Zu spät, zu schwach und dennoch brisant: EU straft Google ab

Das Verfahren sollte nur ein Jahr dauern, am Ende waren es zwei: Offenbar aus Rücksicht auf US-Präsident Trump hat die EU lange gezögert, eine Strafe gegen den US-Konzern Google zu verhängen. Nun ist es soweit: Die EU-Kommission hat zwei Geldbußen von insgesamt einer Milliarde US-Dollar (890 Mill. Euro) bekannt gegeben. Der weltweit führende Suchmaschinen-Anbieter habe gegen das Gesetz über digitale Märkte DMA verstoßen und eigene Angebote bei der Internet-Suche bevorzugt, hieß es. Damit würden die User in ihrer Wahlfreiheit eingeschränkt, wenn sie im Internet shoppen und nach Hotels oder Sportergebnissen suchen. Außerdem würden fremde App-Entwickler im Google Play Store benachteiligt. Im Vergleich zu einer Einzelstrafe gegen Apple (500 Mill. Euro) fällt die Sanktion gegen Google aber schwach aus. Dennoch ist sie brisant: Trump hat die Digitalgesetze der EU wiederholt beanstandet und mit Vergeltung gedroht…

Siehe auch DSA: Rekordstrafe gegen AliExpress (China)

PS: Here we are: Nachdem er der EU einen neuen 10-Prozent-Strafzoll wegen “Kinderarbeit” aufgebrummt hat, droht US-Präsident Trump nun auch noch „einen erheblichen Zoll“ wegen der milden Google-Strafe an. „Die EU wird für dieses illegale und höchst unethische Verhalten, vor dem ich sie wiederholt gewarnt habe, einen sehr hohen Preis zahlen“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Zugleich betonte er, dass zunächst eine Untersuchung eingeleitet werde, um eine „Abzocke” zu verhindern. Klingt nach Gnadenfrist…