Frankreich: Nationalfeiertag im Zeichen von Kriegsangst und Aufrüstung

Staatschef Macron präsentiert sich gern als Garant von Freiheit und Sicherheit in Frankreich. Nun – nach acht Jahren an der Macht – schaltet er auf Kriegs-Rhetorik um.

“Wir leben in einem Moment des Umbruchs”, sagte Macron bei seiner traditionellen Ansprache an die Armee vor dem französischen Nationalfeiertag.

“Nie hing die Freiheit auf unserem Kontinent so von unseren aktuellen Entscheidungen ab.” Dabei verwies er auf “Imperialismen und Annexionsmächte”.

Gemeint sind offenbar Russland und die USA. Russland führt seit drei Jahren Krieg gegen die Ukraine, hat von Drohungen gegen Frankreich jedoch bisher abgesehen.

Demgegenüber haben die USA nicht nur Kanada, Panama und Grönland bedroht, sondern auch einen Handelskrieg gegen Frankreich und die EU vom Zaun gebrochen.

Dennoch richtet sich Macrons Politik in erster Linie gegen Russland. Er kündigte eine Verdoppelung der Rüstungsausgaben bis 2027 an – statt wie bisher geplant 2030.

Auch die Mobilisierung der Ministerien sei für die nationale Verteidigung wichtig, sagte er. “Jeder muss auf seinem Kampfposten sein”, fügte Macron hinzu.

Wie die forcierte Aufrüstung finanziert werden soll, bleibt unklar. Den Weg der Neuverschuldung, den die EU empfiehlt, will Macron offenbar nicht gehen.

Also bleiben nur Kürzungen im (Sozial-)Budget – oder europäische Rüstungsanleihen. Letzteres stößt aber bei Macrons “Freund” Merz auf erbitterten Widerstand…