Weg in die Abhängigkeit, Macron stützt Selenskyj & der Griechen-Euro
Die Watchlist EUropa vom 02. Dezember 2025 – Heute mit Nachrichten und Analysen zum ersten Jahr der zweiten Kommission von der Leyen, zur Ukraine-Politik und zur Eurogruppe
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Seit einem Jahr ist die zweite EU-Kommission von der Leyen im Amt. In einer offiziellen Bilanz heißt es, die Brüsseler Behörde habe EUropa “more independent, more competitive and more secure” gemacht – unabhängiger, wettbewerbsfähiger und sicherer.
Schön wär’s. In Wahrheit wurden alle drei Ziele deutlich verfehlt. Doch während bei Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit noch nicht das letzte Wort gesprochen ist – von der Leyen hat weitere vier lange Jahre vor sich – steht das Urteil bei der Unabhängigkeit bereits fest.
Die EU ist nicht unabhängiger, sondern viel abhängiger geworden. Und zwar von Trump. Der US-Präsident gibt mittlerweile in fast allen Politikbereichen die Linie vor. Das geht von der Aufrüstung über den Handel bis hin zur Energie- und Digitalpolitik, vom “Green Deal” ganz zu schweigen.
Es begann mit falschen Behauptungen
Dabei hatte die CDU-Politikerin zu Beginn ihrer Amtszeit behauptet, sie sei auf alles vorbereitet – auch auf Trump II.. Man habe Vorkehrungen getroffen, um die Ukraine zur Not auch allein zu stützen, hieß es in Brüssel. Gegenmaßnahmen für einen möglichen Handelskrieg lägen fertig in der Schublade.
Beides sollte sich als falsch erweisen. Schon im Streit um die US-Stahlzölle knickte die Kommission ein – und zog bereits beschlossene und verkündete Gegenzölle wieder zurück. Bei der Ukraine zahlt EUropa zwar mittlerweile fast alles – doch Trump kassiert, und er gibt auch die Richtung vor.
Wie konnte es so weit kommen? Im Rückblick lassen sich drei Wendepunkte ausmachen. Man könnte auch von Kipppunkten sprechen – denn seither ist die EU nicht mehr, was sie mal war. Sie leidet nicht bloß an einem “Mission Creep”, sie wird (unter Missachtung der Verträge) völlig neu programmiert!
Die drei Wendepunkte der EU-Politik
Der erste Wendepunkt war die deutsche und europäische Wiederbewaffnung im Frühjahr 2025. Sie wurde zwar mit Trump und der angestrebten Unabhängigkeit begründet. Doch sie führte – über die Nato und die Ukraine-Politik – zu einer noch größeren Abhängigkeit von den USA.
Dies sollte sich beim Nato-Gipfel im Juni in Den Haag zeigen, dem zweiten Wendepunkt. “Daddy” Trump gab den Ton an, alle Alliierten (bis auf Spanien) willigten in das absurde 5-Prozent-Ziel ein – und akzeptierten, daß die Nato zum Selbstbedienungsladen für ein imperiales Amerika umgebaut wird.
Die Allianz ist seither nur noch ein Dienstleister, bei dem die EUropäer für die Hilfe (und die Waffen) aus den USA bezahlen. Getoppt wurde diese Unterwerfung nur noch vom Trump-von-der-Leyen-Gipfel in Schottland, wo die EU-Chefin einen fatalen Handelsdeal akzeptierte – der dritte Wendepunkt.
“Die Illusion ist geplatzt”, kommentierte der frühere EZB-Chef Draghi das Ergebnis. Der Traum von einer großen und selbstbewußten Handelsmacht EU, die in der Weltpolitik zählt, wurde auf dem Altar der transatlantischen Zusammenarbeit geopfert. Seitdem ist Unabhängigkeit nur noch ein Wort…
News & Updates
Macron stützt Selenskyj. Mitten im bisher schlimmsten Korruptionsskandal hat Frankreichs Staatschef Macron seinem ukrainischen Amtskollegen Selenskyj den Rücken gestärkt. Es sei nicht die Aufgabe Frankreichs, der Ukraine Lektionen über Korruption zu erteilen, sagte Macron nach einem Treffen mit Selenskyj in Paris. Der Kampf gegen die Korruption in der Ukraine funktioniere, behauptete Macron. In Russland habe er solche Schritte gegen Korruption nicht gesehen, da dort eine echte Diktatur herrsche. – In Wahrheit ist es eher so, daß die Korruption in Kiew bereits die Führungsetage erreicht hat. Selenskyjs rechte Hand Jermak will sich den Ermittlungen und seiner drohenden Bestrafung durch eine hastige “Flucht” an die Front entziehen. Dabei warer noch vor kurzem gern gesehener Gast im Elysée-Palast oder in der EU-Kommission..
Merz umwirbt Tusk. Deutschland und Polen wollen enger zusammenarbeiten. Bundeskanzler Merz (CDU) und der polnische Regierungschef Tusk gaben in Berlin die Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung zu Verteidigung, Verkehr und Erinnerungspolitik bekannt. Er wünsche sich Polen als “kraftvollen Partner für ein sicheres, freies und wohlhabendes Europa”, sagte Merz. – Was für ein Timing – nur wenige Wochen, nachdem Tusk sich geweigert hatte, einen von der Bundesanwaltschaft per europäischem Haftbefehl gesuchten Ukrainer nach Deutschland auszuliefern. Aber es ging ja auch “nur” um Nordstream... Mehr hier
Erdogan verurteilt ukrainischen Angriff. Der türkische Präsident Erdogan bezeichnet die jüngsten ukrainischen Angriffe auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer als inakzeptabel. Er warne “alle beteiligten Seiten”, sagte Erdogan. Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine bedrohe die Sicherheit der Schifffahrt im Schwarzen Meer. Der Angriff auf Schiffe in der türkischen Wirtschaftszone am Freitag sei eine Besorgnis erregende Eskalation. Er fand nicht weit von der türkischen Küste statt…
Das Letzte
Spricht der Euro bald griechisch? Vor zehn Jahren wäre Griechenland beinahe aus dem Euro geflogen. Nun will ein griechischer Finanzminister die Eurogruppe führen – also genau jenen Kreis, in dem der frühere griechische Finanzminister Varoufakis für Furore gesorgt hat. Beworben haben sich der Athener Ressortchef Kyriakos Pierrakakis und der belgische Haushaltsminister Vincent Van Peteghem. Doch da Belgien derzeit über kreuz mit der EU legt – wegen des Streit um russisches Vermögen – werden Pierrakakis gute Chancen eingeräumt, den Chefsessel der Eurogruppe zu übernehmen. Manchmal ist die Geschichte wirklich sehr ironisch…
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Monika
2. Dezember 2025 @ 12:12
Merz umwirbt Tusk…
wofür nochmal will Merz einem terroristisch denken- und handelnden Saboteur deutscher Interessen (und damit auch zum großen wirtschaftlichen Schaden der gesamten EU handelnden Mitgliedsstaat) querfinanzieren, denn darauf laufen ja die “deutsch-polnischen ?! Erklärungen” hinaus?
Die Handlungen eines Herrn Merz muss man wohl stets durch die Brille BlackRock betrachten, denn allein dieser Gruppierung fühlt sich der formale “Kanzler der Deutschen” verpflichtet.
Mit großer Wahrscheinlichkeit ist Herr Merz nur durch eine fehlerhafte Wahlauszählung auf seinem Posten. Aber diesen Umstand demokratisch nachprüfen? Das dürfen in Deutschland wenige “repräsentative” Parlamentarier der sog. “Wahlprüfungskommission” verhindern, deren Status als Abgeordnete von ihrer eigenen Entscheidung in dieser Kommission abhängt.
Womit wir wiedereinmal beim großartigen Herrschaftssystem einer kriminellen und Menschen verachtenden Oligarchie angekommen wären. Die “Zahl der gläubigen Gläubiger” dieses Systems ist noch zu groß….