Macron makes EUrope (look) great again

Et voilà, der Macron-Hype zeigt Wirkung. Nachdem der neue französische Staatschef von den Medien hochgejubelt wurde, erobert er nun auch den EU-Gipfel im Sturm. Vor allem Kanzlerin Merkel kommt das gelegen.

Der französische Pressesaal war überfüllt, jeder wollte den neuen Gipfel-Star sehen. Doch was Macron bei seiner ersten Pressekonferenz in Brüssel sagte, war alles andere als überraschend.

“Hand in Hand mit Deutschland” wolle er arbeiten, sagte der liberale Franzose. Die EU müsse ihre Bürger besser schützen und strengere Regeln für entsandte Arbeitnehmer aus Osteuropa einführen.

Genauso hätte es auch Macrons Ziehvater Hollande sagen können. Doch der wäre dafür nicht als “Gipfelstürmer” (SPON) gefeiert worden, sondern als lahme protektionistische Ente.

Was hat sich geändert? Nun, die EU war es leid, sich allein von Kanzlerin Merkel führen zu lassen. Merkel wiederum braucht die “Kreativität” aus Paris, um sich ein frisches Image zu verschaffen.

EUropa soll wieder sexy werden – und da kommt der jung-dynamische Franzose wie gerufen. Die “Macron-Mania” (Politico), die in Paris längst wieder verfolgen ist, wird in Brüssel dringend gebraucht.

Da ist es nicht so wichtig, dass Macrons Regierung schon wieder umgebildet wurde und fast nur noch Nobodys enthält. Wichtiger ist, dass die EU endlich wieder einen “Star” hat, mit dem Merkel “kann”.

Allerdings beschränken sich die Gemeinsamkeiten bisher vor allem auf symbolische Gesten. Von den versprochenen deutsch-französischen Initiativen ist bei diesem Gipfel (noch) nichts zu sehen.

Bei Rüstung und Verteidigung üben Macron und Merkel zwar den Schulterschluss (“En marche zur Militarisierung”). Doch das war unter Hollande nicht anders. Der “historische” Durchbruch war längst geplant.

Aber was  macht das schon? Beim ersten Auftritt von “Mercron” geht es nicht um Substanz, sondern um Symbole. “Make EUrope look great again”, so die unausgesprochene Devise. Das immerhin wurde erreicht.

Den Nutzen dürfte vor allem Merkel haben – denn sie kann sich nun im Wahlkampf in Macrons Ruhm sonnen. Nach der Wahl wird man sehen, ob sie ihrem neuen Juniorpartner tatsächlich entgegen kommt…

Siehe auch “Eliten feiern fragile Einheit” und “Alles über Macron – ohne den Hype”

 

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