Von der Leyen droht London mit Exportstopp

Wenn von der Leyen vor die Presse tritt, gibt es gute Nachrichten aus Brüssel. Doch für London klingen sie verdammt schlecht: Die EU-Kommission droht mit einem Exportstopp für Impfstoffe.

Alles läuft nach Plan. In der “Krise des Jahrhunderts” habe die EU-Kommission vorbildlich gehandelt, lobte sich von der Leyen. Dann zählte sie die Impfdosen auf, die die Pharmakonzerne schon nach EUropa geliefert haben.

Ganz vorn liegt natürlich Biontech/Pfizer – kein Wunder angesichts der Vorzugsbehandlung, die die deutsche Kommissionschefin dem deutschen Produzenten gewährt. Schlechte Noten gab es dagegen für AstraZeneca.

Die britisch-schwedische Firma sei im Verzug, so von der Leyen. So könne es nicht weitergehen. Wenn sich die Situation nicht ändere, müsse darüber nachgedacht werden, Exporte in Länder zu drosseln, die selber Impfstoffe produzieren.

Ihre Behörde werde nun prüfen, ob Exporte in Länder, die eine höhere Impfrate hätten als die EU, noch verhältnismäßig seien. Namen nannte sie nicht. Aber es ist klar, wer gemeint ist: Großbritannien und die USA.

Der britische “Guardian” reagierte prompt: “EU could block exports of vaccines to countries like UK”, meldete das Blatt. Vorher hatte sich schon die “Financial Times” über die “antibritische” Haltung der Deutschen beschwert.

Was eine gute Nachricht für Deutschland sein soll, wird offenbar nicht überall so empfunden. Von der Leyen führt die EU in einen Impfstoff-“Krieg”, den sie längst verloren hat. Doch PSSST – keiner soll es merken…

Siehe auch “Rivalität statt Solidarität: Die Geopolitik der Impfstoffe”