MSC 2026: Doppelstrategie oder Schizophrenie?
Die Münchener (Un-)Sicherheitskonferenz ist vorbei, ein Eklat wie im letzten Jahr ist ausgeblieben. Allerdings ist immer noch nicht klar, welchen Kurs die EUropäer gegenüber den USA fahren.
Geht es um mehr Unabhängigkeit, wie Kanzler Merz sagte? Und wenn ja, wie soll sie angesichts der Abhängigkeit bei Militär, Energie und Digital – und der Fixierung auf die Ukraine und den Krieg gegen Russland – erreicht werden?
Fahren die EUropäer eine Doppelstrategie – Zusammenarbeit wo nötig, Autonomie wo möglich? Oder handeln sie ganz einfach schizophren – wie in einer toxischen Beziehung, aus der man nicht rauskommt?
Wer sich die Reaktionen auf die Rede von Außenminister Rubio anschaut, muß wohl eher von Schizophrenie sprechen. Der “pro-europäische” Neocon-Politiker bekam stehende Ovationen, auch Außenminister Wadephul klatschte Beifall.
Dabei hat sich Rubio von der alten Weltordnung verabschiedet und von den EUropäern mehr Gefolgschaft gefordert. Die USA würden unter US-Präsident Trump einen “neuen Westen” aufbauen – gerne mit, zur Not aber auch ohne EU.
Die Rede trug neokoloniale und imperiale Züge, doch die Kritik hielt sich in Grenzen. Die EUropäer sind bescheiden geworden – wenn man sie nicht beschimpft und verhöhnt, sind sie schon zufrieden.
Doch eine Strategie, die haben sie immer noch nicht…
Siehe auch (Un)-Sicherheitskonferenz: Merz macht zwei brisante Ansagen
