Wie Bannon die Europawahl aufmischen will
Die Ankündigung schlug in Brüssel wie eine Bombe ein: Der rechte Vordenker und ehemaliger Berater von US-Präsident Trump, S. Bannon, will eine Art Internationale der Nationalisten in der EU gründen.
Sein Hauptquartier will Bannon ausgerechnet in der EU-Kapitale aufschlagen. Von dort will er künftig mit der FPÖ, der Lega oder dem Front National kooperieren.
Der Chef der Liberalen im Europaparament, Verhofstadt, reagierte prompt. “We know what the nightmare of nationalism did to our countries in the past”, twitterte er. “We must #BanBannon! #GenerationEurope must stop him!”
Auch in Deutschland bekam Bannon sofort Gegenwind. Fast alle Parteien wollen sich seiner Bewegung entgegenstellen, sogar die AfD hat Vorbehalte.
Das scheint Bannon aber nicht zu schrecken, im Gegenteil. Er ist fest davon überzeugt, dass Kanzlerin Angela Merkel und ihre Anhänger schon bald die Macht verlieren werden.
Sein Idol heißt George Soros, der Investor und Philanthrop, der sich vor allem in Osteuropa für Demokratie und Rechtsstaat engagiert. “Soros is brilliant,” he said. “He’s evil but he’s brilliant.”
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27. Juli 2018 @ 16:56
„George Soros, der Investor und Philanthrop … der sich vor allem in Osteuropa für Demokratie und Rechtsstaat engagiert.“
Das ist doch hoffentlich ironisch gemeint.
Davon abgesehen: „Er ist fest davon überzeugt, dass Kanzlerin Angela Merkel und ihre Anhänger schon bald die Macht verlieren werden.“
Das bin ich auch.
27. Juli 2018 @ 09:48
Es ist nichts Neues, dass die Rechten, die Nationalisten und Abspalter (Sezessionisten, Regionalisten) in Europa sich vereinen. Davon haben in den 90er jahren schon die Republikanergefselt. Das klingt zwar paradox, ist aber sinnvoll. Nur gemeinsam können sie eine Chance haben, ihre Vorstellung von einem „Europa der Nationen“ umzusetzen. De Gaulles Parole „Europa der Nationen (Vaterländer)“ wird seit langem Rechten im Munde geführt und verfälscht. Neu ist nur, dsss sie jetzt wahrscheinlich auch noch Geld von ihren amerikanischen Glaubensbrüdern bekommen sollen. Allerdings, wenn die AfD schon Bedenken hat, heißt dass, dass sich sich vor „Überfemdung“ durch die US-Rechten fürchten? Will heißen, vor zu viel Einflussnahme, sodass ihnen das Zepter entgleitet, oder nur vor Bannons persönlichem Haudrauf-Ansichten?
26. Juli 2018 @ 11:29
Eine Internationale der Nationalisten ist eine contradictio in adiecto.