“Ehe für alle” soll EU-weit gelten – auch da, wo sie nicht gilt
Die “Ehe für alle” – also auch für Homosexuelle – gibt es längst nicht in allen EU-Staaten. Dennoch soll sie überall gelten. Das entschied der EuGH in Luxemburg. Ein EU-Staat müsse die Ehe zweier gleichgeschlechtlicher EU-Bürger anerkennen, wenn diese ihre Ehe rechtmäßig in einem anderen EU-Land geschlossen haben, so die Richter. Es ging um den Fall zweier polnischer Männer, die in Deutschland geheiratet hatten und ihre Ehe anschließend in Polen registrieren lassen wollten. Die polnischen Behörden lehnten dies ab, weil dort Ehen zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren nicht erlaubt sind. Doch das ist nun egal – offenbar genügt schon ein Land, damit die “Ehe für alle” EU-weit gilt. – Wenn das Schule macht, können alle nationalen Regeln ausgehebelt werden, nun auch im bürgerlichen Recht…
P.S. Dieses Urteil könnte auch den Hochzeits-Tourismus ankurbeln – vielleicht wollen noch mehr Osteuropäer in Deutschland heiraten (während die Deutschen immer weniger heiraten)?
🇪🇺high court ruled today EU countries must recognise same-sex marriages conducted by other member states in their national law.
— Dave Keating (@DaveKeating) November 25, 2025
Big implications to the ruling, which could mean that gay people living in Eastern EU simply need to have a ceremony in the west to be married at home. pic.twitter.com/jmZfJFaZCu

Txaman
27. November 2025 @ 17:48
Die Ehe ist nicht für jeden der richtige Weg – und das ist völlig in Ordnung. Andere wiederum träumen ihr ganzes Leben davon, diesem besonderen Menschen das Jawort zu geben. Und genau dann sollte allein eines zählen: dass zwei Herzen füreinander schlagen. Wen man letztlich an seiner Seite hat, mit wem man die Trauringe tauscht, spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass es glücklich macht – tief, ehrlich und von ganzem Herzen.
KK
26. November 2025 @ 01:25
Dann wird es ratsam sein, in den Ländern, in denen solche Hochzeiten geschlossen werden können, schon mal Reis zu bunkern, der könnte knapp werden :-)))
OK, Erweitern wir das auf ggf. bald irgendwo erlaubte Polygamie, weil vielleicht dort Männer oder Frauen knapp sind – was wäre damit?
Oder: in manchen EU-Mitgliedsstaaten ist zB das Waffenrecht recht lax – heisst dass, wenn ich dort legal eine Waffe erworben hätte, dürfte ich sie dann in der ganzen EU legal besitzen? Wo fängt das an, wo hört das auf?
Eric Bonse
26. November 2025 @ 10:07
Die Richter folgen EU-Recht. Entscheidend ist daher, was die EU-Kommission will. Die Richter sorgen dann bei Klagen dafür, dass es überall gilt – selbst wenn es gegen die Sitten und Gebräuche in diversen, z.B. katholischen, EU-Ländern verstößt. Nennt sich “Einheit in Vielfalt” 🙂
Monika
26. November 2025 @ 10:18
Grübel … werter Ebo muss es nicht heissen „Vielheitige Einfalt“ ?
KK
26. November 2025 @ 14:25
@ ebo:
“Entscheidend ist daher, was die EU-Kommission will. Die Richter sorgen dann bei Klagen dafür, dass es überall gilt”
Will heissen, dass die EU-Richter eben nicht nur an Recht und Gesetz, sondern in erster Linie an den Willen der Kommission gebunden sind? Ist das noch Rechtstaatlichkeit?
Arthur Dent
25. November 2025 @ 23:56
Die Zusammenarbeit der Länder innerhalb der EU beruht auf Gleichberechtigung und Freiwilligkeit – lang ist es her. (Kann man schon irgendwo seinen Goldfisch heiraten)?
KK
26. November 2025 @ 01:26
“Kann man schon irgendwo seinen Goldfisch heiraten”
Nur, wenn Sie einen Finger am Goldfisch finden, dem sie den Ring anstecken können 😉
Michael
25. November 2025 @ 18:13
Irgendwie habe ich immer öfter das Gefühl die Heteros seien eine kleine Minderheit!? Können nicht Hetero und LGBTQI+ ganz einfach Mainstream sein und damit dieses ewige Geschwätz und Getue aufhören!?
Eric Bonse
25. November 2025 @ 18:52
Da Problem sind nicht die LGBTQ+, sondern EU-Politiker und Richter, die versuchen, nationales Recht auszuhebeln. In der Slowakei soll das (neue, immer extensiver ausgelegte) EU-Recht sogar die Verfassung ausstechen, in der schlicht und einfach festgehalten ist, daß es Männlein und Weiblein gibt und keine weiteren Geschlechter…
Monika
26. November 2025 @ 10:24
Aber ts-s-s, ebo, sie dürfen doch nicht die GÖTTER vergessen, die das EU-Recht schafft! Die müssen über jedem geschlechtlichen Gedöns stehen. Die sind als direkte Abkömmlinge des Kapitals selbstredend „neutral“ und damit über jede politische oder gesellschaftliche Polarität erhaben…
Helmut Höft
26. November 2025 @ 10:51
Ja, das ist das Problem, und schon seit Jahrzehnten: Eine neoliberale Agenda wird von hinten durch die Brust ins Auge vorangetrieben!! 🙁
Erneuerung
25. November 2025 @ 17:37
Aus „Deutschland schafft sich ab“ wird „Europa schafft sich ab“, nicht nur in dieser Sache. Selbstverständlich hat jeder Mensch das Recht, sich seinen Lebenspartner auszusuchen, aber eine Ehe ist eine Verbindung zwischen Mann und Frau mit der natürlich gegebenen Option, eigenen Nachwuchs zu zeugen. Aber ja, Nachwuchs wird ja nicht mehr gebraucht, den kann man importieren, da braucht es auch keine Förderung mehr. Dass viele Fachkräfte der Vergangenheit ihre Leistungsfähigkeit in funktionierenden Familien mit Mann, Frau und Kind(ern) erworben haben, spielt keine Rolle mehr. Ohne das Haus einer Familie mit unterschiedlichen Geschlechtern aufwachsende Kinder können sicher genauso leistungsfähig sein, ist die Agenda. Das mag im Einzelfall stimmen, das bewährte Familienbild abschaffen, wie es auch die Medien und Brüssel aktiv tun, halte ich für kontraproduktiv.
KK
26. November 2025 @ 01:32
Eine Ehe ist vor allem ein Konstrukt mit weitreichenden rechtlichen, gesellschaftlichen und letztlich auch fiskalischen Folgen – warum sollte ein Land darüber nicht selbst bestimmen können, wem es diese Rechte und Pflichten einräumen bzw. zumuten möchte? Wenn man das konsequent weiterstrickt wird sich das letztlich auch auf das Adoptionsrecht in diesen Ländern auswirken müssen.