IWF warnt vor Trump und Johnson (kind of)

Kurz vor ihrem Wechsel zur EZB nach Frankfurt hat IWF-Chefin Christine Lagarde eine ungewöhnliche Warnung herausgegeben. Der Weltwirtschaft drohe ein Doppel-Schock, die EU und Deutschland würden besonders leiden.

In der Sommer-Prognose zur Konjunkturentwicklung warnt Lagarde vor einer Eskalation des Handelskriegs zwischen den USA und China, neuen US-Strafzöllen auf (deutsche) Autos und einem ungeordneten Brexit.

Die Hauptrisiken gehen demnach von US-Präsident Donald Trump und dem neuen britischen Premier Boris Johnson aus. Das sagt Lagarde natürlich nicht so deutlich. Doch die Botschaft ist nicht zu überhören.

Damit zeichnet sich ein neues Krisenszenario für die EU und Deutschland ab. Das neue “Duo infernale” Trump und Johnson könnte die Wirtschaft mit einem gezielten Doppelschlag in die Knie zwingen.

Das erklärt die hektischen Aktivitäten von Wirtschaftsminister Peter Altmaier. Er versucht sich in Appeasement, um einen Handelskrieg mit den USA abzuwenden. Bisher war die Liebesmüh’ jedoch vergeblich.

Die USA lehnten Verhandlungen ab, erklärte EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström. Trump will auch die Landwirtschaft in die Gespräche einbeziehen, doch das lehnt vor allem Frankreich ab. Da liegt Ärger in der Luft.

Johnson droht der EU mit hartem Brexit

Zoff droht auch mit dem neuen britischen Premier Johnson. Er droht damit, Ende Oktober ohne Vertrag aus der EU auszusteigen. Frankreich will trotzdem hart bleiben, Deutschland liebäugelt mit einer neuen Verlängerung beim Brexit.

Der IWF hat also allen Grund, vor Trump und Johnson zu warnen. Wenn sich Berlin und Paris nicht schnell einig werden, könnte es die EU kurz vor oder nach dem Brexit besonders hart treffen, vielleicht sogar zerreißen…

Siehe auch “Der heimliche Machtkampf, die die EU zerreißen könnte” und “Ketzerische Gedanken zu Johnson und zum Brexit”

 
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