Neues vom Wirtschaftskrieg (287): Trump nimmt drei Länder in die Zange
Ein Trump-Vertrauter übernimmt deutsche Tanklager. Macron meldet einen Militäreinsatz gegen Russland im Mittelmeer. Und US-Präsident Trump verschärft den Wirtschaftskrieg gegen drei Länder.
US-Präsident Trump verschärft den Wirtschaftskrieg gegen drei Länder. “USA nehmen Irans Ölexporte ins Visier”, meldet der “Spiegel”. Die Strafmaßnahmen richten sich gegen neun Schiffe und acht zugehörige Firmen, wie das US-Finanzministerium mitteilte. “Die heutigen Sanktionen zielen auf eine entscheidende Komponente, mit der Iran die Mittel erwirtschaftet, die zur Unterdrückung des eigenen Volkes eingesetzt werden”, sagte US-Finanzminister Scott Bessent. – Diese pseudo-humanitäre Begründung fehlt in Kuba und in Venezuela völlig. In Venezuela kassieren die USA 200 von insgesamt 500 Millionen Dollar aus einem Ölverkauf, wie die “Deutsche Welle” berichtet. Der Rest geht an die Übergangsregierung von Trumps Gnaden. In Kuba geht es um “Regime change”. Trump erwägt die vollständige Blockade der Öllieferungen,so die “FR”. – Selten wurde der Wirtschaftskrieg so rücksichtslos geführt. Die EU erhebt keine Einwände – dabei ist sie auch betroffen – siehe unten.
Macron meldet Militäreinsatz gegen Russland im Mittelmeer. Die französische Marine hat einen unter Sanktionen stehenden russischen Öltanker im Mittelmeer geentert. Der Einsatz sei “mit Unterstützung mehrerer unserer Verbündeten” erfolgt, schrieb Präsident Macron im Onlinedienst X. Der Öltanker stehe im Verdacht, unter falscher Flagge zu fahren. Bei dem Einsatz sei das Seerechtsübereinkommen der UN respektiert worden, erklärte Macron. (…) Die Aktivitäten der sogenannten Schattenflotte trügen zur Finanzierung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine bei. (Stern) – Die Vereinten Nationen haben keine Sanktionen gegen russische Tanker verhängt. Es geht hier um EU-Sanktionen – doch die dürfen normalerweise nur auf EU-Gebiet durchgesetzt werden, nicht auf offenem Meer. Frankreich spielt mit dem Feuer…
Trump-Vertrauter übernimmt deutsche Tanklager. Ein enger Vertrauter von US-Präsident Trump kontrolliert einem Medienbericht zufolge nun einen Teil der deutschen Energieinfrastruktur. Dabei geht es um Tanklager und Pipelines. Hintergrund ist die Übernahme der Firma TanQuid durch das US-Unternehmen Sunoco LP – dies ist eine Tochterfirma des US-Konzerns Energy Transfer. Deren Chef ist der US-Milliardär Kelcy Warren, laut „Spiegel“ ein Spender der „Make America Great Again“-Bewegung und enger Vertrauter Trumps. (Handelsblatt) Das Wirtschaftsministerium gab den Erwerb der Firma TanQuid unter Auflagen frei. Die EU hat sich nicht geäußert – dabei steigt damit die ohnehin schon enorme energiepolitische Abhängigkeit von den USA. Derweil redet von der Leyen von “Unabhängigkeit”…
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P.S. Außenminister Wadephul fordert ein schärferes Vorgehen gegen die sogenannte russische Schattenflotte, mit der Moskau versucht, EU-Sanktionen gegen seine Ölverkäufe zu umgehen. Das internationale Seerecht müsse dringend novelliert werden, sagte der CDU-Politiker. Das aktuelle Recht verhindere, gegen Schiffe und die Hintermänner vorzugehen. „Es kann nicht sein, dass uns hier einseitig dauerhaft die Hände gebunden sind.“ – Zu gut deutsch: Wadephul will sich nicht mehr an das Seerecht halten und Piraterie erlauben…

27. Januar 2026 @ 15:22
Dänemark stellt sich quer, steigt aus US-Staatsanleihen aus, rät Kanada den Kauf von F-35 zu stornieren…
Wird noch lustig.
27. Januar 2026 @ 14:44
“Der Öltanker stehe im Verdacht, unter falscher Flagge zu fahren.”
Ist es nicht so, dass die meissten (westlichen) Handelsschiffe heutzutage “unter falscher Flagge” fahren? Zum einen aus Kostengründen, und auch um gesetzliche Mindeststandards und -löhne zu umgehen?
27. Januar 2026 @ 08:49
Man sollte endlich die dicken Bretter vor den Augen wegnehmen. Vielleicht würde man dann erkennen, wer wirklichen Freund und wer Feind ist, wer wirklich Frieden will oder den Krieg weiter anheizen will. Einige unserer Politiker machen da ja ungestraft kein Geheimnis daraus, wie man bei Miosga am Sonntag wieder sehen konnte.
27. Januar 2026 @ 08:19
Zusammengefasst:
— Trump hält sich nur an die Trump-Regeln
— Die EU hat die “regelbasierte Ordnung” längst durch eine Kasuistik ersetzt, deren Leitmotiv lautet: “Was uns nutzt, ist regelbasiert”
— Die (US‑)Oligarchie eignet sich mal wieder ein Stückchen kritischer Infrastruktur an.
Also Business as usual.
26. Januar 2026 @ 23:49
Bei nicht-staatlichen Akteuren handelt es sich um Piraterie, bei staatlichen Akteuren um einen Kriegsgrund.
Ich würde nicht darauf wetten, dass die Nato (ohne USA) stärker als Russland ist. Unsere Salon-Strategen glauben, der Krieg gegen die Nato läuft wie der Krieg in der Ukraine – das wird ein Irrtum sein. Putin hat gesagt, man wolle keinen Krieg führen, aber man wäre allzeit bereit und hinterher sei niemand mehr da, der noch mit Russland verhandeln könne. Man könnte daraus schließen, dass jede Menge taktischer Atomwaffen eingesetzt werden.
26. Januar 2026 @ 18:27
Das Wirtschaftsministerium gab den Erwerb der Firma TanQuid unter Auflagen frei…
TanQuid betreibt:
15 Tanklager in Deutschland
1 Terminal in Polen
ca. 3 Mio. m³ Lagerkapazität
über 1000 km strategisch relevante Pipelines
Damit ist TanQuid ein Schlüsselunternehmen für: Ölversorgung, Chemieindustrie, strategische Reservehaltung. Der Verkauf an einen US‑Konzern mit Nähe zum US‑Präsidenten wird deshalb als geopolitisch heikel bewertet. Der private Verkäufer bleibt anonym, es handelt sich immerhin um 20% der Gesamt-Lagerkapazität Deutschlands.
Leider ist es “rechtens” dass existentielle, kritische Infrastruktur (Energie, Wasser, Telekom, Gesundheit, Transport) an ausländische Firmen nach Überprüfung und Genehmigung, verkauft werden dürfen. Der Verkauf unterliegt jedoch “einer strengen Investitionskontrolle”. Gerade deshalb möchte ich zu gerne wissen, wer im Ministerium das gemanagt hat und wie dessen familiäres Vermögen aufgestellt ist. Für mich stinkt der deal förmlich nach Korruption.
27. Januar 2026 @ 07:43
Wenn man unsere Wirtschaftsministerin gestern in heute gesehen hat, erschließt sich das mit der Korruption näher. Sie hat argumentiert wie eine Nato-Verteidigungsministerin. Nicht die leiseste Distanz zu US-Interessen. Militärisch bis ins Mark.
27. Januar 2026 @ 09:04
Uncle Sam lässt den deutschen Dackel, der einst ein Monster war, nicht mehr von der Leine. Damit dürfte die Prüfung/ Genehmigung erklärt sein:-)
26. Januar 2026 @ 18:06
Wenn sich das Opfer wehrt, muss man es strangulieren. Das ist die übliche Vorgehensweise der Serienvergewaltiger aka “Golden Billion”.
26. Januar 2026 @ 17:16
Typisch Wadephul aus Deutschland: es darf bei der nationalen und internationalen Gesetzgebung nicht um Gerechtigkeit gehen, sondern um Recht angepasst an jeweilige Interessenlagen! Es ist ein klarer Ausdruck der nationalistischen und imperialistischen Ideologie des Westens, auch wenn diese nicht nur auf der falschen Seite der Geschichte steht, sondern inzwischen selbst Geschichte wird! Unglaublich! Und selbstverständlich sind deutsche Vertreter a la Merz, Wadephul, Leyen, Weber, Rötgen, etc., etc. wieder einmal an vorderster Front mit dabei! Eine Farce!