Wie die EU die Wahl in Moldau “absichert”

Die EU will die Parlamentswahl in Moldau vor “ausländischer Einmischung” schützen – und mischt sich selbst auf nie dagewesene Weise ein. Doch weil das womöglich nicht reicht, werden Parteien verboten und eine Annullierung erwogen.

Dies sei eine Schicksalswahl, heißt es in Brüssel. Die Moldauer müssten sich zwischen einer pro-europäischen Regierung und pro-russischen Kräften entscheiden. Schon das ist ein problematisches “Framing” – denn in Wahrheit geht es um die Regierung, um die hohen Gaspreise, die Armut und die Inflation.

Noch problematischer sind die Maßnahmen, die die EU zum “Schutz vor ausländischer Einmischung” ergriffen hat. Sie richten sich ausschließlich gegen Russland und stellen selbst eine massive Einmischung dar. Hier eine kleine Übersicht (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

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Selten hat die EU so viel Geld und Personal in einem Drittland aufgeboten wie in Moldau. So will sie die Wahl in ihrem Sinne “absichern”. Wie widersprüchlich das ist, zeigt dieses Zitat der EU-Außenbeauftragten Kallas:

“The Moldovan people have the right to choose their own future free from interference. That is why we are extending the scale and scope of the EU’s partnership mission to bolster Moldova’s resilience. We have a specialist team on the ground now supporting Moldova address illicit financing around the elections. And we recently deployed a group of experts, a hybrid rapid response team, to support Moldova against the foreign interference.” – Quelle: Youtube

Dennoch ist sich die Regierung in Moldau ihrer Sache wohl nicht ganz sicher. Vor der Wahl gab es dutzende Verhaftungen, außerdem wurden zwei angeblich pro-russische Parteien von dem Votum ausgeschlossen.

Ein rund für die Last-Minute-Aktionen: Nach den letzten Umfragen liegt Sandus Partei der Aktion und Solidarität (PAS) mit 34,7 Prozent knapp hinter dem pro-russischen Patriotischen Block mit 36 Prozent. 

Als “ultima ratio” soll Sandu nun sogar erwägen, die Wahl nachträglich zu annullieren. Als “Vorbild” gilt das Nachbarland Rumänien, wo ein Nato-kritischer Kandidat ausgeschlossen wurde. Die EU hatte damit keine Probleme

Siehe auch Moldau: Sandu gewinnt Wahl mit Hilfe aus dem Ausland und unseren Update mit dem Wahlausgang. Mehr zu Moldau hier

P.S. Telegram-Gründer Durow berichtet auf X, dass er vom französischen Geheimdienst aufgefordert wurde, mißliebige Konten aus Moldau zu sperren, um die Präsidentschaftswahlen von einem Jahr zu “sichern”. In einigen Fällen habe er Folge geleistet, in andern nicht – denn nicht alle Konten waren “problematisch”. Auch hier geht es um ausländische (französische) Einmischung in eine Wahl außerhalb der EU – noch dazu über einen weltweit tätigen Messenger. Durow spricht von Zensur…