Chips Act: Milliarden nur für Deutschland

Normalerweise geht die EU strikt gegen staatliche Beihilfen vor. Doch bei Chipfabriken in Deutschland drückt Brüssel beide Augen zu – wie lange noch?

Erst Intel, nun TSMC: Der taiwanische Chipkonzern will am Dienstag über den milliardenschweren Bau einer Halbleiter-Fabrik in Dresden entscheiden.

Laut einem Bericht des “Handelsblatt” will der Bund den Fabrikbau mit fünf Mrd. Euro unterstützen. Für ein Projekt von Intel bei Magedburg sollen bis zu 10 Mrd. fließen.

Normalerweise müssten hier die strikten Beihilfe-Regeln der EU greifen. Sie sollen einen ruinösen Subventions-Wettbewerb verhindern und für faire Bedingungen im Binnenmarkt sorgen.

Doch neuerdings drückt Brüssel beide Augen zu. Schließlich gilt es, sich bei der Chipproduktion unabhängiger von Asien und den USA machen. Dies hat die EU sogar zum Ziel erklärt.

Das deutsche Vorgehen dürfte dennoch für Ärger sorgen. Denn wo bleiben die Chipfabriken in Frankreich, Italien oder Polen? Wo bleibt das “level playing field” in diesem strategischen Sektor?

Der “Chips Act” der EU soll zusätzliche öffentliche und private Investitionen in Höhe von mehr als 15 Mrd. Euro bewirken. Diese Summe dürfte Deutschland nun erreichen – ganz allein…

Siehe auch “Der EU geht das Geld aus – doch Deutschland darf prassen”

P.S. Die Hilfen für TSMC haben natürlich auch eine geopolitische Dimension. “Die Investition von TSMC in Europa wird zu einer noch engeren Zusammenarbeit zwischen Taiwan und der EU beitragen”, sagte Taiwans Wirtschaftsministerin Wang Mei-hua. Deutschland baut die Bande nach Taiwan aus, ganz wie von den USA empfohlen…