Angst vor Trump: Streit um russisches Vermögen eskaliert
Der Streit um das in Belgien festgesetzte russische Zentralbank-Vermögen spitzt sich zu. Die Anhänger eines “Reparations-Darlehens” für die Ukraine werden nervös – sie sind in der Defensive.
“Es muß in wenigen Tagen oder Wochen passieren – sonst reißt uns Trump unsere Karten aus der Hand”. Dies sagte der Brite H. Dixon, der als “Erfinder” des sog. “Reparations-Darlehens” gilt, bei einer Debatte in Brüssel.
Seine Sorge: US-Präsident Trump könnte sich das in Belgien festgesetzte russische Vermögen – geschätzt 200 Mrd. Euro – unter den Nagel reißen. Deshalb müsse es die EU schnellstmöglich der Ukraine zur Verfügung stellen.
Doch dieser Plan, den Kommissionspräsidentin von der Leyen umsetzen will, stößt auf immer größeren Widerstand. Nachdem Belgien seine Vorbehalte bekräftigt hatte, winkt nun auch die Europäische Zentralbank (EZB) ab.
Die „Financial Times“ berichtete unter Berufung auf mehrere Verantwortliche, dass die EZB sich weigere, die geplanten Kredite an die Ukraine abzusichern, weil sie damit gegen ihr geldpolitisches Mandat verstoßen würde.
„Es handelt sich um die Ersetzung einer Forderung auf Bargeld durch eine Forderung auf europäische Anleihen. Das ist doch richtig, oder?“ So spitz konterte EZB-Chefin Lagarde im September den Vorstoß aus Brüssel.
Dieser “Deal” ist mit der EZB nicht zu machen. Mit der ursprünglich willigen EU-Kommission vielleicht auch nicht mehr. Sie hatte mehrere Vorschläge angekündigt, um sich eine (bisher fehlende) Rechtsgrundlage zurechtzubiegen.
Doch nun zögert die von-der-Leyen-Behörde; ob der Entwurf wie geplant am Mittwoch kommt, ist offen. Ohne das russische Geld müsste sie einen Plan B entwickeln, sonst droht der Ukraine die Pleite…
Siehe auch: “Fundamental falsch”: Merz will dennoch russisches Vermögen abgreifen

KK
4. Dezember 2025 @ 01:37
“Dies sagte der Brite H. Dixon…”
Mal ganz naiv gefragt: Was haben die Briten da eigentlich nach dem Brexit noch mitzureden?
Eric Bonse
4. Dezember 2025 @ 08:19
Mit Geld bzw. deren Entwendung kennen sie sich aus, die Briten. Erst haben sie die russischen Oligarchen nach London gelockt, nun hat Londongrad der russischen Zentralbank den Krieg erklärt 🙂
Aber ehrlich gesagt: keine Ahnung!
KK
4. Dezember 2025 @ 11:52
Oder könnte es nicht auch sein, dass der Finanzplatz London vom Vertrauensverlust in Euroclear nach einem derartigen Coup erheblich profitierte?
Eric Bonse
4. Dezember 2025 @ 11:59
Könnte schon sein
european
3. Dezember 2025 @ 10:28
Die EU, nicht nur die Institution sondern auch die Mitgliedslaender, haben sich ihr eigenes Second Life geschaffen und finden den Ausgang nicht mehr. Sie leben fortan in ihrer Illusion, dass sie die Welt an ihre Ideen anpassen koennen, der Avatar hat die Oberhand ueber ihre Persoenlichkeit bekommen, die Welt da draussen existiert nicht mehr. Das System ist nicht mehr abschaltbar, es muss vor die Wand fahren. Jemand muss den Stecker ziehen und dieser jemand wird wohl Donald Trump heissen. Sobald es einen Deal mit Russland gibt, und den wird es geben, faellt das EU-Kartenhaus in sich zusammen.
Wie illusionaer sich das Ganze entwickelt hat, wurde spaetestens dem letzten klar, als Merz kuerzlich vehement dafuer eintrat, die russischen Vermoegen zu verwenden. Merz ist Rechtsanwalt, gerierte sich als Finanzfachmann in der CDU, wickelte die WestLB fuer den Mindestlohn von 1.9 Mio Steuergeld ab, und leistet sich solche eklatanten Fehltritte, indem er Wunschdenken ueber Wirklichkeit stellte.
Michael Lueders hat das in seinem neuen Podcast “Friedensangst” sehr gut dargelegt, einschliesslich der finanziellen Auswirkungen eines EU-Beitritts insbesondere im Agrarsektor. Die Ukraine als dann flaechenmaessig groesstes Agrarland in der EU haette das Recht auf den groessten Anteil aus dem Foerdertopf. Da aber das Land zunehmend in der Hand von US-Grosskonzernen ist, kommt das Geld dann nicht bei den kleinen Bauern an, sondern bei eben diesen Konzernen. Eigentlich koennte man das Geld dann auch gleich direkt in die USA ueberweisen.
https://youtu.be/XenAD5Cn0Lo?si=ELBsylmiknUEhUT6
Ich verweise nochmal auf die Studie War and Theft von Anfang 2023, als bereits mehr als 28 Prozent des Agrarlandes in der Hand von Grosskonzernen war, ca. 9 Monate nach Kriegsbeginn. Ueber den heutigen Stand konnte ich bisher nichts finden, aber vermutlich ist es mehr.
https://www.oaklandinstitute.org/report/war-and-theft
Eric Bonse
3. Dezember 2025 @ 10:39
Hugo Dixon, der “Erfinder” des Mechanismus zur Enteignung russischen Vermögens, ist britischer Unternehmer und bekannter Reuters-Leitartikler. Mit Finanztricks kennen sich diese Leute aus. Das gilt aber auch für Wolfgang Münchau – und der warnt vor einem “sequestration scheme”
european
3. Dezember 2025 @ 10:57
Warum wundert es nicht, dass die Idee von einem Briten kam? Schliesslich sollten die entnommenen russischen Assets durch Eurobonds ersetzt werden, wovon die Briten natuerlich ausgenommen sind.
Ein Schelm ist, wer Boeses dabei denkt 😉
KK
4. Dezember 2025 @ 13:40
“Eigentlich koennte man das Geld dann auch gleich direkt in die USA ueberweisen.”
Auf etwas mehr oder weniger, was in die USA überwiesen wird, kommts dann auch nicht mehr an 😉
Erneuerung
3. Dezember 2025 @ 09:45
Zum wirtschaftlichen Selbstmord gesellt sich nun noch Terrorismus. Der ukrainische SBU darf weltweit Sachen zerstören, die etwas mit Russland zu tun haben könnten, auch wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass dies gar nicht der Fall war. Der SBU hat zugegeben, vor der Türkei und vor Senegal Schiffe beschossen zu haben, die angeblich zur russischen Schattenflotte gehörten. Was Genaues erfährt man nicht, „es wird noch untersucht“. Allerdings befleißigen sich unsere Medien bei dem Tanker an der Küste von der Türkei davon zu sprechen, dass dieser Öl geladen hatte und mit einem Hafen in Russland in Verbindung gebracht werden konnte. Man vergaß, zu erwähnen, dass es sich um Sonnenblumenöl handelte, es reicht ja, wenn man von Öl spricht. Damit ist eigentlich alles gesagt, und Terrorismus ist salonfähig geworden, wird öffentlich zugegeben und unterstützt. Es kann Jeden treffen, weltweit, und das nennt sich Demokratie. Das Ding hat keine Zukunft.
KK
4. Dezember 2025 @ 13:46
Terrorismus war immer schon salonfähig, wenn die Terroristen nur unsere “Freunde” waren – wie anders als Terrorismus soll man zB die tausende Drohnenmorde der USA nennen? Oder die von Israel zu verantwortenden explodierenden Mobiltelefone, denen auch neben den Besitzern viele Unbeteiligte zum Opfer gefallen sind, weil sie zufällig in der Nähe waren? Die Angriffe auf venezolanische Schiffe in der Karibik? UUm nur drei Besipiele aus der jüngeren Vergangenheit zu nennen…
Der Skeptiker
3. Dezember 2025 @ 08:50
Ja, die Ukrainisierung muss aufhören
Das ist ein gefährlicher Holzweg!
Michael
3. Dezember 2025 @ 08:15
Schon erstaunlich dass selbst die verlogene, diebische EU einen Diebstahl nicht in eine gerechte Tat ummünzen kann!
Guido B.
3. Dezember 2025 @ 07:22
Es gibt so viel destruktive Energie in Europas Machtzentren. Die Selbstzerstörung ist zur Obsession der europäischen Eliten geworden. Die Köpfe von vdL, Kallas, Merz, Macron, Starmer, Stubb, Rutte usw. sind inzwischen vollkommen ukrainisiert.
Nicht die Ukraine passt sich dem Niveau der EU an, sondern es ist umgekehrt: Die EU passt sich dem Niveau der Ukraine an. Unsere Eliten arbeiten nur noch daran, den fanatisch-primitiven Selbstzerstörungskult der Banderisten perfekt nachzuahmen.
Wie tief ist Europa gesunken! Man empört sich über Trump und Putin und Xi Jingping und Orban, während man einem korrupten und grössenwahnsinnigen und clownesken Bettlerkönig den roten Teppich ausrollt.
Unsere Eliten sind ein Schwarm von Kamikaze-Drohnen.
Stoppt die Ukrainisierung Europas!
Michael
3. Dezember 2025 @ 08:14
Stimme vollends zu: sofort stoppen! (Und bisherige Entwicklungen rückgängig machen!)
Ric
3. Dezember 2025 @ 11:56
Krieg mal einen Geist zurück in die Flasche! Und das mit unseren Regierungsmafiosi! Die haben gerade ihre Verweildauer mit der Hinauszögerung und Verhinderung einer Neuauszählung der BSW-Stimmen, der einzigen Partei, die ihnen systemimmanent den Stecker hätte ziehen können, erfolgreich verlängert. Wir werden viel und lange bluten und zahlen müssen.