Botenga vs. Glucksmann: Harter Schlagabtausch zur Aufrüstung

Das Europaparlament hat über das EU-Rüstungsprogramm EDIP abgestimmt – und “Ja” gesagt. Der Beschluss sieht auch Ausnahmen von den Arbeitszeitregeln für Beschäftigte von Waffenschmieden vor. Deshalb kam es zu einem harten Schlagabtausch.

Der belgische Abgeordnete M. Botenga von der “Partei der Arbeiter” PTB warf der EU einen frontalen Angriff auf die Arbeiterrechte vor – und wandte sich danach direkt an den französischen Sozialisten R. Glucksmann.

Glucksmann trage die Maßnahmen mit und verrate damit einmal mehr die Arbeiterklasse, sagte Botenga in einer verbalen Attacke, die an die Wortgefechte zwischen Kommunisten und Sozialisten vor dem 1. Weltkrieg erinnert.

Nach dem neuen Rüstungsplan, für den Glucksmann der parlamentarische Berichterstatter war, müssten die Beschäftigten in Waffenfabriken mehr als 13 Stunden pro Tag und mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten, so Botenga.

Dabei sei die Aufrüstung jetzt schon ein “Jackpot” für die Unternehmen und ihre Aktionäre – dank des Krieges um die Ukraine. “Was für ein Verrat, Hand in Hand mit den Rechten”, griff Botenga an französischen Sozialisten an.

“Warum attackieren Sie die Arbeiter, warum gehen Sie nicht selbst in den Krieg”, schloß er seine Tirade. So etwas habe ich in 20 Jahren in Brüssel noch nicht erlebt…

P.S. Nicht nur der linksradikale – manche sagen auch: kommunistische – PTB, sondern auch die Gewerkschaften wehren sich gegen den Angriff auf die Arbeitnehmerrechte. Mehr dazu hier