Jetzt ist es “unser” Krieg, Sanktionen zur Unzeit – und Sanchez wehrt sich
Die Watchlist EUropa vom 25. April 2026 – heute mit der Wochenchronik. Die Themen: Der EU-Gipfel auf Zypern und die deutsche Aufrüstung, das 20. Sanktionspaket gegen Russland und die Energiekrise sowie dicke Luft in der Nato
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Zwanzig Sanktionspakete gegen Russland – aber keine einzige Sanktion gegen Israel. 90 Milliarden Euro für die Ukraine – aber kein EU-Geld für Bürger, die gegen die explodierenden Energiekosten und die steigenden Lebenshaltungskosten kämpfen.
Das waren die wichtigsten EU-Entscheidungen der letzten Woche. Möglich wurden sie, weil der “Störer” Orban den Weg frei gemacht hat. „Endlich ein Treffen ohne Russland“, jubelte Polens Tusk beim EU-Gipfel auf Zypern.
Thema Nummer eins war die Ukraine. Präsident Selenskyj war extra angereist, um mit merkwürdig heiserer Stimme und wirrem Blick den “historischen” Kriegskredit für sein Land zu feiern und einen schnellen EU-Beitritt zu fordern.
Pistorius prescht vor
Weitere Themen waren die Beistandsklausel im EU-Vertrag und das künftige Mehrjahresbudget. Entscheidungen wurden keine getroffen. Wohin die Reise geht, haben die EU-Chefs nicht verraten – sie wissen es wohl selbst nicht.
Nur ein Ziel haben sie klar vor Augen: die Ukraine für mindestens zwei weitere Jahre gegen Russland zu rüsten – und sich auf einen großen Krieg in EUropa vorzubereiten, der wenn nötig auch ohne die USA geführt werden soll.
Eine besonders prominente – und problematische – Rolle übernimmt dabei Deutschland. Das größte EU-Land will nicht nur die größte konventionelle Armee Europas haben, womit es in Konkurrenz zu Polen und Frankreich tritt.
Russland als Feind
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Verteidigungs- bzw. Kriegsminister Pistorius hat nun auch Russland ganz offiziell um Feind erklärt – so steht es in seiner neuen Militärdoktrin. Russland müsse abgeschreckt, die Ukraine zum Bollwerk ausgebaut werden.
Jetzt ist es “unser” Krieg” – so die bittere Botschaft aus Berlin und Brüssel bzw. Nikosia. Allerdings müssen “wir” nicht kämpfen – dafür schicken wir die Ukraine vor. Bis auf Weiteres bleibt es also ein Stellvertreterkrieg…
Meine two Cents: Mein Krieg ist es nicht, viele Deutsche dürften ähnlich denken. Doch sie werden nicht gefragt. Mit ihrer Ukraine- und Russland-Politik legen die deutschen Politiker eine unglaubliche Arroganz an den Tag, die sich als fatal erweisen könnte – wie so oft in der deutschen Geschichte…
P. S. “Ukraine Is Europe’s War Now”, schreibt das “Wall Street Journal”. Da lag ich ja nicht so falsch. Allerdings hatte ich meinen Blogpost geplant, noch bevor ich das Blatt des US-Kapitals gelesen hatte… 😁
Was war noch?
Energie–Sanktionen zur Unzeit. Die EU setzt ihre nächste Sanktionsstufe gegen Russland um – ausgerechnet in einer Phase, in der die globalen Gasflüsse ohnehin unter Druck stehen. Wie Bloomberg berichtet, verbietet die EU ab dem 25. April den Import von russischem Flüssigerdgas (LNG), das über kurzfristige Verträge mit weniger als einem Jahr Laufzeit gehandelt wird. Der Kauf auf dem Spotmarkt ist bereits seit dem 18. März untersagt. – Das Verbot kommt zur Unzeit – die Gasspeicher sind ohnehin schon leer, die Preise steigen, neben der Gas- haben wir auch noch eine Ölkrise. Das hindert die EU aber nicht, gleich das nächste Sanktionspaket anzukündigen…
Spanien wehrt sich gegen Nato-Rauswurf. Angesichts von Berichten über angebliche US-Pläne für eine Suspendierung der Nato-Mitgliedschaft Spaniens hat Regierungschef Sánchez die Bündnistreue seines Landes betont. „Die Haltung der spanischen Regierung ist klar: absolute Zusammenarbeit mit den Verbündeten“, sagte er beim EU-Gipfel in Zypern. Er schränkte jedoch ein, diese Zusammenarbeit könne nur „im Rahmen des internationalen Rechts“ erfolgen. Sánchez ist einer der schärfsten Kritiker in Europa des amerikanisch-israelischen Kriegs gegen den Iran.
Der Euro-Michel rechnet mit der EU-Chefin ab. Der frühere EU-Ratspräsident Michel hat eine vernichtende Bilanz seiner Jahre mit Kommissionschefin von der Leyen gezogen. Die CDU-Politikerin sei nicht nur selbstherrlich und pflege einen autoritären Führungsstil. Sie habe auch ihr Kommissarsteam entmachtet und ihre eigentlichen Aufgaben vernachlässigt. “There is a super authoritarian governance,” so Michel. “Commissioners have absolutely no role anymore.” – Mehr hier
Die meistgelesenen Beiträge der Woche:
“Diplomatie fehlt”: Merkel verreißt die Ukraine-Politik der EU
Die frühere Bundeskanzlerin Merkel hat eine aktive Rolle der EU bei Verhandlungen mit Moskau zur Beendigung des Krieges um die Ukraine angemahnt. Die Diplomatie fehle.
Merz, Macron und Starmer: Nie waren die “E3” so unbeliebt
Frankreichs Staatschef Macron war schon lange unbeliebt. Kanzler Merz war nie wirklich beliebt. Nun rutscht auch noch der britische Premier Starmer in die Krise. Die “E3” – Deutschland, Frankreich und Großbritannien – erleben den Niedergang ihrer Führungseliten.
Von der Leyen hat zu viel Macht – sie will noch mehr
Der frühere EU-Ratspräsident Michel hat die immer noch amtierende EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen beschuldigt, zu viel Macht in ihren Händen zu vereinen und dabei ihre eigentlichen Aufgaben – den Binnenmarkt und die Wirtschaft – zu vernachlässigen. Zu ähnlichen Schlüssen kommt nun die Nachrichtenagentur Bloomberg.
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26. April 2026 @ 00:12
“Energie–Sanktionen zur Unzeit.”
4 Jahre nun diese 2,5 – 3-fachen Gasrechnungen und das trotz erheblich abgesenkter Raumtemperatur, mithin ca. 1200 eingesparten Kilowattstunden laut letzter Abrechnung ggü. eigentlich eingeplantem Verbrauch und das inkl. Warmwasser.
Mehr geht nicht!
Volksversorgung und das Wohl des DEUTSCHEN Volkes mehren ist der Auftrag!
Tut dies endlich!
25. April 2026 @ 23:51
” “Commissioners have absolutely no role anymore.” ”
Um mit Rubio in D.C. die Tage ein MoU über Seltene Erden zu unterschreiben, hat es für den Handelskommissar aus der Slovakei und von Ficos Partei aber noch gereicht.
Sein Englisch war sogar eine Stufe über Oettinger…
25. April 2026 @ 14:39
Wenn der ehemalige Obergefreite aus der Friedensstadt Osnabrück den Krieg und die Kriegsertüchtigung so liebt, warum meldet er sich nicht freiwillig zum Fronteinsatz?
Reservisten sollen ja demnächst bis 70 verpflichtet werden können.
25. April 2026 @ 16:55
“…warum meldet er sich nicht freiwillig zum Fronteinsatz?”
Diese Art Leute halten sich selbst für so wichtig und unverzichtbar, dass sie selbstverständlich nicht an der Front verheizt werden dürfen. Wo kämen wir denn da hin?
25. April 2026 @ 11:22
Der “Euro-Michel” hätte seine Kritik anbringen müssen, als er noch Einfluss hatte! Das hätte uns ggf. ein zweites Regime von der Leyen erspart!
25. April 2026 @ 11:43
Er hat’s versucht, doch er drang nicht durch…
25. April 2026 @ 20:57
Nun, sich post officio und in retrospect über die eigene Vergangenheit auszulassen und alles auf die Formel „schwarz-weiß“ oder „right and wrong“ zurückzuführen ist billig! Nicht Leyen „oder“ Michel waren eine Katastrophe, sondern Leyen „und“ Michel !