EUropa eifert Trump nach, Schonfrist für China – und der Papst kritisiert Ursula II.
Die Watchlist EUropa vom 30. Juni 2026 – Heute mit Nachrichten und Analysen zu Regelbrüchen in der EU-Politik, zum Handel und zur Doppelmoral im Krieg.
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US-Präsident Trump macht, was er will. Die EU hingegen folgt Regeln und Werten. Wenn beide aufeinander prallen, dann gilt es, das Schlimmste zu verhindern – und das ist, folgt man dem offiziellen Diskurs in Brüssel, bisher auch noch immer gelungen.
Man habe Trump erfolgreich eingehegt, hieß es nach dem G-7-Treffen in Evian. Auch beim Nato-Gipfel in Ankara wollen die EUropäer alles tun, um den US-Präsidenten “auf Linie” zu bringen und die Militärallianz zu “retten”. Gut und Böse sind, so scheint es, klar verteilt. “Wir sind die Guten”, was sonst.
Doch diese Regel gilt nicht mehr. Denn zum einen ist es den EUropäern keineswegs gelungen, das Schlimmste zu verhindern. Im Gegenteil: Sie lassen sich immer mehr in schlimme Entwicklungen verwickeln, durch ihre Kollaboration mit dem Imperator geraten sie selbst auf die schiefe Ebene.
Gefolgsam auf die schiefe Ebene
Dies hat mit Trumps Strafzöllen und dem amerikanischen Handelskrieg begonnen; die EU hat sich gefügt und dabei die Regeln der WTO geopfert. Es ging beim Krieg in Gaza weiter; die EU nimmt Kriegsverbrechen und “Völkermord” in Kauf und lässt sich auf Trumps trügerische “Friedensbemühungen” ein.
Im Irankrieg hat diese traurige Tendenz ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Die EU hat den völkerrechtswidrigen Angriff nicht etwa verurteilt, sondern – wie Kanzler Merz – sogar gebilligt. Sie trägt die Folgekosten des amerikanischen (Energie-)Krieges mit, ohne sich zu wehren und ihre Wirtschaft zu schützen.
Seit letzter Woche kommt noch ein weitere bedenkliche Entwicklung hinzu: Die EU pfeift selbst auf ihre Regeln und Werte. Sie schaut weg, wenn die Ukraine die früheren Kollaborateure und Komplizen der Nazis ehrt. Sie schickt ukrainische Kriegsflüchtlinge zurück an die Front. Und sie trifft sich mit den Taliban.
Trumps Jubelfeier im Europaviertel
Natürlich hat es auch früher schon krasse Fehl-Entscheidungen gegeben. Um der Ukraine zu helfen, hat die EU schon viele Regeln gebeugt und sogar den “Notstand” erklärt. Doch so dreist wie heute ist Brüssel noch nie vorgegangen. Die Chuzpe, mit der die “Guten” die Maske fallen lassen, erinnert an Trump.
EUropa eifert Trump nach – indem sie ihn gewähren lässt, und indem sie seine Methoden übernimmt und ihre eigenen Regeln und Werte ignoriert. Da passt es ins Bild, daß Trump mitten im Europaviertel in Brüssel eine Jubelfeier veranstalten konnte – und (fast) alle sind gekommen. Widerspruch? Fehlanzeige!
Meine two Cents: Ähnlich wie in den USA gibt es auch in der EU keine nennenswerte Opposition. Natürlich gab es hier und da Proteste gegen das heimliche Treffen mit den Taliban oder die ostentative US-Feier im “Jubelpark”. Doch das Europaparlament schweigt oder macht – wie Parlamentspräsidentin Metsola – sogar noch selbst mit. Eine Wende kann daher nur aus den Mitgliedstaaten kommen. Auf Deutschland würde ich allerdings nicht hoffen…
News & Updates
Eine (letzte?) Schonfrist für China. Die “Falken” warten auf einen Handelskrieg, mit Strafzöllen à la Trump. Doch vorerst setzt die EU weiter auf Dialog mit China. Beide Seiten fingen an, “einander besser zu verstehen”, sagte Handelskommissar Sefcovic nach Gesprächen mit dem chinesischen Handelsminister Wang Wentao in Brüssel. In den kommenden Monaten sollen Verhandlungsteams beider Seiten über das Handelsdefizit, Exportkontrollen und eine Reform der Welthandelsorganisation (WTO) beraten, im Herbst wollen sich Wang und Sefcovic erneut treffen. – Peking hatte Brüssel vor dem Besuch vor harten protektionistischen Maßnahmen gewarnt und mit Gegenmaßnahmen gedroht. Offenbar mit Erfolg, Deutschland und die EU können sich aktuell keinen weiteren Handelskrieg leisten…
Linke und Grüne wollen Verfahren gegen AfD & Co. Abgeordnete mehrerer Fraktionen im Europaparlament fordern ein Verfahren gegen die Parteienfamilie der AfD, die ESN (Europa Souveräner Nationen). Sie wollen die europäische Parteienaufsicht mit einer Prüfung der Frage beauftragen, ob die ESN gegen EU-Werte verstößt, wie aus einem Antrag hervorgeht, welcher der Nachrichtenagentur AFP vorlag. Am Ende eines solchen Verfahrens könnte die Behörde der ESN Gelder entziehen. – Allerdings ist die Grundlage ziemlich dünn. Ich habe ein Gutachten der (bisher selbst in Brüssel weitgehend unbekannten) Parteienaufsicht einsehen können. Es enthält allenfalls vage Indizien, keine harten Beweise…
Mehr Investitionen in Deutschland – in die Rüstung. Es klingt wie eine gute Nachricht: Die staatlichen Investitionen sind 2025 in Deutschland so stark gestiegen wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr. Die Bruttoinvestitionen betrugen 147,5 Mrd. Euro. Das waren 12,3 Prozent mehr als 2024, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Allerdings ist der Anstieg vor allem auf die massive Aufrüstung zurückzuführen. – “Verteidigungs-Investitionen” sind jedoch keine echten Investitionen, da Waffen und Munition unproduktive “Verbrauchsgüter” sind. Sie werden im Krieg verballert, oder sie rosten ungenutzt vor sich hin… – Mehr im Blog
Das Letzte
Der Papst kritisiert Ursula II. Die deutsche EU-Kommissionschefin von der Leyen gehört der Christlich Demokratischen Partei CDU an und lädt regelmäßig Kirchenvertreter nach Brüssel, um den Glauben hochzuhalten und die Religionsgemeinschaften zu ehren. Allerdings verfolgt sie selbst eine ziemlich unchristliche Politik – meint Papst Leo XIV. Sein Chefideologie Cardinal Víctor Manuel Fernández bemängelt, daß die EU Kriege in einigen Regionen (sprich: der Ukraine) verurteile und die Angreifer sanktioniere, in anderen (sprich: Gata, Westjordanland, Südlibanon, Iran) jedoch gar nichts unternehme. Durch diese Doppelmoral würden die universellen Prinzipien des Christentums verraten, heißt es im Vatikan. Die Antwort des europäischen Konzils – pardon: der Kommission: Schweigen. “We do not usually comment on comments“, sagte von der Leyens Chefsprecherin – wie immer, wenn es unangenehm wird…
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30. Juni 2026 @ 09:18
EU und China versuchen, „einander besser zu verstehen”. Das freut mich – klingt aber so, als ob die Chinesen letzte Weihnachten mit einem großen Raumschiff in Asien gelandet wären. Und nun sucht die EU nach fähigen Dolmetschern, die die Neuankömmlinge interviewen können.
Die EU hatte jahrzehntelang Zeit, die chinesische Wirtschaftsstrategie zu studieren. Und die EU hatte früher wenig Einwände, als die Arbeitsteilung noch zugunsten des Westens organisiert war:
— globaler Süden = Rohstofflieferant, der vom Westen beliebig geknebelt werden konnte
— China = Werkbank, die brav nach den Anweisungen des Westens günstig produzierte
— EU + USA = Profiteure, die einen Großteil der Gewinne einstrichen
Inzwischen spielt China auf Augenhöhe mit und wendet an vielen Stellen selbst die Methoden des Westens an – und stellt sich dabei gegenüber dem Globalen Süden in vielen Fällen geschickter an als der Westen, indem es nicht nur Ausbeutung anbietet.
Was gibt es da noch zu verstehen?
30. Juni 2026 @ 08:09
Das Geniale am katholischen Way of Life ist die Institution des Beichtstuhls. Man kann unchristlich sein und Sünden begehen. Man kann eine moralische Leerstelle sein und satanischen Gewohnheiten nachgehen. Wenn sich irgendwann das Gewissen meldet, setzt man sich auf den Beichtstuhl, erzählt ein bisschen aus seinem Leben und lässt sich vom Priester die Busse und die Absolution geben. Und schon gehört man wieder zu den Guten.
Doppelmoral und Fiesheit sind für CDU-Mitglieder kein Problem. Man kann sich wie das größte Arschloch benehmen und gehört trotzdem immer zu den Guten. So einfach ist das.
30. Juni 2026 @ 17:48
Ja, so sieht er aus der vielgeübte Missbrauch des Sakraments der Beichte… Gilt aber nicht wirklich die seelische “Entschuldung”, wenn nicht tätige Reue der Grund zum Sakramentsempfang ist, sondern weltliche Imagepflege. Diesbezüglich sollten die Priester mit der Absolution sparsamer umgehen. Aber die kath.Kirchenstruktur war schon immer auf das korruptivste mit der weltlichen Macht verbandelt. Für mich hat sich das Glaubensgedöns daher schon seit Jahrzehnten erledigt.
Obwohl ich dem neuen Papst einen besseren Stil des Einflussagenten zugestehen will….