Dijsselbloem forever?

Wie lange darf J. Dijsselbloem noch die Eurogruppe leiten? Vier Monate nach der Wahl in den Niederlanden ist diese Frage immer noch nicht beantwortet. Für Berlin ist das kein Problem.

Der niederländische Sozialdemokrat, dessen Partei die Wahl krachend verloren hat, genieße das volle Vertrauen, heißt es in deutschen Regierungskreisen. Er habe ja auch noch ein Mandat.

Wirklich? In Wahrheit ist er nur noch geschäftsführend im Amt, weil Premier Rutte es nicht schafft, eine neue Regierung zu bilden. Doch auch das ist für Kanzlerin Merkel kein Problem.

Im Gegenteil: Sie lud Rutte sogar ganz offiziell zum G-20-Gipfel ein – zum allerersten Mal! Dabei sind die Niederlande viel zu klein, um zum erlauchten Kreis der “großen” G-20 zu zählen.

Das zeigt, wie wichtig für Merkel die Partnerschaft mit den Niederlanden ist. Die CDU-Politikerin hält um jeden Preis an Rutte und Dijsselbloem fest – auch wenn sie keine Mehrheit mehr haben.

Schließlich gelten beide als unbedingte Anhänger des Freihandels – was sie zu wichtigen Verbündeten gegen US-Präsident Trump, aber auch gegen Frankreich Staatschef Macron macht.

Dijsselbloem hat zudem den Vorteil, dass er Finanzminister Schäuble nach dem Mund redet. Vor kritischen Eurogruppen-Sitzungen hat er sich seine Instruktionen sogar direkt beim BMF in Berlin geholt…

 

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4 Responses to Dijsselbloem forever?

  1. Peter Nemschak 10. Juli 2017 at 19:01 #

    Dijsselbloem ist ein Mann, der das Vertrauen der Gläubiger genießt. Im übrigen sind nicht alle Gegner des Freihandels, von dem nicht nur die Reichsten sondern viele profitiert haben. Ein sozialistisches Europa ist derzeit nicht mehrheitsfähig. Es wäre auch zu teuer.

    • ebo 10. Juli 2017 at 19:51 #

      Dijsselbloem ist Sozialist, jedenfalls auf dem Papier

      • Peter Nemschak 10. Juli 2017 at 21:21 #

        Es kommt auf die Inhalte an, nicht ob jemand am Papier irgend etwas ist. Es soll auch geläuterte Sozialisten geben und solche, die nichts dazulernen wollen.


      • ebo 10. Juli 2017 at 21:24 #

        Das letzte Wort hat der Wähler. Die Niederlander haben Dijsselbloem abgestraft.

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