Aggressive Gesten aus Ankara

Es war ein Besuch zur Unzeit. Selbst Kanzlerin Merkel konnte nicht erklären, warum sie ausgerechnet jetzt den türkischen Sultan Erdogan besuchen musste. Umso gezielter nutzte der das Treffen – für aggressive Gesten.

Kurz vor Beginn des Türkei-Besuchs der Kanzlerin warnte die Regierung in Ankara den EU-Partner Griechenland vor nicht näher bezeichneten “Provokationen”.

“Wenn die Situation eskaliert, was Gott verhüten möge, falls es zu einem ungewollten Zwischenfall kommt, denn wird es keinen Weg zurück geben”, sagte Außenminister Cavusolgu.

Gemeint ist offenbar der Streit um türkische Soldaten, die in Griechenland Asyl beantragt haben. Die türkische Regierung drohte deshalb schon mit dem Ende des Flüchtlingsabkommens.

Doch sie beließ es nicht bei verbalen Drohungen. Hinzu kommen nun auch noch aggressive militärische Manöver. Nicht weniger als 138mal sollen türkische Kampfjets den griechischen Luftraum verletzt haben.

Und das nicht in den letzten Jahren, sondern in den Stunden vor Merkels Besuch in Ankara. Möglicherweise war es auch eine Warnung an die Kanzlerin. Denn auch in Deutschland begehren türkische Soldaten Asyl…

 

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6 Responses to Aggressive Gesten aus Ankara

  1. Alexander 2. Februar 2017 at 17:13 #

    Lässt Erdogan nicht bereits Karten zeigen, auf denen Städte, die zur Zeit noch außerhalb der türkischen Grenzen liegen, als zur Türkei gehörend gezeigt werden? Und sind da vielleicht auch griechische Städte dabei?

  2. Oudejans 2. Februar 2017 at 17:20 #

    “Möge Gott den türkischen Piloten Karten schenken”? Wohl eher Allah? Der mag ja immer so komische Sachen…

    Wir könnten schon mal Tusks Betroffenheitsadresse draften, für das Morgengrauen, an dem Allah morgens unaufmerksam ist, so daß zurückgeschossen werden mußte.

  3. S.B. 2. Februar 2017 at 17:50 #

    Bin schon gespannt, ob Murksel wie letztes Mal wieder vor der türkischen anstatt der deutschen Fahne sitzt und sich so von Erdowahn demütigen lässt.

  4. Peter Nemschak 2. Februar 2017 at 18:57 #

    Es besteht eine nicht zu unterschätzende wirtschaftliche Abhängigkeit zwischen Deutschland und der Türkei. Daher sollten Drohgebärden mit einem Korn Salz verstanden werden.

    • Susanne 3. Februar 2017 at 14:21 #

      Vor allem vermisst die Türkei europäische Touristen…da wäre also eine Balance möglich.

  5. Susanne 2. Februar 2017 at 19:38 #

    Auf Malta kann sich nun die eu über Erdogans Gebahren verständigen. Man kann sich fragen, wie es so weit kommen konnte…und man kommt ganz ganz schnell auf Merkel.
    Zudem: Erdogan beherrscht nun das Spiel der political correctness … er hat Merkel klassisch vorgeführt. Die Frau konnte ihre westlichen Werte aufführen und er sagte ihr: wovon reden Sie…es gibt keinen islamistischen Terrorismus…es gibt Terror, gegen den wir kämpfen….und nun? Man hat sich per Definition erklärt, die es für die Türkei gar nicht gibt. Die Türkei in der eu????

    Merkel wollte mit ihm den deal…und dieser wird gerettet, bis zur Bundestagswahl im Herbst 2017. Ich glaube nicht, dass es der letzte Schuss zur Aufrechterhaltung der devoten eu bis zur Wahl ist…aber man hat sich alternativlos verlaufen.

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