief – zum ersten Mal seit drei Jahren.
Er forderte einen schnellen Waffenstillstand, stieß jedoch offenbar auf taube Ohren…

KK
3. Juli 2025 @ 12:25
“Wenn er geglaubt hat, dass die Abkommen von Minsk ohne Hintergedanken abgeschlossen wurden, war er ziemlich naiv.”
Naiv würde ich das nicht nennen – bis dahin waren völkerrechtliche Verträge eigentlich im Kern verbindlich und wurden im beiderseitigen Interesse und zum beiderseitigen Nutzen abgeschlossen und auch eingehalten. Dass solche aus Sicht des Westens nur noch als Vehikel dienen sollten, um Zeitgewinn für die Durchsetzung eigener Interessen zu verschaffen, das war neu und wurde eigentlich erst mit den beiden Minsk-Vereinbarungen – und deren Entlarvung zunächst durch Hollande und später durch Merkel – zum erkennbaren Trickbetrug als neuer zwischenstaatlichen Umgangsform.
Guido B.
2. Juli 2025 @ 11:02
Dann ist die Ukraine jetzt also offiziell ein Proxy Deutschlands. Ob jemand Deutschland retten würde, wenn Russland seine verheerenden Haselnüsse fliegen lässt? Vielleicht sind jetzt auch alle in Europa erleichtert, dass sich Deutschland freundlicherweise als Zielscheibe zur Verfügung gestellt hat? Eine Welt ohne Russland ist schwer vorstellbar. Eine Welt ohne Deutschland? Wen kratzt es.
Erneuerung
2. Juli 2025 @ 14:28
Bevor der Marshall-Plan als der geeignetste (zur Zerstörung der Sowjeunion) zur Anwendung kam, gab es auch andere Überlegungen, die Deutschlands Zukunft eher als unbedeutend gesehen haben wollten.
Da scheint man nun anzusetzen, und zwar bei der deutschen Führung.
MarMo
2. Juli 2025 @ 16:05
Deutschland hat es sich reichlich verdient, wenn Russland demnächst die Schnauze voll hat. Es wurden Zusagen gemacht, die gleich drauf gebrochen werden (NATO-Ost-Erweiterung). Russlands Präsident und die Berichterstattung über Russland wurde nach dem Amtsantritt Merkels zunehmend bösartig. Frau Merkel erzählt seelenruhig im Fernsehen, dass MINSK nur vereinbart wurde, um der Ukraine Zeit zu verschaffen, aufzurüsten. Auch vergessen die Deutschen, wer sie vor allem von den Nazis befreit hat und dafür bitter bezahlt hat, wem sie die Wiedervereinigung zu verdanken haben, wem sie ihre einstmals so erfolgreiche Exportwirtschaft zu verdanken hatten (bevor die Ampel-Regierung die Lieferung russischen Erdgases ablehnte und dann immer so darstellte, als ob Russland nicht liefern wollte). Schließlich wird seit drei Jahren medial und militärisch gegen Russland aufgerüstet und Milliarden in die profaschistische Ukraine gepumpt (Waffen, Waffen, Waffen und Steuergelder für die ukrainischen Oligarchen) – und der/die brave Deutsche lässt alles geschehen und schweigt selbst, wenn seit Monaten in den Medien verlangt wird, dass ihre/seine Kinder in Zukunft wieder für dieses Sch…land im Krieg sterben sollen.
Sie haben es sich verdient – die dummen, arroganten, unpolitischen Deutschen, die nicht gelernt haben, ihren Eliten zu misstrauen und selbst zu denken.
Arthur Dent
3. Juli 2025 @ 09:27
@MarMo
Dass die Deutschen von den Nazis befreit wurden, ist ‘ne schöne Geschichte… – die Deutschen waren die Nazis! Befreit wurden die Verfolgten, die Zwangsarbeiter.
Nato-Osterweiterung: Polen, Ungarn, Tschechien wurden 1997 Nato-Mitglieder, da waren Merkel und Putin noch gar nicht im Amt. Wenn er geglaubt hat, dass die Abkommen von Minsk ohne Hintergedanken abgeschlossen wurden, war er ziemlich naiv. Es geht immer um Machterweiterung und Interessen. Hollande war übrigens auch beteiligt.
Noch größer als die Angst vor Russland und China ist die Angst vor den USA, zu sehen beim letzten Nato-Gipfel. (Der liebe Mark hat sogar ein Gedicht aufgesagt) 🙂
Die Jugend in Deutschland ist weniger kriegsbegeistert als angenommen, die gucken wenig ARD und ZDF, lesen nicht die Printmedien. Die informieren sich anders. Die großen Parteien SPD und CDU haben etwa jeweils 350.000 Mitglieder, also rund 0,4 Prozent der Gesamtbevölkerung. Innerhalb der Parteien stellen eine Handvoll Leute die Wahllisten auf, letztendlich machen ein paar Apparatschicks die Politik des Landes und nennen das Demokratie. Und wenn ich das gesamte politische Spektrum von ganz links bis ganz weit rechts betrachte – tut mir leid, ich kann da niemanden sehen, der für mich Entscheidungen treffen sollte.
Ric
3. Juli 2025 @ 12:09
…vollste Zustimmung! Leider wurden zu viele Hirne im Laufe der Jahrzehnte sediert (wenn nicht amputiert), und die Resthirne sind an der Regierung.