Neue EU-Regel: Millionen verlieren ihren Impfstatus

Die EU spricht von “Harmonisierung” und “Erleichterung bei Reisen”. Doch mit den neuen Regeln zum EU-Impfzertifikat verlieren Millionen EU-Bürger ihren Impfstatus – die Begründung ist empörend.

Die EU-Zertifikate sind seit Dienstag (1. Februar) nur noch neun Monate gültig. Nach Ablauf dieser 270 Tage werden Reisende wie Ungeimpfte behandelt, wenn sie nicht geboostert sind.

In der Praxis bedeutet dies, dass Millionen EU-Bürger, die im Frühjahr 2021 ihre zweite Impfung erhalten haben, über Nacht als “ungeimpft” gelten.

Wenn sie innerhalb der EU reisen wollen, benötigen sie einen negativen Test – der bei der Rückreise erneut durchgeführt werden muß. “Reisen ohne Booster wird schwieriger”, fasst n-tv die neue Lage zusammen.

Das ist keine unerwünschte Nebenwirkung, sondern volle Absicht. Die neue Regel “unterstreicht die Wichtigkeit, eine Booster-Impfung zu bekommen”, erklärte EU-Justizkommissar Didier Reynders. 

Das ist empörend. Schließlich hatte die EU vor einem Jahr versprochen, dass man mit zwei Impfungen “vollständig” geschützt sei. Zudem wollte sie das Reisen erleichtern.

Nun hat sie es für viele Menschen deutlich erschwert. Und auf eine offizielle Erklärung, warum die Impfungen nun nicht mehr ausreichen, warten wir auch noch immer.

Selbst die versprochene Harmonisierung ist gescheitert. Theoretisch soll seit dem 1. Februar zwar das EU-Zerifikat für Reisen ins EU-Ausland ausreichen.

Doch in der Praxis verlangen viele Staaten immer noch einen negativen Test – auch von “Geboosterten”. Kurz: das Chaos ist komplett, die Versprechen werden nicht eingehalten…

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