IWF mahnt zu Sparsamkeit – aber nicht auf EU-Ebene

Der Internationale Währungsfonds hat die EU-Staaten davor gewarnt, angesichts der Energie- und Wirtschaftskrise zu viel Geld unters Volk zu streuen. Gleichzeitig fordert der IWF aber neue Schulden. Was soll das?

IWF-Chefin Kristalina Georgieva sagte im Brüsseler Thinktank Bruegel, trotz der Krise müsse der Kampf gegen die Inflation im Vordergrund stehen. Die EZB solle daher die Zinsen erhöhen, die Finanzminister sollten das Geld zusammenhalten.

Das dürfte Bundesfinanzminister Lindner erfreuen, der bekanntlich die Rückkehr zur Schuldenbremse plant. Das jüngste Entlastungs-Programm will der FDP-Mann weitgehend auf Kosten der EU bzw. der Energiekonzerne finanzieren.

Das dürfte jedoch nicht ausreichen, um durch den „heißen Herbst“ und den kalten Winter zu kommen. Die Entlastungen werden schnell verpuffen, doch die Krise wird lang. Was dann? Braucht die EU mehr Geld, um zu helfen?

Ja, sagt der IWF, nötig sei ein neues EU-Schuldenprogramm (eine „Fiskalkapazität“) nach dem Vorbild des Corona-Aufbaufonds. Doch wie passt das zu der Forderung, die Staaten sollten den Gürtel enger schnallen? Wird die EU zum Super-Staat?

Fragen über Fragen. Auch der IWF kann sie nicht beantworten. Klar ist nur eins: Die Kassen sind leer, in Berlin und Brüssel wird das Geld knapp. Neben der Wirtschafts- droht wahrscheinlich auch noch eine Finanzkrise…

Siehe auch „Fast wie in der Eurokrise“