Was wird aus AstraZeneca? – Brüssel drückt sich um klare Antwort

Die EU hat ihre Bestellungen für CoronaVakzine von Astrazeneca nicht über den Monat Juni hinaus verlängert. Doch was soll nun aus all jenen werden, die auf ihre zweite Impfdosis warten? Brüssel drückt sich um eine klare Antwort.

Es stehe noch nicht fest, ob es zu weiteren Bestellungen komme, sagte EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton. „Ob wir das tun, bleibt abzuwarten“, sagte er dem Radiosender France Inter/France Info.

Mehrere EU-Korrespondenten wollten wissen, was das bedeutet. Lässt die EU all jene Bürger hängen, die bereits mit AZ geimpft wurden und nun auf ihre zweite Dosis warten (wie der Autor dieser Zeilen)?

Und wie sieht es mit möglichen Auffrischungen auf? Soll man nach AZ auf BionTech/Pfizer umsteigen, das auch in den nächsten beiden Jahren geliefert wird? Ist das überhaupt kompatibel?

Die EU-Kommission gab keine klare Antwort. Es gebe ja einen gültigen Vertrag mit AstraZeneca über die Lieferung weiterer Vakzine, sagte ein Sprecher. Die Kommission habe Klage in Belgien eingereicht, um die Vertragserfüllung zu erzwingen.

Doch wie diese Klage ausgeht, weiß niemand. Und ob es einen Anschlußvertrag geben wird, ist auch offen. Breton hat sich nicht festgelegt, seine Chefin von der Leyen auch nicht.

Klar scheint nur, dass die EU-Staaten keine nationale Bestellung bei AstraZeneca aufgeben dürfen – und dass der Restbestand verramscht wird. In Deutschland kann nun jeder die AZ-Spritze haben, sogar ohne Termin.

Alle jene, die sich auf AstraZeneca eingelassen haben, sehen nun wie Loser aus. Der Gewinner hingegen ist BionTech/Pfizer, das nunmehr über ein Quasi-Monopol verfügt…