Update: “Assange in Lebensgefahr”

Der Vorwurf der Vergewaltigung wurde mangels Beweisen fallen gelassen. Dennoch geht es Wikileaks-Mitgründer Julian Assange im britischen Gefängnis nicht besser, im Gegenteil: Er schwebt in Lebensgefahr.

Dies fürchten Ärzte aus acht Ländern, die nun einen dringenden Hilferuf veröffentlicht haben.  Assange benötige dringend medizinische und psychologische Hilfe, heißt es in dem Brief.

Dafür müsse er aus dem Hochsicherheitsgefängnis in Belmarsh südöstlich von London in eine Universitätsklinik verlegt werden. Andernfalls bestünden “ernsthafte Sorgen”, dass Assange “im Gefängnis sterben könnte”.

Assanges Gesundheit hat sich in Belmarsh drastisch verschlechtert. Bei seinem letzten Gerichtstermin am 21. Oktober hatte er einen schwachen und verwirrten Eindruck gemacht.

Die schwedische Justiz hatte vergangenen Dienstag die Ermittlungen gegen Assange wegen mutmaßlicher Vergewaltigung eingestellt. Ein Verfahren wegen angeblichen Geheimnisverrats in den USA läuft jedoch weiter.

Bei einer Auslieferung in die USA droht Assange eine lebenslange Isolationshaft. Mit EU-Recht wäre dies wohl kaum zu vereinbaren – Whistleblower wurden zuletzt besser geschützt.

Dennoch kümmert sich die EU bisher nicht um den wohl prominentesten politischen Häftling Europas. Ob der Appell der Ärzte daran etwas ändert? Es wird höchste Zeit…

Siehe auch “Fall Assange: Brüssel darf nicht wegsehen”

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