Mit seinem Kuschelkurs bei Trump spaltet Merz die EU
Der Besuch von Kanzler Merz bei US-Präsident Trump hat ein Nachspiel. Weil Trump bei dem Treffen wilde Drohungen gegen Spanien ausgestoßen hat und Merz nicht öffentlich widersprach, entstand der Eindruck, daß sich die EU spalten lassen würde.
Um das zu verhindern, haben sich EU-Ratspräsident Costa, die EU-Kommission und Frankreichs Staatschef Macron mit Spanien solidarisch erklärt. Zugleich äußerten viele EU-Politiker ihr Unverständnis über Merz.
Der CDU-Chef hatte nicht nur Trumps Drohung mit Handelssanktionen unbeantwortet gelassen, sondern selbst auch noch einen höheren Nato-Beitrag von Spanien verlangt und Premier Sanchez unter Druck gesetzt.
Streit um Nato-Beitrag und Aufrüstung
Die EU sprang Sanchez nun beim Handel zur Seite – denn das ist eine ausschließliche EU-Kompetenz. Der Streit dreht sich aber nicht nur um Zölle, sondern auch um den Nato-Beitrag – und da ist Merz ein Teil des Problems.
Nach seiner Wahl 2025 hatte der Kanzler das von Trump willkürlich vorgegebene neue Nato-Ziel von 5 Prozent des BIP geschluckt, um den US-Präsidenten für sich zu gewinnen und die “Führung” in EUropa zu übernehmen.
Doch sein Kalkül, Trump werde im Gegenzug seine Ukraine-Politik ändern und der EU keine hohen Zölle aufbrummen, ging nicht auf. Der US-Präsident lobte Deutschland, zog seine antieuropäische Politik aber knallhart durch.
Der hohe Preis deutscher Vasallentreue
Den Schaden hat die gesamte EU – nicht nur beim Handel, sondern auch bei der Aufrüstung. Die meisten EU-Länder wissen nicht, wie sie das neue, surreale 5-Prozent-Ziel erreichen und zugleich, wie von Brüssel gefordert, sparen sollen.
Viele Länder müssen nun bei den Sozialleistungen kürzen und sich auch noch deutsche Ermahnungen anhören, daß sie mehr für die Rüstung tun sollen. Zuletzt hat sich Außenminister Wadephul sogar erdreistet, Frankreich zu rügen.
Diese Politik schadet der EU – ganz unabhängig vom aktuellen Streit um Spanien. Merz hat viele Partner durch seine Vasallentreue zu Trump in ein Dilemma gestürzt – und merkt nicht einmal, welchen Schaden er anrichtet…
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6. März 2026 @ 09:17
Nur wahre Supermänner, wie Friedrich, der nur körperlich Große, schaffen es mit links, die sich widersprechenden Ziele unter einen Hut zu bringen:
— Ausrüstungsausgaben hochjagen UND Zivilwirtschaft wieder auf Kurs bringen UND Infrastrukturdefizite beheben
— Unternehmenssteuern senken UND Steuern für die oberen 10 % senken UND Steuern für die mittleren und niedrigen Einkommen senken
— rücksichtslos deutsche Interessen verfolgen UND EU zusammenhalten
— eigenständige EU-Politik verfolgen UND Donald I. um den nicht vorhandenen Bart gehen
— den Deutschen Angst machen, damit sie endlich wieder die Ärmel hochkrempeln und ihre Ansprüche zurückschrauben, UND den Aufstieg der Rechtspopulisten stoppen
— das Einkommen breiter Bevölkerungsschichten schmälern UND den Binnenkonsum steigern (https://redfirefrog.wordpress.com/2026/02/02/mythen-in-tuten-bip-i/)
— Außenhandel als Sanktionsmittel nutzen UND Exportmärkte erhalten (https://redfirefrog.wordpress.com/2026/02/27/mythen-in-tuten-deindustrialisierung-oder-die-fehlende-wettbewerbsfahigkeit/)
— UND dann auch noch den Staatshaushalt unter Kontrolle halten
Dazu bedarf es eben wahrer Genies …
6. März 2026 @ 11:09
@Thomas
Tzja, wie heißt es doch so schön: “Nur kleine Lichter halten Ordnung (im Kopf), das Genie beherrscht das Chaos!”
6. März 2026 @ 14:01
@ Thomas Damrau:
Der Mann ist das personifizierte Oxymoron 😉