Fehlender Realismus: 2025 hat die EU eine große Chance verpasst

Die EU hat nach dem Amtsantritt von US-Präsident Trump alles getan, um die Ukraine zu stützen und eine Friedenslösung auszubremsen. Damit hat sie eine große Chance verpasst und sich erpressbar gemacht.

Nehmen wir einmal an, die EU hätte etwas Mut bewiesen und dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj reinen Wein eingeschenkt: Die Ukraine kann den Krieg gegen Russland nicht gewinnen, die EU kann Dir nicht allein helfen, nach dem Machtwechsel in Washington leben wir in einer neuen Welt und müssen uns vor allem um unsere eigenen Bürger kümmern.

Dann hätte vieles nicht geschehen müssen: Weder die doppelte Aufrüstung in EU und Nato, die auf EU-Seite im Namen der Ukraine erfolgte, noch die elende Kapitulation im Handelskrieg gegen US-Präsident Trump, die ebenfalls mit der “Sicherheit” begründet wurde. Und schon gar nicht das transatlantische Theater um die Ukraine und Russland.

Mit etwas mehr Realismus und weniger Bremsmanövern hätte der Krieg nicht in 24 Stunden, vielleicht aber in 24 Wochen beendet werden können. Dann wäre die EU nicht so schwach und erpressbar, wie sie sich zu Beginn des neuen Jahres präsentiert.

Eingeklemmt zwischen Selenskyj und Trump

Weil sie die Ukraine “verteidigen” und Trump “an Bord” halten will, wagt sie keine Kritik an dem illegalen US-Coup in Venezuela. Weil sie zwischen Trump und Selenskyj eingeklemmt ist, verbaut sie sich den Weg für eine eigenständige und selbstbewußte Außenpolitik.

Derweil visiert Trump schon die nächsten Ziele an: Kuba, Kolumbien, Mexiko, Iran und offenbar auch Grönland“Wir werden uns in rund zwei Monaten um Grönland kümmern”, sagte der imperiale Präsident. “Wir brauchen Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit, und Dänemark wird nicht dazu in der Lage sein”, betonte der MAGA-Mann.

Danach befragt, wich die EU-Kommission einer Antwort aus. Sie will Trump nicht vergrätzen – wegen der Ukraine… Dessen unverhohlene Drohungen blieben in Brüssel zunächst unbeantwortet. Nur aus Nuuk kam lauter Protest. Auch Kopenhagen wehrte sich gegen Trumps Drohungen.

Kein Schutz für Grönland

Eine Annexion von Grönland wäre das Ende der Nato, warnte Regierungschefin Frederiksen. Doch die Nato wird von den USA beherrscht – und die Ukraine und ihre nordischen Freunde wollen gewiss nicht auf das Bündnis verzichten. Generalsekretär Rutte steht in Treue fest zu den Amerikanern.

Ähnliches lässt sich von der deutschen Transatlantikerin von der Leyen sagen. Was die EUropäer unternehmen würden, wenn Trump Ernst macht, ist daher völlig offen. Die windelweichen Erklärungen zum Präzedenzfall in Venezuela lassen nichts Gutes ahnen. Und die Realitätsverweigerung in der Ukraine auch nicht.

Das neue Jahr hat unter denkbar schlechten Vorzeichen begonnen…

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