Botenga vs. Glucksmann: Harter Schlagabtausch zur Aufrüstung
Das Europaparlament hat über das EU-Rüstungsprogramm EDIP abgestimmt – und “Ja” gesagt. Der Beschluss sieht auch Ausnahmen von den Arbeitszeitregeln für Beschäftigte von Waffenschmieden vor. Deshalb kam es zu einem harten Schlagabtausch.
Der belgische Abgeordnete M. Botenga von der “Partei der Arbeiter” PTB warf der EU einen frontalen Angriff auf die Arbeiterrechte vor – und wandte sich danach direkt an den französischen Sozialisten R. Glucksmann.
Glucksmann trage die Maßnahmen mit und verrate damit einmal mehr die Arbeiterklasse, sagte Botenga in einer verbalen Attacke, die an die Wortgefechte zwischen Kommunisten und Sozialisten vor dem 1. Weltkrieg erinnert.
Nach dem neuen Rüstungsplan, für den Glucksmann der parlamentarische Berichterstatter war, müssten die Beschäftigten in Waffenfabriken mehr als 13 Stunden pro Tag und mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten, so Botenga.
Dabei sei die Aufrüstung jetzt schon ein “Jackpot” für die Unternehmen und ihre Aktionäre – dank des Krieges um die Ukraine. “Was für ein Verrat, Hand in Hand mit den Rechten”, griff Botenga an französischen Sozialisten an.
“Warum attackieren Sie die Arbeiter, warum gehen Sie nicht selbst in den Krieg”, schloß er seine Tirade. So etwas habe ich in 20 Jahren in Brüssel noch nicht erlebt…
P.S. Nicht nur der linksradikale – manche sagen auch: kommunistische – PTB, sondern auch die Gewerkschaften wehren sich gegen den Angriff auf die Arbeitnehmerrechte. Mehr dazu hier

Monika
26. November 2025 @ 11:48
Was ist der eklatante Unterschied zwischen Kommunisten und Sozialisten?
Die Kommunisten meinen es -zunmindest theoretisch- ernst mit der Vergesellschaftung von Volksvermögen, Boden und Bodenschätzen sowie der Gleichwertigkeit der Menschen. Während der Sozialist immer den “Dritten Weg” sucht und damit die Besserstellung Weniger über die Vielen. Aus “besten Absichten” heraus natürlich und nur “zum Besten” der Unbedarften, die auf Grund ihrer Unbedarftheit eben nicht zu viel Zugriff auf die “gemeinsam” erwirtschafteten Kapitalia haben dürfen.
Erneuerung
26. November 2025 @ 08:43
Ich bin in der DDR aufgewachsen und Honecker war insgeheim mein Feind, da eine Agenda gegen die Menschen durchgesetzt wurde, was natürlich der größte Fehler war, China macht es anders.
Ein Satz von Honecker kurz vor seinem Ende allerdings hat sich in mein Gehirn eingebrannt: „Der Sozialismus kommt wieder“.
Wenn die geistig minderbemittelten Euroführer so weiter machen, geht das schneller, als sie ihr Koksröhrchen weglegen können, denn was bleibt denn noch im Wertewesten erstrebenswert, wenn das Leben nur noch aus Arbeit und Krieg besteht?
KK
26. November 2025 @ 01:37
„…die an die Wortgefechte zwischen Kommunisten und Sozialisten vor dem 1. Weltkrieg erinnert.“
Warum sollte es vor dem 3. Weltkrieg anders sein als vor dem 1.?
Alles wiederholt sich!
Alles wiederholt sich!
Arthur Dent
25. November 2025 @ 23:49
Man muss Mörder Mörder nennen und Blutsauger Blutsauger! Kapitalistische Blutsauger und neoliberales Gesindel.
Ich hab mittlerweile die Hoffnung, dass der Plan, in den die Europäer wieder mit „hineinverhandeln“, gar nicht der eigentliche Plan ist. Der eigentliche Friedensplan wird vielleicht ganz woanders verhandelt. Der andere war nur Beschäftigungstherapie für die kriegstüchtigen Europäer.
Thomas Damrau
25. November 2025 @ 18:51
Das bestätigt mal wieder meinen (möglicherweise paranoiden) Eindruck, dass die EU Putin insgeheim dankbar ist, dass er mit seiner „völkerrechtswidrigen Vollinvasion der Ukraine” eine Zeitenwende – oder präziser eine Prioritätenwende – herbeigeführt hat.
(Den Begriff “Vollinvasion” habe ich beim DLF aufgeschnappt, ohne ihn zu verstehen. Hat jemand eine Idee?)
Seit Februar 2022 wird nicht nur zurückgeschossen. Es entsteht auch Kollateralnutzen:
— Die hirntote NATO (Macron) weiß wieder, wozu sie gut sein könnte, wenn Trump nicht ständig für Verunsicherung sorgen würde …
— Lästige Themen, wie Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit oder Wohnungsnot scheinen angesichts des lauernden russischen Bären Petitessen – Themen, für die die EU-Regierungen eh keine Lösung entwickeln wollen und gegen das Finanzkapital auch nicht können.
— Das (implizit) verhängte Kriegsrecht erlaubt es, einige Schweinereien durchzuziehen, die unter normalen Umständen einen Sturm der Entrüstung entfesselt hätten. Dazu gehören die im Artikel beschriebene Schleifung des Arbeitsrechts, weiterer Sozialabbau, Goodys für die Kumpels in der Rüstungsindustrie etc.
— Man hat wieder eine Zukunftsvision: Panzer hat PKW.
Also eine klassische Win-Win-Lose-Situation (Regierung – Aktionäre – Bevölkerung).
Helmut Höft
26. November 2025 @ 10:43
“Vollinvasion”? Besoffen in die Haustüre fallen? Oder so ähnlich …?
Apropos “lästige Nebenthemen”, z. B. die Rente nach 2031: Jetzt wissen wir auch, warum die Politniki und die NATO versprechen: “2029 kommt Putin!” danach geht’s dann nur noch um Kriegswaisenrenten, Kriegerwitwenrente, Kriegerversehrtenbrente …
Soll mal einer sagen, die Politik hätte keine Strategie … Mist, jetzt hab’ ich die Tastatur vollgek
Monika
26. November 2025 @ 11:37
Lieber Thomas: VOLLinvasion … Das ist gegenüberzustellen der SOFTinvasion, nicht etwa der “TEILinvasion”.
Während die gemeine Vollinvasion sozusagen eine Operation ohne Betäubung darstellt, ist die Softinvasion wesentlich schonender und gründlicher. Solange die Narkose des intravenösen Geldflusses anhält, spürt der auserkorene Staat das dicke Ende der Invasion noch nicht. Dafür umso bitterer dann die Erkenntnis ganz “klassisch” imperialistisch der “Seele” und des “Herzens” beraubt worden zu sein.
Thomas Damrau
26. November 2025 @ 19:54
@Monika
Danke für die Erklärung – klingt schlüssig …
Pjotr
25. November 2025 @ 18:48
„… warum gehen Sie nicht selbst in den Krieg”
Das sage ich inzwischen auch allen geschichtsvergessenen Bellizisten.
Michael
25. November 2025 @ 14:48
Warum nur bin ich in keinster Weise überrascht?