Die Euro-Wahl

Griechenland hat gewählt – und der Linken einen haushohen Sieg beschert. Damit sagen die Griechen “Nein” zum Austeritätskurs – und geben den überfälligen Startschuss für eine andere Euro-Politik. Oder?

Denn neben Tsipras Syriza bereitet sich auch Spaniens Podemos auf einen Machtwechsel vor. Dass beide Parteien so stark werden konnten, sagt viel über die “Eurorettung”.

Sie ist nämlich weder so “erfolgreich” noch so “alternativlos”, wie dies Kanzlerin Merkel, Finanzminister Schäuble und Eurogruppenchef Dijsselbloem behaupten.

Die meisten Menschen in den Krisenländern leiden noch heute darunter, dass zwar die Banken und Kapitalbesitzer gerettet, doch Wirtschaft und Gesellschaft zerstört wurden.

Tsipras haushoher Sieg ist eine klare Niederlage für die neoliberalen deutschen und europäischen Eliten, die uns immer noch das Gegenteil weismachen wollen.

Allerdings bereiten sich diese Eliten schon auf den Gegenschlag vor, wie die zynische “Grexit”-Kampagne zeigt. Sie wollen Griechen und Spaniern zeigen, wo der Hammer hängt.

Ich betrachte diese Wahl daher mit gemischten Gefühlen. Die Griechen allein werden den nötigen Politikwechsel nicht herbeiführen können – werden sie Verbündete in Brüssel finden?

Oder kommt es zu einem neuen Rückschlag, einem antidemokratischen Backlash, wie wir ihn in dieser schier unendlichen Eurokrise schon so oft erlebt haben…?

Siehe zu diesem Thema auch “Ökonomen für Tsipras” und “Merkel, Macht, Markt”. Weitere Beiträge hier

 

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