BRICs, PIGS and back again
Kaum dass die Eurokrise beendet scheint, sorgen die Schwellenländer für Turbulenzen an den Weltmärkten. Die “importierten Probleme” könnten sogar den Aufschwung in Deutschland gefährden, schreibt die “SZ”. Dabei kommt die Krise der BRICs nicht aus heiterem Himmel.
Absturz in Argentinien, Krise in Brasilien, Währungsverfall in der Türkei: Gestern schrillten an den Börsen ‘mal wieder die Alarmglocken. Der Dax ging auf Talfahrt.
Diesmal sind es nicht die PIGS, die Krisenländer der Eurozone, sondern die BRICs, die scheinbar ewig aufstrebenden Schwellenländer, die für Unruhe sorgen.
Die “importierten Probleme” könnten den “Aufschwung” in Deutschland gefährden, schreibt die SZ in einer aktuellen Analyse.
Aufschwung? Mit 0,4 Prozent Wachstum erlebte Deutschland 2013 gerade eine Stagnation. Ein Boom sieht anders aus (siehe dazu auch die “Querschüsse”).
Importierte Probleme? Eher war unser Wachstum importiert. Aus China, aus Russland, und eben auch aus Brasilien und der Türkei, wo es jetzt kracht – urplötzlich.
Urplötzlich? Aber nein. Das “Wirtschaftswunder” der BRICs ist genauso von Analysten und Spekulanten herbeigeredet worden wie die Krise der so genannten PIGS.
Nach dem Zusammenbruch der Lehman Brothers brauchten die Märkte wieder Orientierung – und erfanden die BRICs, jenes Acronym, das völlig verschiedene Länder verbindet.
Damit verbunden war die Erwartung (=Spekulation), dass dort Wachstum zu holen wäre. Als negatives Gegenbild dienten die PIGS – dort könnte man das nötige Kapital abziehen.
Während Kanzlerin Merkel immer noch glaubt, Griechenland & Co. würden für hohe Staatsschulden und mangelnde Wettbewerbsfähigkeit “bestraft”, sorgt eine neue, in London und New York ausgeheckte “Story” für neue absurde Entwicklungen.
Nach der Euro-Blase kam die Schwellenländer-Blase. Als die erste platzte, stürzten die PIGS in die Krise. Nun sind die BRICs an der Reihe – und im Gefolge ziehen plötzlich auch die Renditen für Griechenland, Spanien und Italien wieder an.
So geht die Welle der Spekulation von einer Phantasie zur nächsten – von BRICs zu PIGS, einmal um die Welt und wieder zurück. Boom and bust, Blase und Krise, so geht das im globalen Kasino-Kapitalismus.
Und das marktgläubige und weltmarktabhängige Deutschland sieht sich natürlich ‘mal wieder als unschuldiges Opfer. Dabei baut sich bei uns gerade die nächste Blase auf. Wehe, wenn sie platzt…
P.S. Mit den PIGs und den spekulativen Aspekten der Eurokrise habe ich mich schon in meinem E-Book auseinandergesetzt; einen Einblick gibt’s hier
photo credit: Blog do Planalto via photopin cc

30. Januar 2014 @ 20:21
@Mark, Ihrer Meinung nach, sind denn ueber langere Zeitraeume sehr erfolgreiche Investoren oder Spekulanten, es gibt sie ja, Glueckspilze, oder Hellseher oder Insider ?
31. Januar 2014 @ 11:02
@fufu
Insider. Sie wissen, wie sie eine irrationale Reaktion des Finanzmarkts provozieren und ihren Profit daraus ziehen können. Sie verstehen quasi die irrationalen Mechanismen des Finanzmarktes am besten.
31. Januar 2014 @ 17:34
Der Witz ist doch, dass es im Prinzip nichts “irrationales” ist, was sich da abspielt. Jeder mit Kenntnissen in Sozialpsychologie weiß, welches Verhalten Menschen in verschiedenen Situationen an den Tag legen. Irrational wird das nur für den, der an den marktbestimmenden, “rationalen Agenten” glaubt.
30. Januar 2014 @ 09:33
@ebo Was die BRICS und andere sich entwickelnde Länder gemeinsam haben: sie sind Teil desselben Index. Handeln die Marktteilnehmer rational? Jein. Aus individueller Sicht ist es durchaus rational, aus dem irrationalen Verhalten der anderen Marktteilnehmer Profit schlagen zu wollen. Nur übersieht der Einzelne, dass sein scheinbar rationales Verhalten die Irrationalität der Gruppe verstärkt. Er ist gleichzeitig Subjekt und Objekt und hat im Zeitablauf, im Unterschied zum Naturwissenschaftler, der seine Experimente wiederholen kann, nur einen Versuch frei. Deshalb lässt sich auch die Geschichte nicht vorhersagen. Sehr wohl aber ist sie interpretationsoffen, wie die Beiträge zu Ihrem Blog zeigen. Fazit für mich: langfristig können die Finanzmärkte nicht mehr liefern als die Realwirtschaft.
30. Januar 2014 @ 15:35
@Peter Nemschak
Meinen Grlückwunsch für ihre treffende Analyse! Noch eine kleine Nachfrage: wie nennen sie Menschen, die in diesen aufgebauschten Irratinalitäten echte Kausalitäten erkennen können? Vielleicht erinnern sie sich, ich nenne sie Gaukler.
30. Januar 2014 @ 07:31
Weil es in die Thematik passt, der heutige Beitrag von Flassbeck.
Stellungnahme zu Türkei und carry-trades.
30. Januar 2014 @ 06:59
@thewisemansfear, der von Dir zitierte Artikel zeigt, dass originelle aber systemkritische Arbeiten unterdrueckt werden, andererseits werden fuer Theorien aus dem vorletzten Jahrhundert, aufgemotzt mit etwas Mittelstufenmathematik, Oekonomienobelpreise vergeben. Von Friedensnobelpreisen und Boxweltmeistertiteln will ich garnicht reden.
29. Januar 2014 @ 23:35
Die Diskussion hier geht der ganzen Sache vorbei. Das Problem ist die Deflation! Kaum hat die US-Notebank den Geldhahn zugedreht die BRICS stürzen in eine Deflationsspirale. Und wie sieht’s aus mit Europa?
Die Eurostat-Daten zeigen, dass Italien, Spanien, Holland, Portugal, Griechenland, Estland, Slowenien, der Slowakei, Lettland, sowie die Euro-gebunden Dänemark, Ungarn, Bulgarien und Litauen seit Mai befinden sie sich im Sumpf der Deflation und seit August folgte Frankreich. Und was tut Europa dagegen? Nichts !!
Der EZB Mario Draghi sprach vor Weihnachten über die Notwendigkeit für einen “Sicherheitsmauer” gegen die Deflation aber jetzt scheint seltsam passiv.
29. Januar 2014 @ 20:52
@hannes, Nobelpreise ok, Fama und random walk (stimmt eh nicht) oder Shiller Herdentrieb (schon besser) hat aber alles mit der Realitaet wenig zu tun. Die Woelfe jagen im Rudel und jeder uebernimmt andere Aufgaben (unter Umstaenden voruebergehend die Gegenposition , siehe Paulson). Grosse Spekulanten handen n u r mit Insiderkenntnissen.
@ebo Turkei, Indien und Suedafrika haben Interesse an der SCO
29. Januar 2014 @ 17:03
@hannes
Heute kommt der nächste “Knaller”: Die Türkei, Südafrika und Indien stemmen sich gegen den Markt, die “Welt” sieht schon einen “Krieg gegen Spekulanten” http://www.welt.de/finanzen/geldanlage/article124342676/Schwellenlaender-erklaeren-Spekulanten-den-Krieg.html
So und nun erklären Sie mir mal, wo der rationale Kern dieser Geschichte ist.
29. Januar 2014 @ 17:50
Emerging Markets gelten im Allgemeinen als wachstumstark aber auch risikoreich (deshalb auch die hohen Renditen). In Zeiten einer lockeren Geldpolitik fliesst somit entsprechend viel Kapital in diese Märkte (liquiditätsgetriebene Hausse). Zeichnet sich ein Ende dieser lockeren Geldpolitik ab (Stichwort Tapering), so erfolgt eine Umschichtung der Vermögenswerte von potentiell riskanten zu tendenziell risikoärmeren Assets. Es handelt sich somit nicht um eine spekulationsgetriebene Entwicklung, sondern um die fehlende Bereitschaft der Investoren weiterhin in solchen Märkten investiert zu sein.
Ist es nicht so, dass z.B. die Anforderungen der EZB an die Qualität der hinterlegten Assets bereits so tief ist, dass es sich sehr schön in Kombination mit dem “billigen Geld” eine “risikolose” Rendite einfahren lässt? -Free lunch for everyone and whatever it takes…
Sehr rational, wenn Du mich fragst (ich erlaube mir einfach mal das “Du” und lade Dich auch dazu ein)…
29. Januar 2014 @ 17:56
Gern. Deine Erklärung kling rational, so lese ich sie auch jeden Tag in der Zeitung. Dennoch hat mir bisher niemand erklären können, was Südafrika, die Türkei und Indien gemeinsam haben. Ich sehe hier eher einen Herdentrieb am Werk, der von irrationalen Erwartungen und irreführenden Konzepten wie den BRICs gesteuert wird. Genau darauf wollte ich in meinem Post hinweisen. Bei den PIGS war es übrigens genauso. Jahrelang hatte niemand etwas gegen Italiens Berlusconi oder Spaniens Zapatero einzuwenden, im Gegenteil: Spanien war sogar eine Erfolgsgeschichte. Doch als die Welle einmal losgetreten war, kamen alle PIGS-Länder an die Reihe…und zwar völlig unabhängig von realwirtschaftlichen Entwicklungen oder politischen Entscheidungen!
29. Januar 2014 @ 18:16
Habe gerade den Welt-Artikel gelesen und den, meiner Meinung nach, entscheidenden Satz herausgesucht:
“Das ehemalige Wunderland am Bosporus leidet unter einem toxischen Mix aus ökonomischen und politischen Problemen. Die Türkei lebt klar über ihre Verhältnisse. Das Land importiert deutlich mehr Waren und Dienstleistungen als es ausführt, und ist damit auf ausländisches Kapital angewiesen.”
Dort ist man sicherlich gerne investiert, oder?
Übrigens, um noch mal auf die Kausalitäten zurückzukommen: Der gemeine “Spekulant” spekuliert in der Regel auf den Terminmärkten, d.h. er muss für seine Spekulation stets eine Gegenpartei finden, die selbstredend eine konträre Meinung zu den zukünftigen Entwicklungen haben muss, um den Kontrakt zustande kommen zu lassen. Wie genau funktionieren die “unbändigen Spekulationsattacken” unter dieser Prämisse? -Würde mich mal interessieren…
29. Januar 2014 @ 19:19
@ebo Antwort auf Deine Antwort
Es ist natürlich schwierig den Sachverhalt mit wenigen Worten und abstrahiert in Deinem Blog so darzustellen, dass er leicht verständlich ist und befriedigende Antworten liefert. Mit diesem Anspruch scheitern schließlich auch viele Experten…
Ja, die Märkte sind häufig irrational und es gibt Phänomene wie Herdentriebe etc. Der Grund ist darin zu finden, dass auf den “Märkten” zukünftige Entwicklungen “gehandelt” werden und zwar unter der Prämisse der Ungewissheit für alle Marktteilnehmer. Leider sind in diesem Fall die von Dir genannten Länder (vergessen wir nicht Argentinien) gewissermaßen Opfer (der Nebenwirkung) einer seit vielen Jahren aus dem Ruder laufenden Politik des billigen Geldes, die erst den Grundstein für die ausgeprägten Boom-and-Bust Zyklen gelegt hat (denk mal an die Ursachen der vorangegangenen Krisen). Die strukturellen Probleme der einzelnen Länder werden in solchen Zeiten von der “liquiditätsgetriebenen Hausse” verdeckt und die Betrachtung der Anleger/Investoren richtet sich vielmehr auf die derzeit ausschlaggebenden Faktoren -> Liquidität. Ändern sich die Rahmenbedingungen, so ändern sich auch die Betrachtungen dieser Investoren und vormals ausgeblendete Fakten rücken sehr schnell in den Fokus (“es wird eine andere Story gespielt”). Wichtig wäre es grundsätzlich eine nachhaltige Politik (z.B. Geldpolitik, nachhaltige Investitionspolitik, keine staatlichen Preismanipulationen, etc) zu betreiben (durchaus im Sinne der Keynsianer: aber short-term!), “Handlung und Haftung” zusammen zu führen (=Voraussetzung einer funktionierenden Marktwirtschaft) und eine entsprechende Eigenkapitalquote der Marktteilnehmer zu gewährleisten (“einige sind heutzutage gleicher als andere” natürlich aus gutem Grunde).
Bei den sogenannten “PIGS” Ländern sollte man nicht vergessen, dass diese Mitglieder in einem festen Währungskorsett sind und sie sich damit des wichtigsten Anpassungsmechanismusses(die eigene Währung) beraubt haben. Nötige Anpassungen an veränderte Rahmenbedingungen müssen dann mit schmerzhaften Reformen erkauft werden, die zu wirtschaftlichen Einbrüchen/Problemen führen (Lohnsenkungen, strukturelle Anpassungen, Nachfrageeinbrüche, geringeres Wirtschaftswachstum etc). Das erfolgt entgegen Deiner Annahme abhängig von realwirtschaftlichen Entwicklungen und politischen Entscheidungen. Wenn allerdings die realwirtschaftlichen Entwicklungen häufig zurecht als nicht nachhaltig betrachtet werden und politische Entscheidungen keinen Sinn machen, dann sind natürlich leider diese Länder “dran”. Nicht durch “Spekulanten”, sondern in der Regel durch totlangweilige, risikoaverse Investoren (Pensionsfonds, Versicherungen, etc) die unter den gegebenen Bedingungen nicht bereit sind z.B. Spanien Geld zu einem aus ihrer Sicht nicht risikoadequaten Zins Geld zu leihen.
29. Januar 2014 @ 22:32
@Hannes
Wenn chronische Außenhandelsdefizite ein Anzeichen wären, Invests in diese Länder zu vermeiden, warum wirkt sich das auf die USA oder das UK nicht aus?
Vielleicht gibt dieser Blog ein paar zusätzliche Infos/Einsichten, was sich hier im Grunde genommen abspielt.
Selbst wenn Spekulanten nur eine verstärkende Wirkung haben, sind doch die Massen, die sie in Bewegung setzen können, mit der Zeit auch immer größer geworden. Und umso zerstörerischer fallen die Auswirkungen aus.
29. Januar 2014 @ 08:25
@ebo Russland, China und Indien mögen weltpolitisch Rivalen sein. In ihrer Ablehnung des Westens sind sie sich allerdings einig. Natürlich darf man den Begriff BRICS nicht überstrapazieren, genauso wenig wie den der PIGS.
28. Januar 2014 @ 23:37
Krise beendet schien… ist die richtige Wortwahl
Jedenfalls wenn man den Baltic Dry Index ansieht, welcher stark sinkende Preise für Übersee-Frachten anzeigt.
http://www.bloomberg.com/quote/BDIY:IND
Der konjunkturelle Aufwind auf den Weltmärkten ist seit Januar wieder vorbei.
Fragt sich noch wie lange es geht bis die Aktienmärkte nach unten nachziehen, respektiv wie lange es dauert bis die Täuschungen via die verbalen Äusserungen von Notenbanken den zahlreich wartenden schwarzen Schwänen Platz machen.
28. Januar 2014 @ 22:07
@mira und @hannes, natuerlich sind die Blasen echt.
Den Zeitpunkt zu dem die Blasen unter anderem mittels Medienkampagnen angestochen werden entscheidet aber die politische Opportunitaet. Die BRICS sind einfach zu frech geworden. Letztendlich geht es um die Rolle des Dollars als Leitwaehrung und sein Schosshuendchen dem Euro. Auch die PIGS werden bald wieder an die Reihe kommen.
So unsinnig ist der Artikel nicht.
29. Januar 2014 @ 11:05
Ich kann sehr gut verstehen, dass es in gewisser Weise spannend ist unterschiedliche globale Ereignisse und Vermutungen zu verknüpfen und sich daraus eine “Story” zu basteln. Bei dem vorliegenden Sachverhalt ist es jedoch ausreichend die Kausalitäten zu betrachten, um eine wesentlich unspektakulärere Erklärung zu finden.
Der erste Schritt zur Lösung eines Problems ist schließlich stets die Identifizierung und Benennung des Problems…
29. Januar 2014 @ 13:42
@Hannes
Können sie Unbedarfte wie mich über die Kausalitäten von Kapitalflüssen aufklären?
Nach meinem Verständnis unterliegen sie unzähligen Einzelentscheidungen und es bestehen daher meines erachtens höchstens stochastische Kovarianzen.
29. Januar 2014 @ 16:32
Marc, die Antwort geben Sie sich zum Teil selbst. Leider hat sich der Sachverhalt, dass (Finanz-)Investitionen und in der Folge Kapitalflüsse aus unzähligen, einzelnen Investitionsentscheidungen hervorgehen, bis zu diesem Blog noch nicht herumgesprochen. Es fällt mir in dieser Hinsicht schwer, immer den Spekulatensündenbock aus der Kiste zu holen, wenn politische Entscheidungen zu einer verfehlten Anreizsetzung führen und in der Folge die üblichen Transmissionskanäle “zerstört” werden. Man muss sich dann auch nicht wundern, dass u.a. die unterkapitalisierten Banken mit der Überschussliquidität weltweit Vermögenspreisblasen aufblasen (Stichwort: asset-price inflation) anstatt die Realwirtschaft mit “unsicheren” Krediten zu versorgen (Konsequenz: misallocation of capital).
Ich möchte des Weiteren auch auf das “Unbedarfte wie mich” von Ihnen eingehen. Mein Ziel ist es nicht mich hier als einen unverbesserlichen Besserwisser darzustellen, sondern vielmehr die Betrachtung auf die existierenden Probleme zu lenken, anstatt sehr gewagte Verschwörungstheorien aufzustellen. Offensichtlich vereint uns beide die Erkenntnis, dass “einiges sehr im Argen” liegt. Lassen Sie uns konstruktiv damit umgehen…im Sinne des letzten Satzes meines vorherigen Kommentars…
…wenn ich noch einmal klugscheißen darf: Die Bildung von Finanzmarktzeitreihen (z.B. DAX Kurszeitreihe) unterliegt einem stochastischen Prozess, der zu einer nicht-stationären Zeitreihe führt (random-walk Prozess), wobei die Messwerte der Zeitreihe voneinander abhängig sind. Relevant für die Zeitreihenanalyse sind somit, da die Abhängigkeit der Messwerte einer Zeitreihe im Zeitablauf untersucht werden, die Autokovarianzen und Autokorrelationen (sozusagen die Korrelation der Merkmalsausprägung mit sich selbst in der Zeit).
29. Januar 2014 @ 17:19
@Marc
Möglicherweise habe ich Ihren letzten Satz fehlinterpretiert (“Nach meinem Verständnis…”) und Sie wollen ausdrücken, dass die einzelnen Investitionsentscheidungen verschiedener Entscheidungsträger unkorreliert sind. Sollte das der Fall sein (Famas-These: Informationseffiziente-Märkte-Theorie), so möchte ich Sie auf den Bereich der Behavioral Finance (Shiller-These bzw. Kahneman und Tversky) verweisen, in dem sogenannte Finanzmarktanomalien (“excess volatility”, Indexeffekte oder Herdentrieb) untersucht werden…
28. Januar 2014 @ 15:34
Ebo verwöhnt uns am Montag mal wieder mit prima Stand-Up
“Nach dem Zusammenbruch der Lehman Brothers brauchten die Märkte wieder Orientierung – und erfanden die BRICs” das ist natürlich faktisch Quatsch
“verbunden war die Erwartung (=Spekulation), dass dort Wachstum zu holen wäre” das ist ja furchtbar, Wirtschaftssubjekte, die Erwartungen haben, oder was willst du damit sagen?
“Merkel glaubt Griechenland & Co. würden für hohe Staatsschulden und mangelnde Wettbewerbsfähigkeit “bestraft”” was???
” in London und New York ausgeheckte “Story” ” hää????
“Nach der Euro-Blase kam die Schwellenländer-Blase”
Ich finds prinzipiell gut, dass du von Euro-Blase sprichst (hat hier ein Sinneswandel eingesetzt), aber die Zeitenfolge ist trotzdem Quatsch
” im Gefolge ziehen plötzlich auch die Renditen für Griechenland, Spanien und Italien wieder an” ja um satte 0.3% (glaubst du eigentlich, dass sich die Leute die Artikel nicht durchlesen, die du hier als vermeintliche Bestätigung für deine kruden Thesen verlinkst?)
” von BRICs zu PIGS, einmal um die Welt und wieder zurück. Boom and bust, Blase und Krise” ja genau yin und yang, lirum larum, .
“das marktgläubige und weltmarktabhängige Deutschland sieht sich natürlich ‘mal wieder als unschuldiges Opfer” was???
“Dabei baut sich bei uns gerade die nächste Blase auf” Ach, welche denn. Werd doch mal genauer. Schließlich herrscht doch Stagnation (siehe oben)….
28. Januar 2014 @ 19:41
mira, dem kann ich mich nur anschließen! Das ist mal wieder ein echter Knaller, den uns ebo hier präsentiert…
28. Januar 2014 @ 09:31
Dass die BRICs keine heile Welt sind, ist dem aufmerksamen Beobachter nicht neu, eben so wenig, dass sie keine homogene Gruppe sind. Dass sich in China, um ein Beispiel zu nennen das Wachstum verlangsamt hat und weniger exportgetrieben ist, war sogar Absicht der chinesischen Regierung. Auch dass in den letzten Monaten massiv Kapital abgezogen wurde, kam nicht überraschend. Bessere Wachstumsaussichten in den entwickelten Ländern, allen voran den USA und die Erwartung, dass in den Industrieländern der Tiefpunkt für niedere Zinsen überschritten ist, haben dazu beigetragen. Auch, dass Märkte nicht stetig sondern ruckartig reagieren, wie in den letzten Tagen die Aktienmärkte, ist nicht neu. Langfristig bleiben die BRICS auf Grund ihrer Demografie und ihres wirtschaftlichen Nachholbedarfs interessante Märkte. Jedenfalls ist die Entwicklung kein Beweis gegen die Marktwirtschaft oder für die Richtigkeit von ebos antiliberalen Etatismus. Der Weltuntergang muss noch ein wenig warten.
28. Januar 2014 @ 11:16
@Peter Nemschak
Darf ich ein kleines Spielchen mit ihnen machen? Wie würde ihr Kommentar denn lauten, wenn die BRICS eine Rallye hingelegt hätten?
Das Wachstum der BRICS ist für den aufmerksamen Beobachter nicht neu. Der Kapitalzufulls in die Länder in der letzten Zeit basiert auf den guten Fundamentaldaten….
Was ich sagen möchte: es findet sich immer jemand, der in den Spekulationen, die nichts anderes als pure Irrationalität sind, einen Sinn erkennen zu glaubt. Das erinnert mich an das Geschwätz der Gauckler im Mittelalter, die auf den Jahrmärkten in die Glaskugel geschaut haben: es wird ihnen in Zukunft etwas Gutes/Schlechtes widerfahren, denn die Kapitalflüsse sind ihnen gewogen/nicht gewogen.
28. Januar 2014 @ 14:59
Keine Rallye dauert ewig. Je länger sie dauert, desto größer das Risiko der Übertreibung und Korrektur. Das Problem: der Zeitpunkt, wann sie endet, steht im vorhinein nicht fest. Trotzdem. langfristig haben die BRICS aus den von mir genannten Gründen großes Wachstumspotenzial trotz wiederkehrender politischer Krisen. Die Direktinvestitionen werden weiter gehen, das kurzfristig mobile Kapital wieder zurückkommen. Den ersten Schreck gab es schon im Frühjahr letzten Jahres, als Taperinggerüchte der Fed die Runde machten. Um Missverständnisse zu vermeiden: ich behaupte nicht die Märkte voraussagen zu können. Das überlasse ich den Gauklern und jenen, welche an den Daytradern ihr Geld verdienen.
28. Januar 2014 @ 15:06
BRICs = Brasilien Russland Indien China. Was hatten diese Länder je gemeinsam? Nichts – außer der Wette, dass sie wie wahnsinnig wachsen. Das hat dann zu Blasen geführt, die nun platzen. Das Ganze ist irrational, ich bleibe dabei.
28. Januar 2014 @ 15:27
@ebo
Gemeinsam: ein pro Kopf Einkommen weit unterhalb der USA und Europas, eine wachsende gut ausgebildete Mittelschicht mit steigenden Einkommen und entsprechenden Konsumbedürfnissen, einen wachsenden industriellen Sektor, der auch international investiert, eine ausgeprägt ungleiche Einkommens- und Vermögensverteilung und ein hohes Maß an Korruption. Sehen Sie das anders?
28. Januar 2014 @ 15:38
@Peter Nemschak
Das gilt auch für viele andere Länder, die nicht zu den BRICs zählen. Allerdings ringen Russland, China und Indien um Macht und Einfluss, sie sind weltpolitische Rivalen. Das wollten und wollen die Finanzanalysten aber nicht sehen. Sie hatten auch kein Interesse daran, ihr PIGS-Vorurteil aufzugeben. Deshalb mussten Spanien und Italien dran glauben, Irland hingegen wurde (und wird) als “Betriebsunfall” betrachtet.
28. Januar 2014 @ 07:41
Das Geldsystem an sich basiert doch auf Vertrauen. Diejenigen, die Geld als “ding” ansehen, werden wahrscheinlich vehement widersprechen, aber spätestens wenn der nächste Bankrun kommt, wird sich zeigen wer recht hat 😉
Im Übrigen verhält es sich bei Golddeckung nicht anders. Während das Gold im Trsor verbleibt, zirkulieren die papiernen/elektronischen “Versprechungen” darauf. Auch hier gilt, wenn zu viele Leute gleichzeitig wie beim Poker “sehen” wollen, ist der Ofen aus.
Da ist also mehr Psychologie “in den Märkten” als man glauben mag.