Deutsche Exporte brechen ein – na und?

Für die Experten ist es eine schlechte Nachricht: Die deutschen Exporte fallen so stark wie seit 2015 nicht mehr. “Es ist der schwächste Start in ein neues Jahr seit 2009”, klagt Ökonom C. Brzeski. Doch ist das wirklich so schlimm?

Einerseits ja – schließlich ist die deutsche Wirtschaft auf Exporte angewiesen wie kaum eine andere. Der drohende Handelskrieg zwischen den USA, China und der EU verhagelt die Aussichten.

Auch die Aufwertung des Euro bremst die deutsche Wirtschaft, denn sie macht die Waren in anderen Währungsgebieten teurer. Der Euro kostet derzeit mit knapp 1,23 Dollar rund 16 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Allerdings ist der Euro für deutsche Verhältnisse weiterhin krass unterbewertet. Hätten wir die Deutsche Mark noch, wäre es nie zu dem extremen Exportboom der letzten Jahre gekommen – denn die DM wäre stärker.

Zudem ist die Konjunktur nicht mehr so exportabhängig wie früher. Neuerdings spricht sogar Kanzlerin Merkel von einem Paradigmenwechsel – das Wachstum werde vor allem von der Binnennachfrage getragen.

Und hier liegt auch der Grund, weshalb der Knick bei den Exporten am Ende doch noch eine gute Nachricht sein könnte. Merkel und ihr Wirtschaftsminister Altmaier könnten ihn nämlich in Washington als Trendwende verkaufen.

Schaut her, wir überschwemmen Euch gar nicht mehr mit deutschen Waren, die Ausfuhren gehen zurück, könnte die neue Ausrede lauten, um die weiter drohenden Strafzölle made in USA abzuwehren.

Und wenn das nicht hilft, bleibt ja immer noch ein TTIP light. Berlin setzt sich dafür hinter den Kulissen bereits ein, auch wenn die Handelspolitik eigentlich ausschließlich EU-Sache ist…

Siehe auch “Jetzt reden sie von TTIP light”

 

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