Drohnenkrise: Kallas fordert Antwort auf russische “Luftraumverletzung”

Beinahe täglich stürzen ukrainische Drohnen im Baltikum ab, nachdem sie in den westlichen Luftraum eingedrungen bzw. dorthin abgelenkt worden waren. Dazu schweigt die EU. Doch nun, da eine russische Drohne in ein Hochhaus in Rumänien eingeschlagen ist, schlägt die Außenbeauftragte Kallas Alarm. Russland dürfe den europäischen Luftraum nicht ungestraft verletzen, erklärte sie. Auch ihre Chefin von der Leyen meldete sich zu Wort. „Russlands Angriffskrieg hat eine weitere Grenze überschritten“, schrieb von der Leyen. „Ein russischer Drohnenangriff traf ein dicht besiedeltes Gebiet in Rumänien und verletzte Zivilisten. Auf EU-Gebiet.“Die Eskalation kommt leider nicht unerwartet. Am Vortag hatte es die EU abgelehnt, mit Russland in Gespräche einzutreten. Kallas sprach von einer “Falle”. Bisher gibt es nicht einmal ein “rotes Telefon”, um Vorfälle wie in Rumänien zu melden und ggf. schnell zu entschärfen…

Siehe auch Drohnenkrise: Von der Leyen sichert Balten europäischen Beistand zu

P.S. Nach Angaben des rumänischen Präsidenten Dan hat die russische Drohne ihre Flugbahn geändert, nachdem sie von der ukrainischen Luftverteidigung erfasst wurde. Zu gut deutsch: sie wurde von der Ukraine nach Rumänien umgelenkt. Im Baltikum, wo Russland angreifende ukrainische Drohnen umlenkt, spricht man von “stray drones”, in Rumänien hingegen nicht. Hier wird sogar gleich Nato-Alarm ausgelöst. Dasselbe Phänomen wird völlig unterschiedlich bewertet…