Deutschland sperrt Deutsche aus

Obwohl der Ausnahmezustand (angeblich) Wirkung zeigt und man über einen Ausstieg nachdenkt, hat Berlin die Reisevorschriften erneut verschärft. Diesmal sind auch Deutsche im Ausland betroffen, selbst wenn sie aus EUropa kommen.

Wo ist die EU, wenn man sie mal braucht? Sie duckt sich weg – so wie heute, nach der Tagung des Krisenkabinetts in Berlin. Da wurden weitgehende Reisebeschränkungen beschlossen, doch Brüssel schweigt.

Deutsche, EU-Bürger und langjährig in Deutschland lebende Ausländer sollen demnach künftig grundsätzlich für zwei Wochen in häusliche Quarantäne, wenn sie aus dem Ausland in ihre Heimat zurückkehren.

Für mich bedeutet das, dass ich nicht mehr von Brüssel in meine Heimatstadt Düsseldorf fahren kann. Dort wütet das Coronavirus zwar nicht minder schlimm als in der stillgelegten EU-Kapitale.

Doch wenn ich ins Rheinland fahren möchte, muß ich zwei Wochen in Hausarrest. Dass man in Belgien bereits seit drei Wochen ins Zwangs-Quarantäne ist, hat sich offenbar nicht bis Berlin herumgesprochen.

Damit werden Deutsche von Deutschland ausgesperrt. Aber auch Belgier, Niederländer und andere EU-Bürger können de facto nicht mehr einreisen. Allerdings gibt es bemerkenswerte Ausnahmen.

So dürfen Erntehelfer trotzdem kommen – solange ihr Agrarbetrieb hübsch abgeschottet ist. Auch Lastwagenfahrer sind von den neuen Regeln, die ab 10. April gelten sollen und zeitlich unbegrenzt sind, ausgenommen.

Zur Begründung sagte NRW-Ministerpräsident A. Laschet, man müsse den Warenverkehr etwa aus den Niederlanden sicherstellen. Deshalb werde auch nicht die Grenze zu Holland und Belgien geschlossen.

Fein – für die Waren sind die Grenzen offen. Aber Deutsche und EU-Bürger müssen leider draußen bleiben. Damit wäre wenigstens klar, was für NRW und ganz Deutschland wirklich wichtig ist…

Siehe auch “Chronik des Versagens: Schengen”

P.S. Es gibt übrigens auch keine Thalys-Bahnverbindung von Brüssel nach Köln mehr. Nur Paris und Amsterdam werden noch angefahren – einmal am Tag…

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