BEST OF 2025 – Deal mit Trump: Von der Leyens Abhängigkeits-Erklärung
Die besten (meistgelesenen) Beiträge von Lost in EUrope im vergangenen Jahr. Folge 6 von 10 zur Kapitulation der EU im Zoll- und Handelsstreit mit den USA.
REPOST vom 28.07.25, UPDATE unten
Von der Leyen has a deal – aber zulasten der EU. Die Vereinbarung mit US-Präsident Trump stößt denn auch international auf Ablehnung – außer bei einem deutschen Politiker, der offenbar fleißig mit verhandelt hat.
Es kam wie erwartet bzw befürchtet: Von der Leyen gesteht Trump einen Zoll von 15 Prozent auf alle EU-Produkte zu.
Sie verspricht zudem, in den USA Frackinggas und andere schmutzige Energie im Wert von 250 Mrd. Dollar pro Jahr (!) zu kaufen.
Außerdem sollen die EUropäer 600 Mrd. Dollar mehr als geplant in den USA investieren – und natürlich mehr Waffen bestellen.
Wer hat von der Leyen ermächtigt?
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Wer hat von der Leyen zu diesen absurden Zusagen ermächtigt?
Zustimmung sehe ich bisher nur von Kanzler Merz und bei der CDU/CSU. Merz hat sich wiederholt in die Verhandlungen eingeschaltet und die Interessen der deutschen Automobilindustrie vertreten.
Ansonsten fallen die Reaktionen überwiegend negativ aus, teils sogar extrem negativ.
So haben SPD und Grüne im Europaparlament bereits Zweifel an diesem Deal geäußert. Auch der Chef des Handelsausschusses, B. Lange, ist unzufrieden.
„Das ist ein Deal mit Schlagseite“, sagt Lange. „Es sind eindeutig Zugeständnisse gemacht worden, die schwer zu ertragen sind.“
“Völlig unausgewogener Deal”
Von einem „völlig unausgewogenen ‚Deal‘“ spricht der frühere Chefökonom des IWF, O. Blanchard. Die EU hätte mehr herausholen können, wenn sie mutiger gewesen wäre, meint der Experte.
Noch härter fällt das Urteil des früheren französischen Premiers D. De Villepin aus. Für ihn ist der 27.07.25 der „Tag der Europäischen Abhängigkeitserklärung“.
Dem ist nichts hinzuzufügen. Ich würde es allerdings „von der Leyens Abhängigkeitserklärung“ nennen. Sie hat den Deal abgenickt und sollte für die negativen Folgen zur Verantwortung gezogen werden…
Siehe auch: “Die Illusion ist geplatzt”: Draghi rechnet mit von der Leyen ab. Mehr zum Trump-Deal hier
UPDATE: Von der Leyen wurde nicht zur Verantwortung gezogen. Die Linke im EU-Parlament hat zwar ein Misstrauensvotum eingebracht und es ausdrücklich mit dem Trump-Deal begründet. Doch die “europafreundliche Mitte” hielt zur CDU-Politikerin und vereitelte ihren Sturz. Selbst der Chef des Handelsausschusses stimmte für sie; der SPD-Politiker Lange fordert nicht einmal mehr, den unfairen Deal wieder aufzumachen.
Dabei trifft er Deutschland besonders. Die deutsche Autoindustrie leide am stärksten unter den US-Zöllen, heißt es in einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft. “Auch die deutschen Maschinenausfuhren in die USA unterliegen teils einem deutlich höheren Zollsatz von 50 Prozent, der für Stahl und Aluminium sowie Produkte daraus greift”, so das IW. Trump wendet die Zölle willkürlich an – doch von der Leyen wehrt sich nicht…

30. Dezember 2025 @ 13:25
“Von der Leyen wurde nicht zur Verantwortung gezogen.”
Eine Teflonpfanne ist Klebstoff gegen diese Frau, an der auch der übelste Dreck nicht haften bleibt!
30. Dezember 2025 @ 13:56
Das sollte man nicht zu persönlich nehmen 🙂
Es sind die EU-Institutionen und die Verträge, die die Verantwortung systematisch verwischen.
Bei den EU-Sanktionen ist es genauso – niemand ist dafür verantwortlich, wenn es den Falschen trifft!
31. Dezember 2025 @ 02:37
„Bei den EU-Sanktionen ist es genauso – niemand ist dafür verantwortlich…“
Ja, das haben die Nazis und ihre KZ-Mannschaften damals ja auch so gesehen… alle haben sie immer nur die Beschlüsse und Befehle anderer ausgeführt. Ich dachte eigentlich, wir wären inzwischen weiter…