Spanien am Abgrund

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Weil Griechenland wählt, muss Spanien zittern, meint dieser Experte

Kurz vor den Wahlen in Griechenland steigt das Fieber an den Finanzmärkten. Heute bekam dies vor allem Spanien zu spüren: Die Rendite für spanische Staatsanleihen stieg auf fast sieben Prozent, den höchsten Stand seit Einführung des Euros. Damit wurde erstmals die „Todesschwelle“ erreicht, ab der die Aufnahme neuer Kredite zu kostspielig wird. Auch Italien musste höhere Zinsen zahlen.

Der Fieberanfall sei auch auf die Wahlen in Griechenland zurückzuführen, sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Rehn. Aus Angst vor einem Austritt Griechenlands aus dem Euro sind die Anleger seit Tagen in heller Aufruhr. Sollte es tatsächlich zu einem „Grexit“ kommen, könnten die Märkte endgültig verrückt spielen – und Spanien oder Italien noch mehr unter Druck bringen. Die Eurogruppe plant deshalb schon eine Krisensitzung am Sonntagabend.

Für Spanien ist die Lage besonders kritisch. Am Wochenende hatte die Eurozone dem Land einen Hilfskredit von bis zu 100 Milliarden Euro zugesagt, um die maroden Banken zu sanieren. Damit steigt jedoch auch die Verschuldung des Staates an, über den die Hilfe abgewickelt wird. Die Ratingsagentur Moody‘s hatte die Kreditwürdigkeit Spaniens daher am Mittwoch um drei Noten gesenkt, sie liegt nur noch knapp über dem so genannten Ramschstatus.

Die Herabstufung macht es für Spanien fast unmöglich, sich an den Märkten zu finanzieren. Außenminister García-Margallo appellierte deswegen an die Europäische Zentralbank, seinem Land zu helfenDoch die Euroländer planen weder neue Hilfen noch Gegenmaßnahmen. Es sei nicht Sache von Ratingagenturen, über Erfolg oder Misserfolg der Rekapitalisierung des spanischen Bankensektors zu entscheiden, sagte Rehns Sprecher – das war‘s.

Nicht nur die EZB und der Währungskommissar versagen. Auch Deutschland muss sich massive Vorwürfe gefallen lassen. Zum einen hat die Bundesregierung die “Grexit”-Debatte immer wieder angeheizt, die nun an den Märkten für Panik sorgt. Zum zweiten sträubt sie sich gegen alle Vorschläge, die den Märkten Fesseln anlegen würden, wie ich heute schon ausführlich geschrieben habe (“It’s the markets, stupid”).

Vor allem aber war es Deutschland, das Spanien unter den Euro-Rettungschirm zwang (siehe dazu “Breaking the rules”) und dabei durchsetzte, dass der Staat für die Bankenhilfen haftet. Daher sei es nur logisch, dass nun die Bonität des Staates leidet, schreibt M. Schieritz vom “Herdentrieb” unter den provozierenden Überschrift “Deutschland ruiniert Spanien”

Und was sagt die Bundesregierung dazu? Nichts, oder fast nichts: sie sprach der Regierung in Madrid mal wieder ihr “volles Vertrauen” aus…

 

 

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