“Paperology”

Na also! Wie bereits gestern in diesem Blog vermutet, gab es tatsächlich zwei widersprüchliche Vorlagen für die Eurogruppe zu Griechenland. Dahinter verbirgt sich ein Machtkampf zwischen Berlin und Brüssel.

Die Vorlage von Währungskommissar Moscovici kam der neuen Regierung in Athen weit entgegen; sie war offenbar mit Finanzminister Varoufakis abgestimmt.

Die Vorlage von Eurogruppenchef Dijsselbloem hingegen schreibt das umstrittene Hilfs-PROGRAMM fort. Kein Wunder, dass Varoufakis nicht zustimmen wollte.

So weit, so klar. Unklar ist aber immer noch, wieso das Mosco-Papier nicht einmal diskutiert wurde. Gab es Pressionen, z.B. aus Berlin? Wieso redet Moscovici nicht?

Auf Nachfrage sagte die EU-Kommission lediglich, sie wolle keine “Paperology” betreiben. Dabei geht es hier offenbar um einen neuen Machtkampf um die Eurokrise.

Wenn nicht alles täuscht, hat Brüssel – bzw. die moderate Fraktion in Brüssel – diesen Kampf verloren. Berlin hingegen – bzw. die Hardliner um Schäuble – haben ihn gewonnen.

Bleibt die Frage, wie Griechenland mit dieser neuen Lage umgeht. Angeblich bereitet sich Athen aufs Einlenken vor. Derweil droht Schäuble: “Am 28., 24.00 Uhr, is over”…

 

 

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