“Die Illusion ist geplatzt”: Draghi rechnet mit von der Leyen ab

Der Traum von einer Großmacht EU, die in der Weltpolitik zählt, ist im Sommer mit einem lauten Knall geplatzt. Das sage nicht ich – das sagt der frühere Chef der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi.

Bei einer Rede in Rimini hat Draghi mit der Politik der EU-Kommission und ihrer Chefin von der Leyen abgerechnet. Der Grund: der verkorkste Handelsdeal mit US-Präsident Trump – aber auch die verfehlte Aufrüstung.

Europas wirtschaftliches Gewicht sei keine Garantie für geopolitische Macht mehr: „Dieses Jahr wird als das Jahr in Erinnerung bleiben, in dem die Illusion zerplatzte“, sagte der Italiener, der 2024 mit dem “Draghi-Bericht” zur Wirtschaftskrise der EU für Aufsehen gesorgt hatte.

Zur Begründung führte Draghi nicht nur den Zollstreit mit Trump an, sondern auch die Aufrüstung.  „Wir mussten uns mit den Zöllen unseres größten Handelspartners und langjährigen Verbündeten, den Vereinigten Staaten, abfinden“, erklärte er.

“Derselbe Verbündete drängte uns dazu, die Militärausgaben zu erhöhen – eine Entscheidung, die wir vielleicht sowieso hätten treffen sollen, allerdings auf eine Art und Weise, die wahrscheinlich nicht den Interessen Europas entsprach.“

So ziemlich die härteste Kritik

Dass von der Leyens Kurs “nicht den Interessen Europas” entspricht und die EU auf der Weltbühne schwächt, ist so ziemlich die härteste Kritik, die man sich denken kann. Jedenfalls aus dem Munde eines “Weisen” wie Draghi.

Die deutsche Kommissionschefin reagierte denn auch prompt. Ohne den Trump-Deal wäre ein Handelskrieg mit den USA entbrannt, behauptet sie. Dies hätte nur Russland und China genutzt, EUropa aber schwer geschadet.

Doch das sind nur Ausflüchte… 

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