Neues vom Wirtschaftskrieg (284) – Russlands Ölexporte brechen ein
US-Finanzminister Bessent kritisiert EU-Sanktionen – “sie haben versagt”. Der Ölpreisdeckel ist tot, sagt ein Insider. Und Russlands Ölexporte brechen ein, die US-Sanktionen zeigen Wirkung.
- Russlands Ölexporte brechen ein. Seit die USA im Oktober Rosneft und Lukoil – Russlands zwei größte Ölkonzerne – auf die Sanktionsliste setzten, bricht der Export von Erdöl auf dem Seeweg ein. Wie Bloomberg berichtet, sanken die Lieferungen bereits seit fünf Wochen. Seit Mitte Oktober sollen es immerhin 530.000 Barrel pro Tag weniger sein. (…) Der Preis für russisches Rohöl der Sorte Ural aus dem Baltikum fiel auf nur noch 46,37 US-Dollar pro Barrel. Gleichzeitig mussten Exporteure indischen Raffinerien Angebote machen, die so günstig waren wie seit mindestens zwei Jahren nicht mehr. (telepolis) – US-Präsident Trump hat offenbar einen für Russland schmerzhaften Hebel gefunden. Er beschneidet Russlands Einnahmen aus dem Ölgeschäft und sichert den US-Multis neue lukrative Geschäfte. Die Folge: Russland klammert sich noch mehr an China…
- Der Ölpreisdeckel ist tot. If the EU, UK and the US are serious about curtailing Russian revenue, it’s time they drop the Oil Price Cap. What was conceived as a mechanism to constrict Russia’s war funds has been superseded by more compelling measures – such as the US sanctions against Lukoil and Rosneft. Rather than relying on half-measures like the OPC, Ukraine’s allies should simply ban G7 services for Russian oil. (Euractiv) – Die EU würde das nie eingestehen, denn dann müßte sie ja auch ihre Maßnahmen gegen die Schattenflotte für gescheitert erklären. Diese Maßnahmen wurden im letzten Sanktionspaket erneut verschärft. Sie werden gebraucht, um die Ostsee zu überwachen – übrigens auch von der Nato…
- US-Finanzminister kritisiert EU-Sanktionen. In einem Interview mit NBC News sprach US-Finanzminister Scott Bessent über die aktuelle wirtschaftliche Lage der Vereinigten Staaten, den Ukraine-Krieg und die Sanktionen der EU, die er als Fehlentscheidung bezeichnete. „Die Europäer sagen mir: ‚Oh, wir machen unser 19. Sanktionspaket.‘ In meinen Augen, wenn man es schon 19-mal macht, hat man versagt“, erklärte Bessent. Stattdessen lobte er Trumps Wirtschaftssanktionspaket gegen Indien, das russisches Öl ins Visier nahm. (Berliner Zeitung) – Bessent wurde in Brüssel nicht erhört: Die EU plant schon das 20. Sanktionspaket – die EU-Kommission glaubt, dass sie so “den Druck erhöht”…
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Arthur Dent
26. November 2025 @ 13:06
Es ist noch nicht lange her, da kauften die Amis selbst russisches Öl. Naja, die haben ja noch Venezuela als Reserve.
In Europa kann ja überall mit Strom fahren, wenn man will.
Ohne Erdöl gibt’s auch keine Kunststoffe – unverzichtbar z.B. in der modernen Medizin.
Da wird demnächst wieder gejammert werden in der EU.
Dann wird man wieder versuchen, eigene Lieferketten aufzubauen…
Aber nur mit dem Mund.
KK
26. November 2025 @ 16:29
Frei nach Marie-Antoinette:
Wer kein Erdöl hat, soll halt mit Frittenfett fahren 😉
Erneuerung
26. November 2025 @ 11:34
Wer 20 Sanktionspakete erlässt und fetstellen muss, dass die vorrangig die eigene Wirtschaft schädigen, der sollte nochmal zur Schule gehen, Mathematik 1. Klasse. Natürlich schadet es Russland, wenn es sein Öl nicht verkaufen kann, aber es schadet auch den Wertewesten, und wie es scheint, deutlich mehr, zumindest wenn man den Frontverlauf und die westlichen Wirtschaften betrachtet, incl. Staatsverschuldung,….
Monika
26. November 2025 @ 11:13
Trump, Bessent und Co. verfahren ganz nach dem Motto: Nicht lieben, sondern fürchten sollen sie uns… HoHoHo.
Da kommt Krampus Trump mit der Zollrute und züchtigt weltweit alle “bösen Buben”. Den braven Uschis bringt er vergiftete Geschenke und am Ende des Jahres stehen allein die US-Multis in verstrahlter Schönheit auf dem Börsenparkett….Was für eine liebenswerte Jahresendzeit-Tradition.
All die soft power,die sich die USA nach dem Krieg in Europa aufgebaut haben, werfen sie gerade mit beiden Händen und in hohem Bogen mit größter Begeisterung an sich selbst in den Dreck. Sie fühlen sich so dermaßen “sicher” in ihren Kostümen, dass eine Entzauberung ihrer Rollen für sie einfach unvorstellbar ist. Dass desillusionierte Untertanen zwar noch eine zeitlang unter Kuratel gehalten werden können, aber nie wieder “richtig funktionieren”, das entgeht ihnen in ihrer Selbstüberschätzung.
Helmut Höft
26. November 2025 @ 10:16
Okay, okay, der Reihe nach:
1. Botschaft an die €U: „Sanktioniert mal schön“ – wir halten uns erstmal weitgehend raus, es geht ja gegen euch(!)
2. Uiui, Russland ist ein währungssouveräner Staat, hat alles und zahlt alles im Inland mit Rubel (wer hätte das gedacht – das bisschen Chips, die der Iwan braucht gibt’s beim Dealer umme Ecke)
3. Jetzt wird’s dem Obernarziss dann doch zu bunt (nicht vergessen, er ist [ziemlich] sicher in Putins Hand, Tapes, Files, Dokumente …), zagthaft geht er jetzt vor: Einerseits Lukoil & Rosneft – und Indien, die können sich schlecht wehren – und andererseits: „Schau, Wladimir, isser nicht schön, mein maßgeschneiderter Friedensplan für dich?“ Wer wettet 50 €urocent auf Trumps Frieden?
Schlussfrage (für einen Freund): Führt Russland tatsächlich Krieg gegen die Ukraine mit USD? Das hat nix mit MMT zu tun, das hat Michał Kalecki schon in den 1940-igern dieser vorweggenommen! Beispiel: https://de.wikipedia.org/wiki/Micha%C5%82_Kalecki#Wege_zur_Vollbesch%C3%A4ftigung
c.c.: Der Böse muss ignoriert werden – schickt die Bösen nach Hause, sofort! Diese €U ist aufzulösen und durch eine republikanische EU zu ersetzen! Die Folgen sind vom Bürger zu tragen, so oder so!