Neues vom Wirtschaftskrieg (286): Trump führt Ölmultis nach Venezuela
Die EU plant das 20. Sanktionspaket gegen Russland. Die Schweiz friert alle Vermögenswerte von Maduro ein. Und US-Präsident Trump drängt amerikanische Ölfirmen, in Venezuela zu investieren – um die gewaltigen Reserven auszubeuten und den Ölpreis zu drücken.
- Trump drängt amerikanische Ölfirmen, in Venezuela zu investieren. Während US-Präsident Donald Trump seine Intervention in Venezuela offiziell mit dem Kampf gegen den Drogenschmuggel begründet, macht er zugleich keinen Hehl daraus, dass es ihm vor allem um die gewaltigen Ölreserven des Landes geht. (…) In einem Interview mit NBC News behauptete er, das Vorhaben, wonach US-Ölkonzerne ihre Aktivitäten in Venezuela ausweiten sollen, könne „in weniger als 18 Monaten“ anlaufen. (…) „Ein Venezuela als Ölexporteur ist gut für die Vereinigten Staaten, weil es den Ölpreis niedrig hält.“ Möglicherweise setzt der US-Präsident also darauf, dass seine von steigenden Lebenshaltungskosten frustrierten Wähler noch vor den Zwischenwahlen im Herbst sinkende Benzinpreise an den Tankstellen bemerken und ein noch niedrigerer Ölpreis das Wirtschaftswachstum unterstützt. (Süddeutsche) – Die Grenzen zwischen Krieg und Wirtschaftskrieg sind fließend, wie das Beispiel Venezuela zeigt. Allerdings ist es nicht so einfach, den Ölpreis zu manipulieren. Und die US-Konzerne ziehen auch nur widerwillig mit – um zu profitieren, müssten sie massiv investieren. Immerhin zogen die Aktienkurse der Ölmultis an…
- Schweiz friert alle Vermögenswerte von Maduro ein. Die Schweiz hat nach der Festnahme von Nicolás Maduro durch US-Spezialeinheiten mit sofortiger Wirkung sämtliche Vermögenswerte eingefroren, die der entmachtete venezolanische Staatschef oder Personen aus seinem Umfeld in der Schweiz halten. (…) Die Sperre gilt vorsorglich für vier Jahre und soll verhindern, dass mögliche Gelder in der aktuellen politischen Umbruchphase außer Landes gebracht werden. Mitglieder der derzeit amtierenden Regierung in Caracas sind von der Maßnahme nicht betroffen. (…) Entscheidend für den Schritt sei allein der eingetretene Machtverlust in Venezuela, heißt es aus Bern. Ob dieser im Einklang mit dem Völkerrecht zustande gekommen sei, habe bei der Entscheidung keine Rolle gespielt. (Berliner Zeitung) – Die Schweiz folgt also nicht nur den Sanktionen der EU, sondern auch den Strafaktionen und Kriegen der USA. Das Völkerrecht scheint dabei ebensowenig eine Rolle zu spielen wie das Zivilrecht. Selbst Schweizer Staatsbürger sind nicht mehr vor Verfolgung sicher – siehe den Fall Baud…
- EU plant das 20. Sanktionspaket gegen Russland. Die EU-Staaten planen (…) zum 4. Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine die Verabschiedung eines 20. Sanktionspakets gegen Russland. (…) Geplant sind Reisebeschränkungen und das Einfrieren von Vermögenswerten in der EU von weiteren Einzelpersonen und Organisationen, wobei insbesondere Personen, die für die Verschleppung und ideologische Umerziehung von Kindern verantwortlich sind, in den Blick genommen werden sollen. Auch weitere Sanktionen im Energiebereich und Bankensektor sind nach Angaben von Diplomaten vorgesehen. Außerdem sollen Schlupflöcher zur Umgehung der bisherigen Sanktionen geschlossen werden. Überlegt wird in Brüssel, den Import von russischem Uran zu verbieten und damit die Föderale Agentur für Atomenergie Russlands zu sanktionieren. (Die Welt) – Vor dem Hintergrund des US-Angriffs auf Venezuela und der amerikanischen Drohungen gegen Grönland wirken diese Pläne nur noch grotesk. Wenn neue Sanktionen nötig sein sollten, dann doch wohl gegen die USA.
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P. S. Die OECD-Staaten haben sich auf eine globale Mindeststeuer geeinigt – ohne die USA. Deutschland und die EU haben der Ausnahme für US-Multis wie Exxon Mobile, GE und Apple ohne mit der Wimper zu zücken zugestimmt und Trump damit einen weiteren Dienst erwiesen, gleich nach dem Angriff in Venezuela. Es ist das genaue Gegenteil von Sanktionen…

7. Januar 2026 @ 17:44
@Helmut Höft
Und es geht gegen China, China ist Hauptabnehmer venezolanischen Öls.
7. Januar 2026 @ 15:20
“Wenn neue Sanktionen nötig sein sollten, dann doch wohl gegen die USA.”
So sehe ich das auch!
Und ausserdem: Alle US-Truppen aus eigenem Sicherheitsinteresse rausschmeissen. Wenn sie dennoch bleiben, ist es damit eine völkerrechtswidrige Besatzung.
MAGA: Make America Go Away!
7. Januar 2026 @ 10:12
Da freuen sich die amerikanischen Ölkonzerne: Venezuela besitzt zwar die größten nachgewiesenen Ölreserven der Welt, doch bei der Qualität handelt es sich überwiegend um schweres bis extraschweres und saures Rohöl, *) das anspruchsvolle und kapitalintensive Verarbeitung benötigt. Es gibt viele Probleme mit diesem zähen Brei aus dem Orinoco-Becken. Aber es ist ideal für die Herstellung von Bitumen/Asphalt (Venezuela war lange ein Hauptexporteur für Straßenasphalt).
*) Heavy crude oil has an API gravity below 22.3° (i.e., 920 to 1000 kg/m3) – Extra heavy oil has an API gravity below 10.0° (i.e., greater than 1000 kg/m3) https://en.wikipedia.org/wiki/API_gravity
Trotz allem macht der Kommentar von Ann-Kathrin Büüsker von gestern Sinn: Trump hat kein ökonomisches Ziel im Sinn, es geht mehr um Geo-Ökopolitik, genauer um Anti-Klimapolitik: https://www.deutschlandfunk.de/kommentar-zu-venezuela-donald-trumps-oel-ambitionen-sind-fossile-geopolitik-100.html
Und die Schweiz, hoppla, die Schweiz. Vorauseilender Gehorsam ggü. dem dicken Knüppel? Eigentlich hackt doch ein Mafioso dem anderen doch kein Auge aus, oder?
7. Januar 2026 @ 10:54
“Und die Schweiz, hoppla, die Schweiz. Vorauseilender Gehorsam ggü. dem dicken Knüppel? Eigentlich hackt doch ein Mafioso dem anderen doch kein Auge aus, oder?”
Als Schweizer möchte ich Ihren Einwurf positiv würdigen. Es ist in der Tat ein Armutszeugnis, wie sich die offizielle Schweiz den USA und der Ukrainischen Union unterwirft. Keine Spur von Souveränität. Total würdelos. Aber es hat Tradition, sie Sie richtig anmerken. Die offizielle Schweiz hat sich schon immer mit korrupten Potentaten, industriellen Ausbeutern und Steuerbetrügern gemein gemacht. Der Wohlstand der Schweiz basiert zu einem guten Teil auf rückgratloser Geschäftstüchtigkeit. Lieber wirft man sich vor Tyrannen in den Staub, als sich ein Geschäft entgehen zu lassen. Der Schweizer Patriotismus und die Neutralität müssen als sublimierte Kategorien des Söldnerwesens verstanden werden. Der Schweizer dient jedem, der Geld bietet.
7. Januar 2026 @ 09:46
Die Wirkung von 80 Jahren Propaganda und Indoktrination hat die Europäer zu fügsamen Vasallen der USA gemacht.
7. Januar 2026 @ 09:31
Wovor Jeffrey Sachs vor der UN warnte, ist längst Realität. Es gibt keine Regeln mehr, die Barbarei hat eingesetzt. Der Starke knüppelt den Schwachen nieder. Da es zurzeit wohl etwa 4 Starke in der Welt gibt (USA mit Israel und Nato, EU und Japan auf der einen Seite sowie China und Russland auf der anderen), die sich in Zweiergruppen gegenseitig niederknüppeln wollen, ist nichts Gutes für die nähere Zukunft zu erwarten. Die einzige Hoffnung besteht darin, dass die neuen Starken stärker werden als die alten und damit überhaupt wieder irgend welches Recht Einzug halten kann. Von den Wackelkandidaten Indien und Brasilien ist nicht viel zu erwarten, die schleimen sich dann den Stärkeren an.
7. Januar 2026 @ 10:05
Jeffrey Sachs hat’s gut getroffen. Gegenwärtig sondiert er seine Chancen als Kandidat für die Position des UN Generalsekretärs. Guterres‘s Amtszeit endet am 31.12.‘26. M. E. hat er bessere Chancen als andere Kandidaten. Allerdings (!) werden die USA im UN Sicherheitsrat Widerstand leisten gegen die absolute Mehrheit der BRICS+ und des Globalen Südens!
7. Januar 2026 @ 09:06
Habe mir gestern Abend auszugsweise 15 Min. Maischberger genehmigt! Sehr lehrreich weil wieder eine Bestätigung über die fortwährende Niveaulosigkeit des ÖRR, Infotainment ohne fundierte Information und ohne Unterhaltungswert, Einseitigkeit ohne kritische Hinterfragung, und Gabriel und Laschet als hilflose und überforderte Opfer – wie auch Merz – eines komplexen Sachverhalts! Einfach nur trostlos!
7. Januar 2026 @ 09:00
Die Europäer haben immer noch nicht bemerkt, dass sie und die Russen zusammen die Leidtragenden der imperialen Hegemonieansprüche der USA sind, welche die NATO als MAGA-Agentur missbrauchen. Die Europäer sind so einfältig und dumm, dass ihr Untergang als selbstverschuldetes und somit verdientes Schicksal betrachtet werden muss. Treudoofe Vasallen verdienen keinen Platz an der Sonne.