Sommerurlaub adé – oder nur im “Korridor”?

Zehn Prozent der Wirtschaftsleistung in der EU hängen am Tourismus. Doch mit jedem Tag der Coronakrise schwindet die Hoffnung auf eine gute Sommersaison. Der kroatische EU–Vorsitz setzt nun auf vorgeblich sichere “Korridore”.

Nach der Zwangspause in der Industrie droht der EU nun auch noch ein Debakel in der Tourismusbranche. Wegen der Coronakrise könnte der Umsatz um bis zu 70 Prozent einbrechen, sagte EU-Binnenmarktkommissar T. Breton in Brüssel.

Vor allem die besonders von der Coronakrise getroffenen Länder Italien, Spanien und Frankreich rechnen mit massiven Einbrüchen. Dort ist bisher nicht einmal ein Ende der Ausgangssperren absehbar.

Aber es gibt auch Hoffnungsschimmer. So bereiten sich Griechenland, Portugal, Kroatien und Österreich trotz aller Probleme mit COVID-19 auf die kommende Urlaubssaison vor.

Doch noch gelten fast überall Reisewarnungen, Grenzkontrollen und Einschränkungen an Häfen und Flughäfen. Die Reisefreiheit ist im gesamten Schengen-Raum eingeschränkt bzw. aufgehoben.

Über eine mögliche Lockerung müßten sich zunächst die Außenminister einigen, hieß es am Montag am Rande einer Videokonferenz der EU-Tourismusminister.

Vor der Öffnung sogenannter Touristenkorridore müssten Epidemiologen befragt werden, um Kriterien für die Sicherheit der Urlauber aufzustellen, sagte der kroatische Tourismusminister G. Cappelli, der für den EU-Ratsvorsitz spricht.

Doch was meint Cappelli mit einem “Korridor”? Es geht um regionale oder bilaterale Absprachen zwischen vorgeblich “sicheren” Ländern. So brachte die österreichische Tourismusministerin E. Köstinger einen Deal mit Berlin ins Gespräch.

Österreichs Außenminister A. Schallenberg stellte jedoch klar, dass sein Land keine Alleingänge plane. Er schwenkte damit auf die Linie seines deutschen Amtskollegen H. Maas ein, der vor einem „europäischen Wettlauf“ gewarnt hat.

Das führe zu unvertretbaren Risiken, so Maas. Europa brauche gemeinsame Kriterien für einen Weg zurück zur Reisefreiheit – “so schnell wie möglich, aber so verantwortlich wie nötig“.

Mit einem schnellen Ende der Reisewarnungen sei nicht zu rechnen, hieß es ergänzend im Auswärtigen Amt. Die aktuelle Warnung gilt bis zum 3. Mai. Wahrscheinlich wird sie noch diese Woche verlängert.

Für viele Deutsche im EU-Ausland heißt das, dass sie nicht einmal nach Deutschland einreisen können, oder nur nach zweiwöchiger Quarantäne. An Urlaub ist da kaum zu denken, nicht ‘mal im “sicheren” Korridor…

Siehe auch “Deutschland sperrt Deutsche aus”

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