Neues vom Wirtschaftskrieg (61): Crash-Angst an der Wall Street

Der Wirtschaftskrieg zieht immer weitere Kreise. US-Präsident Biden nähert sich Saudi-Arabien an – er braucht Öl. Mehrere russische Oligarchen klagen gegen die EU-Sanktionen. Und an der Wall Street geht die Crash-Angst um.

  • An der Wall Street herrscht Alarmstimmung. Den Spitzenbankern in den USA wird offenbar langsam mulmig, wenn sie auf die wirtschaftliche Entwicklung schauen. Bereits am Mittwoch hatte JPMorgan-Chef Jamie Dimon (66) vor einem aufziehenden „Hurrikan“ gewarnt. „Der Wirbelsturm ist da draußen und er kommt auf uns zu“, sagte der CEO der größten Bank der USA angesichts einer drohenden Rezession. Nur einen Tag später äußerte sich der zweithöchste Manager des Rivalen Goldman Sachs mindestens ähnlich alarmiert. – Die Aktien sind überbewertet, eine Korrektur war schon vor dem Krieg überfällig. Die westlichen Sanktionen und die hohen Energiepreise haben die Lage nun vollends unberechenbar gemacht.
  • Oligarchen klagen gegen EU-Sanktionen. Russia’s oligarchs and industry are fighting back against Europe’s sanctions. At least 20 of Russia’s most powerful magnates are filing cases against the European Union to unfreeze their assets and unblock their visas. Among them is Roman Abramovich, former owner of Chelsea football club, who was sanctioned in March for allegedly benefiting from his close ties to President Vladimir Putin. A list of filings of the EU’s second highest tribunal, the General Court, shows a host of names that overlap with the list of sanctioned individuals that the Council of the EU has drawn up. There are also several anonymized court cases that could involve more oligarchs. – Wurde eigentlich schon einmal die „Nähe“ zu Putin nachgewiesen?
  • Vor dem Hintergrund dramatisch hoher Energiepreise erwägt US-Präsident Joe Biden nach eigenen Worten einen Besuch in Saudi-Arabien – ungeachtet seiner Kritik an Menschenrechtsverstößen im Königreich. „Ich bin nicht sicher, ob ich gehe“, sagte Biden am Freitag in Rehoboth im US-Bundesstaat Delaware. „Ich habe im Moment keine direkten Pläne. Wir schauen uns das an.“ Die „New York Times“ berichtete dagegen unter Berufung auf Regierungskreise, Biden habe bereits beschlossen, nach Riad zu reisen. Er werde dort auch den hoch umstrittenen Kronprinzen Mohammad bin Salman treffen. – Das wäre der geopolitische und moralische Offenbarungseid für Biden. In Venezuela ist er schon eingeknickt…