Freihandel mit der Ukraine: Drei Staaten widersetzen sich Brüssel
Am Donnerstag ist ein Freihandelsabkommen mit der Ukraine in Kraft getreten. Drei EU-Staaten leisten dagegen Widerstand – und müssen deshalb mit Strafen rechnen.
Freihandel mit einem Staat, der sich im Krieg befindet und von EU-Subventionen abhängig ist: Bisher war dies undenkbar. Doch für die Ukraine macht die EU-Kommission auch das Unmögliche möglich.
Das neue Freihandelsabkommen soll “langfristige wirtschaftliche Sicherheit und stabile Handelsbeziehungen für beide Parteien fördern” und zur schrittweisen Integration der Ukraine in den EU-Binnenmarkt beitragen.
Das Ziel ist der EU-Beitritt – dabei sind weder die Ukraine noch die EU auf einen solchen Schritt vorbereitet. Schon jetzt kommt es zu Problemen beim Handel mit den billigen Agrarprodukten aus der Ukraine.
Ungarn, Polen und die Slowakei haben Importverbote für ukrainische Lebensmittel verhängt, weil sie Dumping und unlautere Konkurrenz fürchten. Sie wollen daran auch künftig festhalten.
Doch die EU-Kommission will dies nicht dulden. Man plane, mit den drei Ländern Gespräche aufzunehmen, “um sie zur Aufhebung dieser Verbote zu bewegen”, bevor weitere Maßnahmen ergriffen würden, so ein Sprecher.
Das heißt: Die EU-Behörde, die eigentlich im Namen der Mitgliedsländer agieren soll, schlägt sich auf die Seite der Ukraine – und gegen ihre eigenen Mitglieder. Den drei Aufsässigen drohen nun Strafen.
Dieses Vorgehen ist Wasser auf die Mühen von V. Orban, der eine Allianz gegen den Ukraine-Beitritt schmieden will…

Kleopatra
4. November 2025 @ 04:57
Zypern ist auch Mitglied der EU, trotz dem seit einem halben Jahrhundert „eingefrorenen“ Konflikt mit der Türkei.
Ric
1. November 2025 @ 12:22
Dieses Land ist aufgrund seiner andauernden Kriegsführung mit konventionellen Waffen in Teilen so vergiftet, dass sie die Herkunftsdeklarationen ihrer landwirtschaftlichen Produkte fälschen müssen, damit die überhaupt von den Verbrauchern noch gekauft werden. Ich jedenfalls achte schon lange darauf, ukrainische Lebensmittelprodukte, soweit sie erkennbar sind, zu meiden.
Niko
1. November 2025 @ 10:38
was ist aus dieser EU geworden? Wären da nichtwenigstens ein paar standhafte Politiker, würde die EU von VDL und Weber untergepflügt. Bestünde nicht von vielen Mitgliedsländern die Hoffnung, mehr Geld zu bekommen als einzuzahlen, wäre vermutlich dieses Konstrukt längst zerbrochen. Von den wirklich heeren Zielen ist nicht mehr viel übrig. Vermutlich ist inzwischen auch nur noch der vermeintliche wirtschaftliche Nutzen die Triebkraft für angehende Neumitglieder.
Tom
1. November 2025 @ 10:28
Das ist doch unglaublich: Freihandel EU mit UA!!?!! Wer soll das bezahlen?
Helmut Höft
1. November 2025 @ 10:10
Apropos Freihandel, aka wir wissen was wir von Donald John zu halten haben: In der inzwischen berühmt gewordene „Radio Address to the Nation …“ vom leider verstorbenen Wirtschaftsfilosoff RR („Trickle-Down-Economics“ https://www.reddit.com/r/PropagandaPosters/comments/1e8o4kr/the_trickledown_theory_1984/?tl=de und „on trickle down“ hier https://www.hhoeft.de/mythos/index.php/2020/10/30/sind-die-rosse-gut-gefuettert/) kann jeder nachlesen, was der 40. POTUS am 25. April 1987 zu sagen hatte (ausnahmsweise richtig): https://www.reaganlibrary.gov/archives/speech/radio-address-nation-free-and-fair-trade-4
Bitte beachten: Das wichtigste Wort in der Ansprache von RR ist fair, das ist das Gegenteil des deutschen „Exportismus-Regimes“ aka „Beggar-thy-Neighbor-Politik“! Und dieses Wörtchen gilt auch für den „neoliberalen Globalismus“ wo es leider auch fehlt. Denn da geht’s ja nicht um „fair“ da geht’s um Gewinnmaximierung!
c.c.: Der Clown muss ignoriert werden – schickt die Amis nach Hause! Diese €U ist aufzulösen und durch eine republikanische EU zu ersetzen! Die Folgen sind vom Bürger zu tragen, so oder so!
Michael
1. November 2025 @ 09:15
Eine Frage am Rande: was ist dran an den Gerüchten über ein Zerwürfnis zwischen den unerträglichen Personalien UvdL und Kallas!? Wollen die sich an Unerträglichkeit gegenseitig überbieten oder … !?
ebo
1. November 2025 @ 16:51
Gute Frage. Ich habe diese Gerüchte auch gehört, doch da die beiden kaum je gemeinsam auftreten, lassen sie sich schwer überprüfen!
KK
1. November 2025 @ 01:42
“Das heißt: Die EU-Behörde, die eigentlich im Namen der Mitgliedsländer agieren soll, schlägt sich auf die Seite der Ukraine – und gegen ihre eigenen Mitglieder. ”
Stoff für eine Dolchstosslegende…
Arthur Dent
31. Oktober 2025 @ 23:43
Wenn die Ukraine in die EU kommt, dann dürfte die Landwirtschaft der anderen Mitgliedstaaten weitestgehend erledigt sein. Da dürften auch fast alle anderen Nettozahler werden.
Der Mindestlohn in der Ukraine liegt bei etwa 1,10 Euro bis 1,20 Euro.