E6-Format: Klingbeils “Avantgarde” spaltet die EU

Es war gut gemeint: Finanzminister Klingbeil hat in Berlin die Gründung einer europäischen Avantgardegruppe ausgerufen. Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, die Niederlande und Polen wollen, so Klingbeil, in Sachen europäischer Souveränität vorangehen. Klingt nach einer spannenden Initiative.

Doch das sog. “E6-Format” ist schlecht gemacht. Wie kann man die Niederlande aufnehmen, aber Belgien und Luxemburg allein im Regen stehen lassen? Damit spaltet Klingbeil die Benelux-Staaten, die zu den Gründerländern der EU gehören. In Belgien grummelt es deswegen gewaltig.

Kontraproduktiv ist auch, die praktische Arbeit der Avantgarde ausgerechnet in Polen aufzunehmen. Seinen Antrittsbesuch in Warschau nutzte der Vizekanzler, um für eine Stärkung des Euro zu werben. Dabei gehört Polen nicht einmal zur Eurozone; die Polen wollen auch nicht beitreten!

Ein E6-Gipfel in Brüssel?

Völlig unverständlich schließlich, daß Klingbeil ein “E6-Treffen” in Brüssel angekündigt hat. In der EU-Kapitale weiß man nämlich nichts davon. Brüssel bereitet sich gerade auf einen Sondergipfel in der kommenden Woche vor – zum Thema Wettbewerbsfähigkeit.

Davon wiederum scheint Klingbeil nichts zu wissen. Denn auch er will sich mit seinem neuen Sechser-Club um die fehlende Wettbewerbsfähigkeit kümmern. Was auch ironisch ist – denn kein Land in der EU schneidet wirtschaftlich derzeit schlechter ab als Deutschland!

Offenbar ist der SPD-Politiker davon überzeugt, daß er “es” besser kann als Kanzler Merz…

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