Trump droht mit LNG-Stopp, Merz prüft Irankrieg – und hört der Kreml mit?
Die Watchlist EUropa vom 26. März 2026 – Heute mit Nachrichten und Analysen zum Streit um den Zolldeal mit den USA, zu deutschen Problemen mit dem Völkerrecht und zu Vorwürfen gegen Ungarn.
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Es ist das Worst-Case-Szenario, das die EU unbedingt vermeiden wollte: Die USA versuchen, die Europäer in der Energiepolitik zu erpressen. Die vereinbarte Lieferung von Flüssiggas (LNG) aus den USA nach Europa könne gefährdet sein, sagte der US-Botschafter bei der EU, Andrew Puzder, der „Financial Times“.
Zur Begründung für den drohenden LNG-Stopp verwies Puzder auf den Streit über den Zolldeal, den die EU im Juli 2025 mit US-Präsident Trump geschlossen hatte. Falls es nun zu Nachverhandlungen kommen sollte, würden die Bedingungen für Europa „möglicherweise nicht mehr so günstig sein“.
Der so genannte Turnberry-Deal sieht vor, daß die EU aus den USA Energie im Wert von 750 Milliarden Dollar bezieht – vor allem in Form von LNG. Brüssel soll zudem alle Zölle auf US-Exporte abschaffen. Auf Waren aus Europa will Trump dagegen Zölle von 15 Prozent und mehr erheben.
Ja zum “Surrender Deal”?
Gegen diesen ungleichen und für die europäische Wirtschaft nachteiligen Deal – Kritiker nennen ihn “Surrender Deal” – hatte sich das Europaparlament lange gesträubt. Am Donnerstag wollen die EU-Abgeordneten nun doch noch grünes Licht geben – allerdings nur unter Bedingungen.
Die vereinbarte Zollbefreiung für Industriegüter aus den USA soll nur dann gelten, wenn Trump seine Zusagen an die EU auch wirklich einhält. Dazu zählen niedrigere Zölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte. Sie sollen zum größten Teil auf 15 Prozent fallen.
Außerdem hat das Parlament einige Sicherungsklauseln eingebaut, um sich vor Trumps Willkür zu schützen. So soll das Abkommen jederzeit ausgesetzt werden können, wenn von US-Seite wirtschaftlicher Druck auf die EU ausgeübt wird.
“Drohungen sind inakzeptabel”
Von diesen Bedingungen werde man nicht abrücken, sagte der Chef des Handelsausschusses, Bernd Lange, vor der Abstimmung. Mit Unverständnis reagierte er auf das Interview des US-Botschafters: „Diese Drohungen sind völlig inakzeptabel“, so der SPD-Politiker. Man werde sich nicht erpressen lassen.
Das klingt gut – doch warum will die EU den Deal überhaupt ratifizieren? Das höchste US-Gericht hat Trumps willkürliche Zölle für illegal erklärt. Solange die Rechtslage nicht geklärt ist, gibt es keinen Grund, sich auf Trumps Erpressungsversuche einzulassen…
Meine zwei Cent: Auch mit den nun vorgesehenen Sicherungsklauseln ist der Trump-Deal eindeutig abzulehnen. Er ist unfair und bringt nicht die von EU-Chefin von der Leyen versprochene Stabilität und Planungssicherheit. Vielmehr zementiert er die Abhängigkeit von den USA, auch bei der Energieversorgung. Dort ist und bleibt die EU erpressbar…
News & Updates
Irankrieg: Merz prüft noch das Völkerrecht. Für Bundespräsident Steinmeier ist der Fall klar: Der Irankrieg sei völkerrechtswidrig und „ein politisch verhängnisvoller Fehler“, erklärte der SPD-Politiker in Berlin. Schon das kam reichlich spät, drei Wochen nach Beginn des Angriffs durch die USA und Israel. Bundeskanzler Merz läßt sich noch mehr Zeit: „Grundsätzlich gilt: Die völkerrechtliche Prüfung obliegt der Bundesregierung und ist noch nicht abgeschlossen“, sagte ein Sprecher. – Seine Verweise auf “vielfältige Verstöße Iran gegen völkerrechtliche Bestimmungen” und eine “latente Bedrohung der Existenz des Staates Israel“ lassen erahnen, wie die Prüfung ausgeht: grünes Licht für Trump und Netanjahu – aber vermutlich erst nach dem Ende des Krieges. Denn Merz prüft immer noch…
EU-Sanktionen: Berliner Journalist droht Obdachlosigkeit. Das Amtsgericht Frankfurt am Main hat einen Eilantrag von Hüseyin Dogru abgewiesen. Dem von der EU sanktionierten Journalisten fehlen die Mittel für Miete und Alltag, berichtet die “Berliner Zeitung”. – Fast alle anderen deutschen Medien schweigen zu dem Drama, das an den Fall Baud erinnert. Auch die EU tut so, als hätte sie mit den Konsequenzen ihrer “Listung” wegen angeblicher “russischer Desinformation” nichts zu tun…
Kubilius will Kriege gewinnen. Die EU-Kommission will die Entwicklung neuer Verteidigungstechnologien beschleunigen und dafür ein Förderprogramm in Höhe von 115 Mill. Euro auflegen. “Wir müssen bereit sein, die Kriege von morgen zu gewinnen und nicht nur die Kriege von gestern zu führen”, begründete “Verteidigungs”-Kommissar Kubilius seinen Vorstoß. “Wir müssen schlauer und schneller als unsere Gegner sein.” – Wer Kriege führen will, sollte sich Kriegsminister nennen – so wie in den USA. Ist ehrlicher!
Das Letzte
Hört der Kreml mit? Es ist ein böser Verdacht, den die “Washington Post” in Brüssel streut: Der ungarische Außenminister Szijjártó soll bei EU-Treffen regelmäßig mit seinem russischen Kollegen Lawrow telefoniert und diesen über interne Beratungen zum Ukrainekrieg informiert haben. Der polnische Premier Tusk legte noch einen drauf: Auch Regierungschef Orban steche vertrauliche Informationen bei EU-Gipfeln an den Kreml durch. Doch die Aufregung in Brüssel hält sich in Grenzen. Denn viele Geheimnisse werden bei Gipfeltreffen ohnehin nicht ausgetauscht; das meiste ist öffentlich und wird von mehr als 1000 Journalisten in Windeseile hinausgeblasen. Außerdem weiß man seit diversen Abhörskandalen, daß nicht nur der Kreml, sondern auch das Weiße Haus mithört.An der “Operation Dunhammer” des CIA, die auch auf das Handy von Ex-Kanzlerin Merkel zielte, war sogar das EU-Land Dänemark beteiligt. Was die Frage aufwirft, wie die “WaPo” eigentlich an ihre Enthüllungen gekommen ist? Vielleicht über einen Geheimdienst? Möglicherweise aus Polen, oder sogar aus der Ukraine? Einen eigenen Korrespondenten in Brüssel hat sie jedenfalls nicht…
- Von der Leyen kündigt Corona-App 2.0 an – für den “Jugendschutz” - 15. April 2026
- Kallas did it again - 15. April 2026
- Ungarn – eine Wahlk(r)ampf-Kritik - 14. April 2026
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27. März 2026 @ 18:28
…wir sind so was von gestern Herr Kubilius, dass wir heute noch “Kriege von morgen” führen wollen. Schlauer wären wir, wenn wir schneller Kriege von gestern beenden würden, als heute immer neue anzuzetteln.
Packt euch doch zum Teufel, ihr Kriegstreiber!
26. März 2026 @ 11:32
Merz prüft den Irankrieg? Charlotte ist doch beim Amtsgericht in Arnsberg, die kann im sicher helfen. https://de.wikipedia.org/wiki/Charlotte_Merz
Zum POTUS, aka “Mister Grab’em”, zusammengefasst: Man prüft Sanktionen, gegen die €U, gegen China, gegen BRICS, gegen den Rest der Welt … und will die Handelsbeziehungen zu Russland ausbauen. Das macht doch Sinn, oder?
26. März 2026 @ 09:35
Merz prüft Irankrieg? Auf welcher Basis denn, bzw welchen Informationen? ARD und ZDF?
Die ARD Korrespondentin für den Nahen Osten, Katharina Willinger, hat gerade aus Istanbul über den Irankrieg berichtet. Begründet hat sie das mit der staatlichen Zensur dort. Man könne aktuell nicht aus dem Iran berichten.
Der kanadische Journalist Dimitri Lascaris berichtet aktuell auf seinem Kanal Reason2Resist völlig frei aus dem Iran. Er hat auch dazu gerade ein statement auf X veröffentlicht, in dem er detailliert erklärt, was er gerade im Iran berichten und auch filmen darf. Alles außer militärischen Anlagen. Er ist auch völlig frei in der Auswahl seiner Gesprächspartner.
Er bezieht sich explizit auf die Aussagen Willingers und widerlegt sie nicht nur in seinem statement sondern auch durch die aktuellen Berichte auf seinem Kanal. Obwohl im Land aktuell das Internet eingeschränkt ist, wurde ihm als Journalist freier Zugang gewährt, damit er aktuell berichten kann.
https://x.com/dimitrilascaris/status/2036843344966385932
https://www.youtube.com/@reason2resist/videos
Derweil unternimmt das EU Parlament einen erneuten Anlauf um die Chatkontrolle doch noch durchzupeitschen.
26. März 2026 @ 09:02
Der Bundespräsident wagt sich Wahrheiten auszusprechen. Was für ein Affront. Ausgerechnet Spahn erlaubt sich festzustellen ob das der Bundespräsident darf. Er Spahn selbst hat genug Grund in Sack und Asche zu gehen. Aber Frechheit und Überheblichkeit haben leider Hochkonjunktur.
26. März 2026 @ 08:51
Zu einer Unabhängigkeit von den USA gehört so viel mehr, als den Turnberry-Deal abzulehnen. Ihn nicht abzuschließen ist richtig, aber dafür muss man dann anschließend bereit sein den hohen Preis zu zahlen, den die USA dann der EU auferlegen wird. Und der Preis ist dann gerechtfertigt, wenn hierzulande dann konsequnet und konsistent an der Diversifizierung von Risiken gearbeitet wird (Stichwort: Energielieferungen aus Russland).
Kurzum: Die Ablehnung des “Deals” traue ich dem Europaparlament vielleicht zu, mit einer strategischen Neuausrichtung ist bei dieser europäischen Politelite aber nicht zu rechnen.
Ich bin bei ebo, der Deal ist trotzdem abzulehnen. Wir sollten uns aber nichts vormachen, das wir sehr schmerzhaft und der Druck von den transatlantischen Wasserträgern wird anschließend dramatisch steigen, sich doch endlich dem Primat der USA unterzuordnen, wie es sich für einen Vasallen gehört. Der Vorteil der Ablehnung bleibt, dass dann die strategische europäische Debatte auf dem Tisch liegt: Sind wir eine Kolonie der USA oder doch etwas anderes?