“Kaputtes System”: Merkel und Kurz streiten über Impfstoff-Verteilung

Kanzlerin Merkel wollte das Thema vom Tisch wischen. Doch Österreichs Regierungschef Kurz hält an einer Neuverteilung der knappen Corona-Impfstoffe zwischen den EU-Ländern fest. Beim EU-Gipfel gab es deshalb Streit.

Kurz bestand bei der Videokonferenz auf einem “Korrekturmechanismus”, von dem auch Österreich profitieren würde. Merkel wies das zurück.

Österreich hatte sich Mitte März gemeinsam mit , Slowenien, Bulgarien, Kroatien und Lettland über eine Benachteiligung bei der Belieferung mit Corona-Impfstoff beschwert und einen Ausgleich gefordert.

“Es braucht im Sinne der europäischen Solidarität eine faire Verteilung der Impfdosen innerhalb der EU”, erklärte Kurz während der Gipfel-Beratungen auf Twitter.

Ansonsten könne beim Impfen ein “Europa der zwei Klassen” entstehen. “Ich gehe sogar soweit, wenn es hier keine Lösung gibt, dass es einen Schaden für die EU auslösen könnte, wie wir es schon lange nicht erlebt haben.”

Doch Merkel und andere EU-Chefs wiesen die Darstellung eines “kaputten Systems” zurück. Deutschland profitiert besonders von der aktuellen Verteilung und lehnt Änderungen zu seinen Lasten ab.

Ein Kompromiß zeichnete sich zunächst nicht ab. Nach sechsstündigen Beratungen wurde das Streitthema auf den Abend vertagt…

Siehe auch “Fünf Regierungschefs fordern Ende des Basars”

P.S: Offenbar soll das Problem vertagt und den EU-Botschaftern zugeschoben werden. Kurz hätte damit einen Punktsieg errungen – denn das Prinzip “pro rata” wird anerkannt: