Große Angst vor Mini-Bots

Was passiert, wenn Italien seine Schulden nicht mehr zahlen kann? Eine mögliche Lösung wären neuartige staatliche Schuldscheine, so genannte Mini-Bots. Doch diese Idee stößt auf Widerstand. Nun hat sich sogar EZB-Chef Mario Draghi eingeschaltet.

Die Mini-Bots seien abzulehnen, erklärte Draghi. Denn sie seien entweder gleichbedeutend mit Geld – und damit illegal. Oder sie seien Schulden, dann wachse der Schuldenberg Italiens. Damit es jeder versteht, verschickte Draghi seine Position sogar auf Twitter:

Ist die Debatte damit beendet? Wohl kaum. Denn der italienische Staat sucht händeringend eine Möglichkeit, die ausstehenden Schulden gegenüber privaten Gläubigern im Lande zu begleichen. Die Mini-Bots, als Schuldscheine verstanden, wären dazu durchaus geeignet.

Zudem wittern viele die Möglichkeit, die Schuldscheine in Geld zu verwandeln und so eine Parallelwährung zum Euro zu installieren. Einmal ausgegeben, könnte der Staat sie auch wieder zurücknehmen – als geldwerte Papiere zur Begleichung der Steuerschuld.

Ob das illegal wäre, vermag ich nicht zu beurteilen. Jedenfalls wäre es, historisch betrachtet, nicht das erste Mal, dass auf diese Weise eine neue Währung entsteht. Die Debatte ist auch in der Eurozone nicht neu. Die griechische Linksregierung hat schon einmal ähnliche Pläne gehegt.

Letztlich geht es um die Frage, wie die Schuldenkrise zu lösen ist. Und da weiß auch Draghi keine Antwort. Niemand verlange einen raschen Rückgang, da dies nicht möglich sei, sagte der Italiener. Aber es müsse einen glaubwürdigen Plan zur mittelfristigen Senkung der Schulden geben.

Den hat allerdings nicht einmal die EU-Kommission…

Siehe auch (Alp)Traum Parallelwährung

 
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