Grenells pikantes Vorleben

Gleich bei seinem ersten öffentlichen Auftritt sorgte der neue US-Botschafter in Berlin, R. Grenell, für einen Eklat. Deutsche Firmen sollten sich aus Iran zurückziehen, twitterte er. Doch der Mann ist noch für andere Überraschungen gut.

Vor seinem Amtsantritt in Berlin verdiente Grenell viel Geld als politischer Berater und PR-Spezialist. Seine Firma “Capital Media Partners” half Kunden bei der “internationalen strategischen Kommunikation”.

Dabei arbeitete er nach eigenen Angaben für Personen aus Iran (!), Kasachstan, der Demokratischen Republik Kongo, Somalia, China, Australien, Osttimor und Europa. Iran und Europa – eine gewagte Kombi!

Doch es kommt noch “besser”, berichtet piqd:

Zu den Kunden zählte offenbar auch der starke Mann der Republik Moldau, der Oligarch Vlad Plahotniuc, gegen den Interpol zeitweise wegen Menschenhandels ermittelte und der, viel wichtiger, einer der mutmaßlichen Drahtzieher des so genannten “Milliardenraubes” ist: Bei dem verschwanden von 2012 bis 2014 aus drei moldauischen Banken über ein internationales Firmen- und Bankennetzwerk mehr als eine Milliarde Euro; ihr Verbleib ist bis heute ungeklärt. Just nachdem Mihail Gofman, einer der ehemals höchsten moldauischen Anti-Korruptionsbeamten, US-Behörden Einzelheiten über den “Milliardenraub” verraten hatte, plazierte Richard Grenell mehrere positive Artikel über Plahotniuc in US-Medien und stellte ihn als Opfer des Kreml dar.

Diese gekauften Berichte haben ihre Wirkung offenbar nicht verfehlt. Jedenfalls hat die EU bis heute nichts getan, um den Milliardenraub aufzuklären. Stattdessen umwirbt sie Moldau.

Das höchst korrupte Land soll ein “Partner” werden – dabei ist es mehr noch als die Ukraine zerrissen zwischen proeuropäischen und prorussischen bzw. russischen Einwohnern.

Doch Grenell wird Berlin und Brüssel bestimmt beim Liebeswerben für Moldau unterstützen – wetten, dass?