Frankreichs Rechte implodiert

Die Präsidentschaftswahl in Frankreich wird immer verrückter. Nach dem Rückzug aller bekannten Politik-Größen lag ein Wahlsieg der Republikaner in der Luft. Doch nun demontiert sich die Rechte selbst.

Erst zog sich Ex-Präsident Sarkozy zurück – wegen eine laufenden Ermittlungsverfahrens. Dann übernahm Ex-Premier Fillon, doch auch gegen ihn ermittelt die Justiz. Doch er will trotzdem weitermachen.

Statt seine Kandidatur zurückzuziehen, wie eine Mehrheit der Franzosen fordert, greift Fillon nun die Justiz und all jene Parteifreunde an, die ihn zum Abgang drängen. Von Verrat und politischem Mord ist die Rede.

Selbst der Mann, der die besten Aussichten hätte, Fillon zu ersetzen – Bordeaux’ populärer Bürgermeister Juppé – will nicht einspringen. Die bürgerliche Rechte versagt – und implodiert.

Das Chaos bei den französischen Republikanern erinnert an das Debakel der amerikanischen Republikaner. Auch sie waren nicht in der Lage, in der eigenen Partei für Ordnung zu sorgen.

Am Ende triumphierte Trump – ein Mann, der nichts von Politik versteht und sein Land international in Verruf bringt. Ähnliches könnte sich nun in Frankreich wiederholen.

Fillon hat schon eine ähnliche Rhetorik drauf wie Trump. Allerdings profitiert nicht er, sondern die Führerin des rechtsextremen Front National, Le Pen.

Sollte sie die Präsidentschaftswahl gewinnen, so will sie Frankreich aus der EU und dem Euro führen. Es wäre das Ende der Union; ein Vorspiel erleben wir gerade in Versailles

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