US-Agentur: Italien fast auf Ramsch-Niveau

Es wird Zeit, wieder über die Macht der Ratingagenturen zu sprechen. Denn sie könnten über den Ausgang dieser Krise entscheiden – Italien findet sich schon fast auf Ramsch-Niveau wieder.

Die Bonitätsnote werde von “BBB” auf “BBB-” reduziert, teilte die Ratingagentur Fitch mit. Die Note liegt damit nur eine Stufe über dem sogenannten Ramschniveau, das spekulative Anlageformen beschreibt.

In der Folge stiegen die “Spreads” wieder an. Die Zinsdifferenz zu Deutschland ist allerdings noch nicht so hoch wie während der Eurokrise. Aber das könnte sich ändern – wenn die EU nicht schnell zu Potte kommt.

Nach dem letzten EU-Gipfel waren die Spreads wieder leicht gefallen. Die EU-Chefs hatten sich im Prinzip auf die Gründung eines “Recovery Fonds” geeinigt. Die Details stehen jedoch noch aus, man will auf einen Vorschlag der EU-Kommisson warten.

Kommissionschefin von der Leyen will ihn am 6. Mai vorlegen, doch es könnte auch später werden. Vor allem in Den Haag und Berlin gibt es massive Widerstände. Kanzlerin Merkel fordert zudem eine Vorabstimmung.

Wenn sich das Konjunkturprogramm verzögert, könnten die Anleger nervös werden. Italien, aber auch Griechenland und Spanien, dürften dann schnell Probleme bekommen. Noch ist der Ausblick bei Fitch stabil – doch wie lange noch?

Und wie lange noch will die EU bzw. die Eurozone ihr Schicksal von Ratings made in USA abhängig machen?

Siehe auch “Spreads für Italien steigen – Merkel verunsichert”