Lagarde: Frankreich (noch) kein Fall für den IWF

In Deutschland geht die Sorge vor einer Finanzkrise in Frankreich um. Nun kommt Entwarnung von der Europäischen Zentralbank – allerdings nur vorläufig und mit Vorbehalt.

Frankreich befindet sich nach Ansicht von EZB-Präsidentin Lagarde derzeit nicht in einer Lage, die ein Eingreifen des Internationalen Währungsfonds (IWF) erforderlich machen würde.

“Ich glaube, dass das französische Bankensystem gut kapitalisiert ist, dass es in einer besseren Verfassung ist als während der letzten großen Finanzkrise”, sagte die Französin im französischen Radio.

Allerdings sei der – absehbare – Sturz der Regierung Bayrou ein Risiko. Jeder Regierungssturz in der Euro-Zone sei ein Grund zu Besorgnis. Dies liege vor allem an den Märkten, die dann gegen das betroffene Land spekulieren.

Schon jetzt liegen die sog. “Spreads” – also die Risikoaufschläge bei den Anleihezinsen – in einem problematischen Bereich. Sie beobachte die Spreads bei den französischen Staatsanleihen genau, so Lagarde.

Eingreifen will sie aber offenbar nicht. “Es sind die Märkte, die in allen Situationen dieser Art das Risiko bewerten”, fügte sie hinzu.

Die Religion der Märkte – sie wird auch nach der globalen Finanzkrise gepredigt, sogar in der EZB. Dabei sollte sie doch aus der Euro- und Schuldenkrise in Griechenland gelernt haben…