Aggressive Gesten aus Ankara

Es war ein Besuch zur Unzeit. Selbst Kanzlerin Merkel konnte nicht erklären, warum sie ausgerechnet jetzt den türkischen Sultan Erdogan besuchen musste. Umso gezielter nutzte der das Treffen – für aggressive Gesten.

Kurz vor Beginn des Türkei-Besuchs der Kanzlerin warnte die Regierung in Ankara den EU-Partner Griechenland vor nicht näher bezeichneten “Provokationen”.

“Wenn die Situation eskaliert, was Gott verhüten möge, falls es zu einem ungewollten Zwischenfall kommt, denn wird es keinen Weg zurück geben”, sagte Außenminister Cavusolgu.

Gemeint ist offenbar der Streit um türkische Soldaten, die in Griechenland Asyl beantragt haben. Die türkische Regierung drohte deshalb schon mit dem Ende des Flüchtlingsabkommens.

Doch sie beließ es nicht bei verbalen Drohungen. Hinzu kommen nun auch noch aggressive militärische Manöver. Nicht weniger als 138mal sollen türkische Kampfjets den griechischen Luftraum verletzt haben.

Und das nicht in den letzten Jahren, sondern in den Stunden vor Merkels Besuch in Ankara. Möglicherweise war es auch eine Warnung an die Kanzlerin. Denn auch in Deutschland begehren türkische Soldaten Asyl…

 

Auch interessant: